Hantavirus: Länder suchen Passagiere der „Hondius“ | FLZ.de

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Veröffentlicht am 07.05.2026 04:16, aktualisiert am 07.05.2026 13:59

Hantavirus: Länder suchen Passagiere der „Hondius“

Untersuchungen auf das Hantavirus laufen noch. (Foto: Peter Dejong/AP/dpa)
Untersuchungen auf das Hantavirus laufen noch. (Foto: Peter Dejong/AP/dpa)
Untersuchungen auf das Hantavirus laufen noch. (Foto: Peter Dejong/AP/dpa)

Der Ausbruch des Hantavirus bei einer Kreuzfahrt löst in immer mehr Ländern Sorgen aus. Bei einem Zwischenstopp des Schiffes „Hondius“ hatten noch nach dem ersten Todesfall 29 Passagiere das Schiff verlassen. Sie kamen aus etwa 12 Ländern, darunter auch Deutschland, teilte der Reiseveranstalter Oceanwide Expeditions mit. 

Die Passagiere wurden den Angaben zufolge alle über den Ausbruch des Virus informiert und sollen nun von Gesundheitsbehörden kontrolliert werden. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bekräftigt aber, dass die Infektionsgefahr klein sei und dass dies nicht mit dem Coronavirus zu vergleichen sei. Nur bei direktem und längerem Kontakt mit infizierten Menschen sei eine Ansteckung möglich. 

Stewardess infiziert

Inzwischen wurde ein weiterer möglicher Fall aus den Niederlanden gemeldet. Eine Stewardess liegt mit Symptomen in einem Amsterdamer Krankenhaus. Sie stand in direktem Kontakt mit einer infizierten Frau, die wenig später an dem Virus starb. 

Die infizierte Frau sollte mit einem KLM-Flug von Johannesburg nach Amsterdam fliegen. Doch die Crew hatte sie wegen ihres schlechten Gesundheitszustandes nicht mitgenommen. Die niederländischen Gesundheitsbehörden haben nach eigenen Angaben Kontakt zu allen Personen an Bord des KLM-Fluges. 

Zwischenstopp auf St. Helena

29 Passagiere hatten am 24. April auf der britischen Insel St. Helena im Süden des Atlantischen Ozeans das Schiff verlassen. Das war den Angaben zufolge gut zehn Tage vor der Bestätigung des ersten Hantavirus-Falls.

Auch die niederländische Frau, die wenig später in Johannesburg an dem Virus starb, verließ auf der Insel das Schiff. Etwa zwei Wochen zuvor war bereits ihr Mann an Bord gestorben. Zum Zeitpunkt des Zwischenstopps war aber unklar, dass das Hantavirus möglicherweise die Ursache war. 

Auch ein Schweizer hatte in St. Helena das Schiff verlassen. Er ist jetzt ebenfalls mit dem Virus infiziert und befindet sich in einer Klinik in Zürich. Sein Zustand sei stabil, berichtet das Krankenhaus.

In Großbritannien befinden sich zwei Passagiere in Selbstisolation. Auch sie hatten das Schiff laut der Nachrichtenagentur PA auf St. Helena verlassen. Sie hätten den Behörden zufolge keine Symptome. „Das Risiko für die Allgemeinheit bleibt weiterhin sehr gering“, hieß es.

„Hondius“ unterwegs nach Teneriffa

Das unter niederländischer Flagge fahrende Schiff mit knapp 150 Menschen an Bord ist nun auf dem Weg nach Teneriffa, wo es am Sonntag ankommen soll. Es lag tagelang vor Kap Verde vor Anker, nachdem Anfang der Woche deutlich wurde, dass es vom Hantavirus betroffen ist. Drei Menschen starben, mehrere wurden infiziert und krank. 

Am Mittwoch wurden drei Personen evakuiert – zwei erkrankte Crew-Mitglieder und eine 65 Jahre alte Deutsche. Diese wurde noch am Abend in eine Klinik nach Düsseldorf gebracht. Sie hat nach Angaben der Klinik keine Symptome, stand aber in direktem Kontakt zu einer deutschen Frau, die am Virus gestorben war. Die beiden Crewmitglieder, ein 41 Jahre alter Niederländer und ein 56 Jahre alter Brite, befinden sich in Krankenhäusern in den Niederlanden. 

Passagiere ohne Symptome

An Bord der „Hondius“ befinden sich zwei auf Infektionskrankheiten spezialisierte niederländische Ärzte sowie zwei Epidemiologen. Keiner der Passagiere und Crew-Mitglieder weise Symptome auf, teilte der Veranstalter mit. 

Die Stimmung an Bord sei gut, sagte eine Sprecherin der Reederei. „Die Menschen fühlen sich sehr miteinander verbunden“, sagte sie der Nachrichtenagentur ANP. 

Auf Teneriffa sollen alle Menschen an Bord untersucht und getestet werden. Wenn sie keine Symptome aufweisen, könnten sie nach Angaben des Veranstalters in ihre Heimatländer zurückkehren. An Bord sind auch sechs Deutsche. Unklar ist aber noch, wie die Heimreise organisiert wird. Das britische Außenministerium organisiert der Nachrichtenagentur PA zufolge einen Charterflug, um symptomfreie Briten nach Hause zu bringen.

© dpa-infocom, dpa:260507-930-45163/3


Von dpa
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