Die Bad Windsheimer Stadtwerke wollen in diesem Jahr rund 6,6 Millionen Euro investieren. Doch das ist nicht aus eigener Kraft zu stemmen. Rund 4,5 Millionen Euro müssen als Darlehen neu aufgenommen werden. Dem gegenüber steht eine Schuldentilgung laufender Kredite in Höhe von 0,77 Millionen Euro.
Dass die Stadtwerke in der Vergangenheit ihre Schulden „lange Zeit“ hätten tilgen können, ohne neue aufnehmen zu müssen, betonte Werkleiter Thomas Hartlehnert in der vergangenen Werkausschuss-Sitzung. 2020 hätte sich der Eigenbetrieb der Stadt Bad Windsheim dann erstmals wieder neu verschulden müssen. Das sei auch in 2021 noch einmal notwendig gewesen, während man in 2022 wieder darauf hatte verzichten können.
Die wesentlichen Positionen, für die im laufenden Jahr finanzielle Mittel im Wirtschaftsplan der Stadtwerke vorgesehen sind, beziehen sich wie gewohnt auf die Strom- und Erdgasversorgung sowie die Wasser- und Wärmeversorgung.
Eine der größten Investitionen ist die Erneuerung der Trafostation 8 „Im Häspelein“. Für sie müssen rund 1,7 Millionen Euro ausgegeben werden. Noch einmal 345.000 Euro sind für den Neubau der Trafostation „Vorm Rothenburger Tor“ veranschlagt. Zudem muss die Station 5 „Nordring“ für 85.000 Euro ertüchtigt werden. Planungskosten von rund 110.000 Euro werden für die künftigen Neubauten der Trafostationen 2 am Südring sowie einer weiteren im Gewerbegebiet Ost fällig.
Rund 125.000 Euro sollen im „allgemeinen Bereich“ investiert werden. Davon benötigt die EDV allein für den Austausch des Servers rund 40.000 Euro, außerdem noch einmal 50.000 Euro für die Softwarebeschaffung. Auch gesetzlichen Vorgaben muss entsprochen werden. So werden im Bereich der Netzleittechnik voraussichtlich 60.000 Euro benötigt. Darin enthalten ist die Beschaffung eines „Systems zur Angriffserkennung“, das vor unbefugten Zugriffen ins Stromnetz schützen soll. Außerdem muss in ein „Redispatch“ investiert werden. Das soll dabei helfen, Netzengpässe vorherzusehen und zu vermeiden.
Die Kosten für ein Notstromaggregat in Höhe von 250.000 Euro wurden ebenfalls in den Wirtschaftsplan aufgenommen. „Ob wir es tatsächlich beschaffen, wissen wir aber noch nicht“, sagte Werkleiter Hartlehnert. Sollte es allerdings aktuell zu einem Blackout kommen, „wären wir hilflos“.
Dass die Stadt Bad Windsheim grundsätzlich ein Notfallkonzept für einen flächendeckenden und länger anhaltenden Stromausfall entwickeln wolle und müsse, erklärte Bürgermeister Jürgen Heckel. So seien die Kommunen dazu aufgefordert, „Leuchttürme“ an zentralen Stellen zur Versorgung der Bevölkerung während eines Blackouts aufzubauen. Im Falle von Bad Windsheim könnte das Heckel zufolge das Kur- und Kongress-Centrum (KKC) sein, das auch für Lagebesprechungen nutzbar wäre. Der mögliche Kauf eines Notstromaggregats soll nun im Zuge der Notfall-Planungen diskutiert werden.
Bei der Erdgasversorgung müssen allein rund 110.000 Euro für die Verdichtung und Erneuerung des Netzes im Bereich der Johanniterstraße investiert werden. Weitere 100.000 Euro werden fällig, um die Maßnahmen auch im Heimgarten-, Gipser- und Steinbruchweg umsetzen zu können. Größte Einzelpositionen bei der Wasserversorgung sind zwei Ortsnetzerneuerungen: Die in Kühlsheim wird 600.000 Euro teuer, die in Ickelheim schlägt mit 500.000 Euro zu Buche. In der Kernstadt summieren sich die entsprechenden Maßnahmen in diesem Bereich auf rund 650.000 Euro.
Der Erfolgsplan der Stadtwerke für das Jahr 2023, in dem alle voraussehbaren Erträge und Aufwendungen des Wirtschaftsjahres enthalten sind, ist Werkleiter Hartlehnert zufolge „nicht sehr erfolgreich“. Unterm Strich bleibt ein Jahresgewinn in Höhe von gerade mal 2100 Euro. So sei für 2023 „mit keinem sehr guten Ergebnis“ zu planen.