Alte Handys erhalten eine neue Aufgabe. Der CVJM-Weltladen am Johann-Sebastian-Bach-Platz in Ansbach hatte einen Grund zu feiern: über 1000 gesammelte Altgeräte – im Rahmen der bayernweiten „Handy-Aktion“ von Mission Eine Welt. Sie macht auf nachhaltige Ressourcennutzung und fairen Rohstoffhandel aufmerksam.
Seit 2017 ist der Laden bei der Aktion angemeldet, die Mobiltelefone dem Recycling zuführt. CVJM ist der Christliche Verein junger Menschen. „Wir sind eben sehr schnell mit eingestiegen“, sagte Jan Schulte, Jugendreferent des CVJM Ansbach: „Die erste Box stand schon im Frühjahr 2018 bei uns im Laden.“
Der Laden verdiene zwar damit nichts, aber die Aktion sei gut und unterstützenswert. Im Lauf der Jahre sammelte man im Weltladen über 1000 Handys. Zu dem Zeitpunkt, als dieser die Urkunde erhielt, waren es exakt 1037, wie Oberbürgermeister Thomas Deffner bestätigte.
Es sei eine tolle Geschichte, wenn man sehe, was drinsteckt. Er nahm gezielt Bezug auf Kupfer. Der Reiz liegt für ihn auch im Kleinen: „Gerade die kleinen Dinge machen am Ende den Unterschied.“
Auch der evangelische Dekan Dr. Matthias Büttner begrüßte das Engagement und nannte es „eine super Sache“. Gleichzeitig wies der Theologe auf ein häufiges Problem hin. Viele Handys lägen so lange in der Schublade, dass man sie gar nicht mehr einschalten könne, da das Ladekabel fehlt oder der Akku defekt ist. Überdies frage man sich: Was passiert mit den gespeicherten Daten auf den Mobiltelefonen?
Schulte konnte beruhigen: Die eingesandten Geräte zerlege man professionell und nutze sie ausschließlich, um Rohstoffe zu gewinnen. „Die Firmen, die das übernehmen, sind nicht an Daten interessiert – sie wollen an die Rohstoffe ran.“
Insgesamt wurden durch die „Handy-Aktion“ bereits über 3,9 Millionen Geräte gesammelt, wie es hieß. Der Materialgewinn sieht folgendermaßen aus: 35 Tonnen Kupfer, 580 Kilo Silber und 97 Kilo Gold.
Wer sein abgelegtes Telefon abgeben möchte, kann das weiterhin im Weltladen tun. Eine neue Box ist bereits in Vorbereitung. Jedenfalls „ist schon wieder ordentlich was zusammengekommen“, machte Jan Schulte deutlich.