Haushalt in Wassertrüdingen: Bauamtsumbau aufgeschoben, Investitionen umverteilt | FLZ.de

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Veröffentlicht am 21.03.2026 15:00

Haushalt in Wassertrüdingen: Bauamtsumbau aufgeschoben, Investitionen umverteilt

Schon seit längerer Zeit plant die Stadt den Umbau und die Sanierung der Büros im Bauamtsgebäude. Das Projekt muss nach den Vorstellungen etlicher Stadtratsmitglieder noch warten. Denn das dafür vorgesehene Geld soll anderweitig verwendet werden. (Foto: Peter Tippl)
Schon seit längerer Zeit plant die Stadt den Umbau und die Sanierung der Büros im Bauamtsgebäude. Das Projekt muss nach den Vorstellungen etlicher Stadtratsmitglieder noch warten. Denn das dafür vorgesehene Geld soll anderweitig verwendet werden. (Foto: Peter Tippl)
Schon seit längerer Zeit plant die Stadt den Umbau und die Sanierung der Büros im Bauamtsgebäude. Das Projekt muss nach den Vorstellungen etlicher Stadtratsmitglieder noch warten. Denn das dafür vorgesehene Geld soll anderweitig verwendet werden. (Foto: Peter Tippl)

In seiner zweiten Haushaltssitzung hat der Wassertrüdinger Rat gegenüber der Verwaltung deutlich Wünsche zum Einsatz der Mittel geäußert: unter anderem mehr Geld für Unterhaltsmaßnahmen am Guten Hirten, der Bau einer Behelfsbrücke bei Schobdach und die Sanierung des schadhaften Belages am Kleinspielfeld.

Rund 100.000 Euro sind dafür insgesamt nötig. Das Geld muss woanders eingespart werden, machte Kämmerer Achim Schlicker deutlich. Für Armin Schmutterer (CSU) stand fest: Der Umbau des Bauamtes könnte vertagt und das Geld für Dringlicheres verwendet werden. Bürgermeister Stefan Ultsch meldete Bedenken an, schließlich sei der Platz für das Personal bei Vollbesetzung knapp. CSU-Sprecher Peter Wittmann konterte, dass derzeit nicht alle Stellen besetzt und die Räumlichkeiten für die vorhandene Belegschaft ausreichend seien. Auch zweiter Bürgermeister Klaus Schülein (CSU) räumte anderen Dingen eine höhere Priorität ein als dem Bauamtsgebäude. Er nannte den Brandschutz in der Hesselberghalle.

Gute Fördermöglichkeit für Neubau

Die Bauamtsmitarbeiter haben ihre Büros derzeit im Altstadtzentrum, sollen nach dem Umbau des Bauamtes aber wieder an ihren ursprünglichen Ort zurückkehren. Michael Baumeister (Parteiunabhängige Fraktion) sah durchaus einen gewissen Zeitdruck, schließlich sei das Altstadtzentrum seinerzeit unter Einsatz von Fördermitteln für eine andere Nutzung gebaut worden, als für Verwaltungszwecke.

Am Ende der Sitzung gab es jedoch keinen Widerspruch, als Kämmerer Schlicker ankündigte, die Bauamtserneuerung so weit in der Finanzplanung nach hinten zu schieben, dass die erforderlichen 100.000 Euro frei werden. So sollen nach dem Wunsch des Gremiums 22.000 Euro für das Kleinspielfeld und 40.000 Euro für die Behelfsbrücke bereitgestellt und der Ansatz für Instandsetzungsarbeiten im Guten Hirten auf 80.000 Euro aufgestockt werden. In dem Komplex ist die evangelische Kindertagesstätte untergebracht. Perspektivisch müsse der Stadtrat überlegen, wie er die Zukunft des Gebäudes sehe, so Schlicker, der auf hohe Fördermöglichkeiten für einen Neubau hinwies.

Wie in der ersten Sitzung waren auch dieses Mal die Überlegungen für ein Jugendzentrum in Wassertrüdingen Thema. Katharina Bucher (Parteiunabhängige Fraktion) hakte nochmals nach, wann denn nun der Termin zur Begutachtung der möglichen Standorte stattfinde. Während die Verwaltung auf die Überlastung des Bauamtes verwies, war Peter Wittmann der Meinung, dass der Standortfrage davon unabhängig nachgegangen werden könne.

Brücke in Altentrüdingen wird angepackt

Abgeschlossen werden sollen Zug um Zug verschiedene Baugebietserschließungen, bei denen die Straßen ihre Deckschichten noch nicht erhalten haben. 250.000 Euro wurden im Vermögenshaushalt 2026 für die Sanierung der Altentrüdinger Brücke angesetzt. Die Finanzplanung für 2027 sieht für dieses Vorhaben 670.000 Euro und die für 2028 rund 785.000 Euro vor.

Der Ersatzneubau der Dorfbrücke in Schobdach ist ab 2028 berücksichtigt (365.000 Euro). Die eingangs erwähnte Behelfsbrücke wird finanziell an anderer Stelle angesetzt, und zwar im Verwaltungshaushalt. Zu den großen Brocken im Vermögenshaushalt gehört auch der städtische Anteil an der Erneuerung der Oettinger Straße. In diesem Jahr werden hierfür 90.000 Euro eingeplant und im kommenden 410.000 Euro. Frei gewordene Mittel aus dem Verzicht auf ein neues Partyzelt für den Touristik-Service sollen dem Wirtschaftswegebau zugeschlagen werden.

Der vorgelegte Etatentwurf hat ein Gesamtvolumen von 27.550.000 Euro. Auf den Verwaltungshaushalt entfallen 18.030.900 Euro, auf den Vermögensetat 9.519.100 Euro. Die Stadt muss 2026 neue Schulden machen. 700.000 Euro an Kreditaufnahme sind neu zu bewilligen, 600.000 Euro wurden bereits 2025 genehmigt, im vergangenen Jahr aber nicht benötigt.

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