„Heimspiel in Franken”: Matthias Grünert auf Orgelfahrt | FLZ.de

foobarious
arrow_back_rounded
Lesefortschritt

„Heimspiel in Franken”: Matthias Grünert auf Orgelfahrt

Ist neugierig auf Orgeln in der Region: Matthias Grünert, Kantor der Frauenkirche Dresden. (Foto: Thomas Schlorke)
Ist neugierig auf Orgeln in der Region: Matthias Grünert, Kantor der Frauenkirche Dresden. (Foto: Thomas Schlorke)
Ist neugierig auf Orgeln in der Region: Matthias Grünert, Kantor der Frauenkirche Dresden. (Foto: Thomas Schlorke)

Ein kleines Jubiläum feiert Matthias Grünert mit seiner Orgelkonzertreihe „Heimspiel in Franken”. Der Kantor der Dresdner Frauenkirche begann mit ihr vor zehn Jahren. Demnächst ist der Kirchenmusiker wieder in seiner Heimatregion unterwegs: Er gibt zwischen Freitag, 20. Februar, und Sonntag, 22. Februar, zehn Konzerte in der Region.

„Seit 2016 findet die Orgelfahrt „Heimspiel in Franken“ nun schon in jedem Jahr statt”, so die Pressemitteilung des Orgelfahrt-Teams. In Zahlen bedeutet das: Matthias Grünert gab bisher 96 Heimspiel-Konzerte an 55 Orgeln aus unterschiedlichen Epochen, an kleinen und großen, barocken, romantischen und modernen, an tadellos gepflegten und an renovierungsbedürftigen. Die Stücke wählt der Kirchenmusiker passend zu den Instrumenten und ihrer jeweiligen stilistischen Ausrichtung. In der Regel dauert ein Programm zwischen 40 und 45 Minuten.

Über sieben Stunden Musik

Innerhalb einer Orgelfahrt, das gehört zum Konzept, wiederholt sich keine Komposition. Matthias Grünert stellt sich damit einer eigenen Herausforderung. Er muss für die zehn Konzerte rund siebeneinhalb Stunden Musik aufführungsreif parat haben, anspruchsvolle Gipfelwerke der Orgelliteratur genauso wie kleine Preziosen und Raritäten.

Das „Heimspiel in Franken” ist nicht die einzige Konzerttour von Matthias Grünert. Sieben sollen es bis zum Herbst werden, unter anderem führen sie nach Oberfranken, zu Orten am Rennsteig oder in den Landkreis Saale-Orla. Jetzt aber steuert das Orgelfahrt-Team erst einmal den Landkreis Ansbach an. In dem finden sieben der zehn Konzerte statt, die anderen drei im Landkreis Gunzenhausen-Weißenburg.

Nach wie vor lockt den Frauenkirchenkantor die Entdeckerlust in die Region seiner Kindheit und Jugend. Er wird sechs der zehn Orgeln zum ersten Mal im Rahmen des Projekts spielen. Einen festen Programmpunkt gibt es traditionell auch, ein Konzert in Neuendettelsau, wo Matthias Grünert aufgewachsen ist und sein Vater Kirchenmusiker war.

Los geht es am Freitag, 20. Februar, in Großhaslach, wo eine einmanualige Orgel von Johann Strebel seit 1890 ihren Dienst tut. „Populäre Melodien des 19. Jahrhunderts” lautet das Motto. Grünert spielt Tänze, Opernarien und Volkslieder aus der Sammlung „Die jungen Musikanten“ von François Schubert (Kirche St. Maria, 17 Uhr). Darauf folgen in Forst bei Weihenzell „heitere Orgelklänge aus Italien”. Dort erwartet ein Instrument des Heilsbronner Orgelbauers Caspar Moritz Nößler den Frauenkirchenkantor. Es stammt von 1769 (St. Stephanus, 19 Uhr).

Am Samstag beginnt die Orgelfahrt im Nachbarlandkreis in Kalbensteinberg mit deutscher Orgelromantik (St. Marien und Christophorus, 14 Uhr) und mit einem reinen Bach-Programm in Wald (St. Martin und Ägidius, 16 Uhr). In Großlellenfeld spielt Matthias Grünert an der Bittner-Orgel von 1858 ein Romantik-Programm mit „Orgelmusik aus dem Königreich Sachsen” (St. Marien, 17.30 Uhr). „Very British!” hingegen lautet das Motto für Dittenheim, wo eine zweimanualige Steinmeyer-Orgel von 1912 erklingt, die erst in diesem Jahr um eine gleichaltrige Chororgel aus England erweitert wurde (St. Peter und Paul, 19.30 Uhr).

Der Sonntag steht im Zeichen Bachs. Matthias Grünert spielt zwei reine Bachprogramme, erst an der Steinmeyer-Holländer-Koch-Orgel von Leutershausen (St. Peter, 15.30 Uhr), dann an der Steinmeyer-Orgel von Neuendettelsau (St. Laurentius, 17.30 Uhr). Zuvor fädelt er „Barockperlen” in Binzwangen auf, wo seit 1754 eine Orgel von Georg Martin Gessinger steht (St. Sebastian, Cornelius und Cyprian, 14 Uhr).

Bach und mehr

Johann Sebastian Bach ist auch im letzten Programm dieser Orgelfahrt vertreten. Zu ihm gesellen sich Zeitgenossen von Buxtehude bis Werckmeister. „Hanseatische Klangpracht des Barock” hat Matthias Grünert das Konzert überschrieben. Er spielt es in Merkendorf, wo Paul Ott, ein Orgelbau-Pionier der Nachkriegszeit, 1953 ein zweimanualiges Instrument gebaut hat, das vom norddeutschen Barock inspiriert war (Stadtkirche Unsere Lieben Frau, 19.30 Uhr)

Begleitet wird Matthias Grünert vom ehrenamtlichen Team der thüringischen Kirchengemeinde Hoheneiche, das die organisatorischen Vorarbeiten und die Assistenz an der Orgel übernimmt. „Wir freuen uns auf unsere musikalische Zeit in Mittelfranken, die immer wieder auch neue und lieb gewordene Orte bereithält”, so Christiane Linke vom Organisationsteam. Der Eintritt zu den Konzerten ist frei, Spenden werden erbeten.

Weiteren Informationen: www.orgelfahrt.de


Thomas Wirth
Thomas Wirth
Redakteur im Ressort „Kultur“
north