Herrieden bekommt neues Lokal: Was im „Ritzer”-Haus als Café Central geplant ist | FLZ.de

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Veröffentlicht am 02.11.2025 08:31

Herrieden bekommt neues Lokal: Was im „Ritzer”-Haus als Café Central geplant ist

In bester Lage unweit des Marktplatzes soll in den Räumen des ehemaligen Raumausstatters ein Begegnungscafé entstehen. (Foto: Florian Pöhlmann)
In bester Lage unweit des Marktplatzes soll in den Räumen des ehemaligen Raumausstatters ein Begegnungscafé entstehen. (Foto: Florian Pöhlmann)
In bester Lage unweit des Marktplatzes soll in den Räumen des ehemaligen Raumausstatters ein Begegnungscafé entstehen. (Foto: Florian Pöhlmann)

Es war für viele Jahrzehnte eine Institution in der Stadt. Wer Gardinen, Teppiche oder Markisen suchte, ging in Herrieden zu Raumausstattung Ritzer. Nun wird hier ein Begegnungscafé eröffnen.

Das Ladengeschäft in der Vorderen Gasse 8 hat bereits seit über einem Jahr geschlossen. Die einstigen Betreiber haben sich aus Altersgründen zurückgezogen. Über den weiß eingefassten Schaufenstern prangt noch das große Firmenschild, mehr eine Erinnerung. Denn in nicht so ferner Zukunft, sprich „möglichst noch in diesem Jahr” wollen hier Maria und Dirk Fasshauer ein Café betreiben, das zu Begegnungen einlädt.

„Central” wird die Lokalität benannt, erzählen die künftigen Betreiber, und der Name soll auch genau das widerspiegeln. Das erklärt sich schon durch die Lage in unmittelbarer Nachbarschaft zum zentral gelegenen Marktplatz, zum anderen aber – und das ist dem Ehepaar besonders wichtig – „soll der Name Programm sein”, führt Dirk Fasshauer aus: Das Café soll ein Treffpunkt für alle Menschen in Herrieden sein, „ein Punkt in der Stadt, an dem alles zusammenfließt.”

Der Charme alter Bilder der Sattlerei

Dabei wollen die Betreiber auch und gerade eine charmante Atmosphäre erzeugen. Die Geschichte des Hauses ist untrennbar mit den ehemaligen Ladenbesitzern verbunden. Deren Großvater Kaspar Ritzer hatte in der Vorderen Gasse 8 einst eine Sattlerei betrieben, in den 1920er Jahren wurde dann im Hinterhof noch eine Werkstatt angebaut. Mit Schwarzweiß-Fotos aus dieser Zeit wollen Maria und Dirk Fasshauer ganz bewusst auch liebgewonnene Erinnerungen im neuen Café transportieren.

Ein Ort zum Wohlfühlen

Es soll nett werden, herzlich, kurzum ein Ort mit Wohlfühlatmosphäre. Selbstgebackene Kuchen sollen angeboten werden, Kaffee-Spezialitäten aus der Siebträgermaschine und kleine Speisen wie Suppen und Mittagsgerichte. Ein „italienisch-französischer Lebensstil” schwebt den Fasshauers für ihr Café vor, dazu passt auch die kleine Frühstückskarte, auf der etwa frische Croissants unbedingt dazugehören.

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Ihre beruflichen Erfahrungen wollen der Berliner und seine aus Herrieden stammende Frau nach der Rückkehr aus der Hauptstadt in die Heimat natürlich mit einbringen. Daher wird in den Räumen auch eine DHL-Station und ein Print-Shop untergebracht, in dem digital und individuell zu gestaltende Karten oder Prospekte angeboten werden. Ein Bereich, dem Maria Fasshauers Herz gilt, ist der Papeterie vorbehalten: Zwischen liebenswert gestalteten Alben und Geschenkpapier wird sich das ein oder andere Kleinod finden, lassen die Betreiber durchblicken.

Bekannt vom „Kaffee-Fahrrad”

Vielen Menschen in Herrieden sind die Fasshauers bereits bekannt. Seit mehreren Monaten stehen sie mit ihrem Kaffee-Fahrrad am Marktplatz und bieten zwischen den Buden ihre Spezialitäten an. Das kommt an. Mit ihrem Ansinnen, dem „Ritzer”-Haus wieder Leben einzuhauchen, rannten sie bei der Stadt offene Türen ein.

Der Stadtrat stimmte dem Antrag auf Nutzungsänderung des Ladengeschäfts zu einem Café vorbehaltlos zu. Weil darin auch der Ausschank von Alkohol enthalten ist, hätten die neuen Betreiber nach geltenden Statuten einen dritten Stellplatz nachweisen oder ablösen müssen. „Im Zuge der Altstadtbelebung schlägt die Verwaltung vor, den einen abzulösenden Stellplatz nutzungsbezogen zu stunden”, lautete die Idee aus dem Rathaus dazu.

Stille Förderung durch Stadtrat

Quasi eine inoffizielle Förderung, wenn man so will. Das hat aber auch den Vorteil, dass die Stadt bei einer „Stundung” noch Einfluss behält, sollte für das Geschäft abermals eine Nutzungsänderung beantragt werden. Dafür sprach sich der Stadtrat ohne Gegenstimme aus. „Wir begrüßen es sehr, dass Leben in die Altstadt kommt”, gab Grünen-Vertreter Norbert Brumberger dem Projekt die guten Wünsche des Gremiums mit auf den Weg.


Florian Pöhlmann
Florian Pöhlmann
Nach der journalistischen Grundausbildung beim Fernsehen rief 1999 die große weite Welt des Sports, die ich in Nürnberg in nahezu allen Facetten kennenlernen und in verantwortlicher Position gestalten durfte. Erst der verlockende Ruf aus Ansbach und die Aussicht, im fortgeschrittenen Alter Neues zu wagen, sorgten ab 2021 für einen Neustart in der Lokalredaktion.
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