Heinrich Simon ist unter den Rassekaninchenzüchtern bekannt wie ein „buntes Kaninchen“. Und zwar deutschlandweit. Denn er ist in der Züchtung eine Koryphäe. Bei der 75-Jahr-Feier des Kreisvereins der Kaninchenzüchter in Uffenheim wurde er nach 23 Jahren als Kreisvorsitzender gebührend verabschiedet.
Man müsse rechtzeitig wissen, wann Zeit zum Aufhören sei, sagt Simon im FLZ-Gespräch. Er hat für den Kreisverband alles gegeben und erreicht, was möglich sei – ab sofort wollte er den neu gewählten Vorsitzenden Stefan Einbeck als dessen Stellvertreter unterstützen.
Zur Jubiläumsfeier kamen Schirmherr Dr. Christian von Dobschütz, der Vorsitzende des Verbandes der Bayerischen Rassekaninchenzüchter, Bernd Polster, der Bürgermeister der Stadt Uffenheim, Wolfgang Lampe, sowie viele andere langjährige Weggefährten und überbrachten Glückwünsche zum 75-jährigen Bestehen des Kreiskaninchen-Züchtervereins.
Ein Grund für seinen Entschluss, jetzt aufzuhören, sei auch dieses Jubiläum durchaus gewesen – ein „guter Zeitpunkt“, sagt Simon. Als Züchter habe er alles erreicht, was man dabei erreichen könne und wie um das zu bestätigen, hatte er auch bei der kürzlich stattgefundenen in Weinzierlein mit seinen Tieren nochmals sehr gut abgeschnitten. Denn nicht nur das Vorstandsamt gab er weiter, auch mit der Zucht hört er auf. Das falle ihm nicht leicht, weil ihm seine Kaninchen sehr ans Herz gewachsen seien, aber da er in diesem Jahr seinen 75. Geburtstag feiert, wolle er es auch ein wenig ruhiger angehen lassen.
Als er mit seinem Hobby begann, habe er es selbst nicht für möglich gehalten, so erfolgreich zu werden. Zwischenzeitlich jedoch hat er die höchste bayerische Auszeichnung erhalten und wurde als damals 60-Jähriger zum „Altmeister“ der Züchter gekürt. Darauf ist er heute noch stolz.
Schließlich sei er „ein Seiteneinsteiger“ gewesen und habe erst relativ spät, als 30-Jähriger, mit der Zucht begonnen. „Ich habe mir damals einen Jugendtraum erfüllt“, sagt er rückblickend. Etwa 70 Tiere hatte er in seinem Anwesen in Scheinfeld so im Schnitt zu versorgen. Einen Teil der Kaninchen züchtete er, ein weiterer Teil wurde geschlachtet und die übrigen Langohren zur Zucht verkauft. Simon ist bundesweit bekannt. Vor allem den Liebhabern der Weißgrannen ist der versierte und erfolgreiche Züchter ein Begriff.
Begonnen hatte Simon seine Zuchtkarriere mit den Thüringerkaninchen. Diesen folgten die „Blaue Wiener“ und Hermelin BIA, doch richtig angetan hatten es ihm immer schon die Weißgrannen. Dem Laien sagen all diese Namen nichts, der Kenner nickt und weiß Bescheid. Übrigens – das Heu für seine Tiere hat er auf einer Wiese seines Grundstücks stets selbst gemacht.
„Für die Züchtung braucht man ein Gespür und ein Händchen“, sagt Simon. Er habe seine Fähigkeiten an viele Nachwuchszüchter weitergegeben und es sogar in die deutsche Kaninchen-Zeitschrift geschafft. Ganze sechs Seiten seien in dem Fachblatt vor einigen Jahren über ihn veröffentlicht worden, erzählt Simon nicht ohne Stolz. Der Rhythmus des Zuchtjahres mit den damit verbundenen Aufgaben sowie der Umgang mit den Tieren, die Zusammenstellung der Zuchtpaare, das Erwarten der ersten Würfe und die Aufzucht der gesunden Jungtiere – all dies habe ihn weit über ein halbes Leben lang begeistert.
Hinzu kamen immer wieder das gemeinsame Begutachten der Ausstellungstiere und die fachlichen Diskussionen mit den Züchtern. „Es war immer wieder eine Herausforderung, die mir sehr viel Freunde bereitet hat“, sagt er rückblickend und ist nun trotzdem ein wenig froh, etwas mehr Zeit für seine zweite Leidenschaft zu haben: Das Kochen.
Für seine Frau Hildegard dürfte das ein Segen sein, denn sie kocht laut Heinrich Simon „nicht so gerne“. Bei seinem Hobby habe ihn die Stadt- und Kreisrätin jedoch immer unterstützt: Die Flyer und Einladungen zu den Veranstaltungen habe stets sie gestaltet.