Schon das klassische Turnier ist durch das Kräftemessen mit anderen Mannschaften etwas Spannendes. Doch wenn es dann noch Autogramme angesagter Profis gibt, ist das Handballglück für die Jüngsten perfekt. Genau dieses Glück hatten jetzt Nachwuchsspieler, die am Wochenende gegeneinander um den Sieg des Turniers beim HC Neustadt antraten.
„Die Profis sieht man sonst doch nicht“, erklärt es die zehnjährige Viola, warum so viele Knirpse den Autogrammtisch umzingeln. Sobald die eigenen Spiele abgepfiffen waren, waren sie ins Nebenzimmer geflitzt. Denn dort warten Maxim Lochmann und Hans-Lukas Willax, die für den Bundesligisten HC Erlangen Tore werfen. Gut gelaunt schreiben sie für den Nachwuchs personalisierte Autogramme oder beantworten die neugierigen Fragen der Jungspielerinnen und Jungspieler.
Wieso ist das für die Profis so wichtig? „Wir dienen den Kids als Vorbilder und Motivation.“ Hans-Lukas Willax weiß es noch genau, wie eifrig er selbst während der Handball-WM 2019 zwei dicke Ordner Autogramme gesammelt hatte. Weckt das den Wunsch, dass man später eventuell selbst mal als Profi Autogramme geben könnte? Willax lacht. Das sei der Traum gewesen, den man sich aber nicht eingesteht. Doch jetzt verteilt er die Fotos, die ihn als Profi zeigen, und es gefällt ihm, wenn das die Energien der Mädchen und Jungen weckt. Es gefällt ihm sogar, obwohl die Erlanger am Vortag auswärts angetreten waren und die Teambusse wegen des Schnees erst gegen 1 Uhr nachts Erlangen erreichten.
Maxim Lochmann hat ebenfalls Spaß, weil die Kleinen solche Begeisterung zeigen und sich über die Autogramme wie die Schneekönige freuen. Lochmann ist Ukrainer und über die klassische Handballhochburg Großwallstadt nach Erlangen gekommen. Dass die Knirpse den Tisch umlagern, ist für ihn toll. Immerhin daddeln sie nicht den ganzen Tag auf dem Smartphone.
Selbst das Glücksrad dürfen die Bambinis drehen. Dort gibt es Schlüsselbänder oder Sticker zu gewinnen, sogar Freikarten für die Handball-Kids und vergünstige Tickets für die Eltern. Ist da nicht die Gefahr groß, dass die talentierten Jungen und Mädchen des HC Neustadt schnell die echte Bundesligaluft durch die Jugendmannschaften des HC Erlangen schnuppern und wechseln? „Das wäre völlig okay“, lacht Ramona Frank, Vorsitzende des HC Neustadt.
Denn zwischen den zwei Handballclubs ist es das berühmte Geben und Nehmen. So würden die Profis etwa Trainings für Vereine leiten oder durch die Schulen ziehen. Und deswegen freut es Frank, wenn es manche Sportler des HC-Nachwuchses schaffen, dass sie für höherklassige Mannschaften spielen dürfen. „Die sollen für die Profis spielen, statt 20 Tore pro Spiel für den HC Neustadt zu werfen.“