Heimatsong für Gerolfingen: Der Banker, der den Hesselberg auf Youtube besingt | FLZ.de

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Veröffentlicht am 20.06.2025 17:00

Heimatsong für Gerolfingen: Der Banker, der den Hesselberg auf Youtube besingt

Ulrich Lutz spielt auf seinem Akkordeon vor dem Rathaus in Aufkirchen, während seine Zuhörer bereits unter der Dorflinde sitzen. (Foto: Roman Kocholl)
Ulrich Lutz spielt auf seinem Akkordeon vor dem Rathaus in Aufkirchen, während seine Zuhörer bereits unter der Dorflinde sitzen. (Foto: Roman Kocholl)
Ulrich Lutz spielt auf seinem Akkordeon vor dem Rathaus in Aufkirchen, während seine Zuhörer bereits unter der Dorflinde sitzen. (Foto: Roman Kocholl)

Nein, in die Kategorie Youtube-Star hat es Ulrich Lutz noch nicht geschafft. Gleichwohl freut er sich über die Reaktionen, die seine Musikstücke im Netz auslösen. Der Akkordeonspieler ist aber auch ganz real zu erleben. Etwa unter der Dorflinde in Aufkirchen. Wenn er dort in die Tasten greift, singen seine Fans begeistert mit.

Keine Frage: Seinen Bekanntheitsgrad hat der in Fürnheim aufgewachsene und seit 30 Jahren in Oettingen lebende Ulrich Lutz durch das Nutzen der Internetplattform enorm gesteigert. Sein jüngster Coup ist der „Heimatsong für Gerolfingen am Hesselberg“. Im Februar dieses Jahres hat er das Lied komponiert. „I bin vo Gerlfing, was will ma mehr, wir ham a Kirch’ und a Feuerwehr“, heißt es da im Refrain.

1800 Klicks innerhalb von drei Wochen hat Lutz damit generiert. „Das habe ich bisher noch nicht gehabt“, freut sich der Musiker. Technische Unterstützung erhält der Akkordeonspieler dabei von seinen beiden Neffen, die ihm beim Produzieren und Hochladen des Videos helfen. Zu sehen ist er in dem kleinen Filmchen etwa auch dabei, wie er in Gummistiefeln im Wassertretbecken der Wunibaldquelle sein Gerolfingen-Lied intoniert.

Das Treffen vor dem Rathaus auf der Bank

Der 51-Jährige schätzt die Möglichkeiten der Internet-Plattform sehr. Im vor-digitalen Zeitalter sei die Gefahr doch groß gewesen, dass ein Stück irgendwann sang- und klanglos in der Versenkung verschwindet. Das Internet hingegen konserviere die Musik quasi für die Ewigkeit. Zu seiner Motivation sagt Ulrich Lutz: „Man kann mit dieser Musik kein Geld verdienen. Aber ich möchte einen Beitrag zur Identifikation mit der Heimat leisten.“

Und: „Es macht mir am meisten Spaß, wenn die Leute sich freuen, wenn sie mich sehen.“ Beim Interview- und Fototermin mit Ulrich Lutz ist genau das erlebbar.

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Als Hintergrund für das Bild schlägt der Akkordeonspieler das Rathaus im Gerolfinger Ortsteil Aufkirchen vor. Das Treffen findet an einem Donnerstag statt, was für den weiteren Fortgang der Begegnung von nicht unerheblicher Bedeutung ist.

Denn an diesem Wochentag treffen sich die Aufkirchener stets vor dem Rathaus auf dem Bänkla unter der Dorflinde. Natürlich kennt man dort den Schöpfer des Gerolfinger Heimatsongs und entsprechend freudig fällt die Begrüßung aus.

Gute Stimmung unter der Dorflinde

Der Musiker lässt sich denn auch nicht lange bitten und nimmt mit seinem stattlichen, aus Südtirol stammenden Akkordeon unter der Linde Platz. Und los geht’s. Tatsächlich erweisen sich einige Aufkirchener als textsicher und so kann Ulrich Lutz mit seinen Medleys kurzerhand für gute Stimmung sorgen. Der herrliche Blick zum Hesselberg tut gewiss sein Übriges.

Der gebürtige Fürnheimer ist mit Musik aufgewachsen. Seine Mutter war als Sängerin von klassischer Musik in der Region bekannt. In den 1980er Jahren habe sie etwa auch im Münster zu Dinkelsbühl Solo-Sopranpartien gesungen, berichtet Lutz. Als Kind war der heute 51-Jährige damals oft dabei. Für die Klassik oder die Kirchenmusik konnte er sich allerdings nicht so recht begeistern. Vielmehr wurden Klavier, Akkordeon und generell die Volksmusik zu seinem Metier.

Von Beruf ist Ulrich Lutz Bankkaufmann. Derzeit arbeitet er in Gunzenhausen in einer Außenstelle des Kultusministeriums. Dort ist er im Beschwerdemanagement tätig.

Die Musik bietet ihm dazu einen schönen Ausgleich. Und Ulrich Lutz verfolgt weitere Projekte. Sein Traum wäre ein Fernsehauftritt in den „Brettl-Spitzen“ des Bayerischen Rundfunks. Die Bewerbung läuft.

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