„Hey, hey, hey, Taxi!“ bringt in Ansbach die Phantasie in Fahrt | FLZ.de

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Veröffentlicht am 01.06.2025 14:08

„Hey, hey, hey, Taxi!“ bringt in Ansbach die Phantasie in Fahrt

Die Roboter versklaven die Menschen. Wer zieht den Stecker? Sabine Effmert schafft es. (Foto: Verena Trottmann)
Die Roboter versklaven die Menschen. Wer zieht den Stecker? Sabine Effmert schafft es. (Foto: Verena Trottmann)
Die Roboter versklaven die Menschen. Wer zieht den Stecker? Sabine Effmert schafft es. (Foto: Verena Trottmann)

Was für ein phantastischer Spaß. Hat jemand schon einmal Gemüse-Ampeln gesehen? Gurken, Zucchini, Tomaten und gelbe Paprika. Die überwuchern die Lichtzeichenanlagen der Stadt und regeln gut gereift den Verkehr. Im neuen Stück der Ansbacher Puppenspiele gibt es so etwas – und einige Verrücktheiten mehr. Sie sind die normalsten Sachen der Welt.

„Hey, hey, hey, Taxi!“ heißt die Produktion, genau so wie das preisgekrönte Kinderbuch von Saša Stanišić. Sabine Effmert und Robert Arnold vom Theater Ansbach haben aus sieben Geschichten daraus ein mobiles Stück für Kinder ab vier Jahren gebaut. Es ist wie gemacht, um damit in Kindergärten aufzutreten.

Saša Stanišić lässt seiner Fabulierlust freien Lauf. Er ruft sich ein Taxi, setzt sich rein und dann geht es in jeder Geschichte anders weiter. Ein bisschen was fürs Leben lernt man jedes Mal, bevor das Taxi wieder daheim ankommt.

Im Käsetaxi zum Mond

Was nicht alles in einer guten halben Stunde passiert. Das Taxi wird zum Käse, den eine Maus zu einem Sehnsuchtsziel lenkt, zum Mond. Zuvor sitzt eine Giraffe am Steuer. Sie ist sehr traurig. Ihr Hals sei zu kurz, findet sie. Weswegen sie nicht hoch genug singen könne – sie sollte sich halt nicht immer mit den anderen Giraffen vergleichen.

An Ampeln fährt das Taxi auch vorbei – klar, dass es bei reifen Tomaten stehen bleiben muss. In einer anderen Geschichte haben Roboter die Herrschaft übernommen. Man muss ihnen den großen roten Stecker ziehen. Weil der furchtbar fest sitzt, kostet das viel Kraft, aber Sabine Effmert schafft es. Gut so.

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Behutsam und humorvoll inszeniert

All die Taxi-Geschichten hat Robert Arnold behutsam und humorvoll inszeniert, sodass die Jüngsten gut folgen können müssten. Er gibt Sabine Effmert genug Zeit, um Situationen zu entwickeln und um mit all den Dingen und Gerätschaften, die sie eingesteckt und in ihre blaue Kofferkiste eingebaut hat, um mit denen zu spielen, um sie zu verwandeln in was auch immer.

Schau an: Auf ihrer linken Schuhspitze balanciert ein Spielzeugtaxi. Ein Kreppband, ratsch, ratsch übers grüne Hemd gezogen, wird zum Sicherheitsgurt. Und auf dem Rollpanorama im Kistenkofferdeckel ziehen Gemüse-Ampeln vorbei.

Es gibt viel zum Staunen in diesem Stück

Später dann. Ein Reisegrammophon samt Schallplatte dient da der Giraffe als Drehbühne. Das gute Tier singt, knister, knister, ganz laaaangsam den Goodbye-Blues. Und Sabine Effmert tanzt dazu. Ein sacht skurriler Poesie-Moment. Auf andere Art ist das auch der Flug zum Mond mit dem Käsetaxi. Ein löchriger Hut, innen gelber als ein Emmentaler, stellt es dar. Kurzum, es gibt viel zum Staunen in diesem Stück.

Weil die Figuren klein sind, sitzt man bei einer Vorstellung am besten nah dran, so wie im Kindergarten, um alles genau zu sehen. Wobei. Muss man gar nicht. Hey, hey, hey. Das Stück bringt die eigene Phantasie auf Trab. Und die ersetzt jedes Fernglas.


Thomas Wirth
Thomas Wirth
Redakteur im Ressort „Kultur“
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