Sie alle haben ein Herz für „ihre“ Stadt, sie alle spüren aber auch die Sorgen und wirtschaftlichen Nöte und haben deshalb eine Aktion zur Belebung der Innenstadt ins Leben gerufen: Insgesamt 19 Händler und Ladenbetreiber gehen mit dem Projekt „Ein Herz für ...“ auf die Kunden zu. Im besten Fall kann daraus ein auffälliges Gesamtkunstwerk entstehen.
Wer in den beteiligten Geschäften bis zum Ende des Aktionszeitraumes am 22. Februar einkauft, erhält ein kleines, knallrotes Herz dazu. Das kann dann je nach Wunsch ganz individuell beschriftet und vielleicht auf dem Heimweg am Bauzaun vor dem Schloss am Karl-Burkhardt-Platzes befestigt werden. 1300 Stück der Fotokarten in Herzform wurden von einem ortsansässigen Bürohaus dafür produziert.
Das Vorbild der Aktion ist klar: In vielen Großstädten in ganz Europa hängen inzwischen kleine Vorhängeschlösser an Brücken, Brunnen oder Geländern und ergeben im besten Fall eine Art liebenswertes Gesamtbild. So einen „Hingucker“ wünschen sich die Initiatoren auch für Ansbach.
„Wir haben unkompliziert an einen Platz gedacht, an dem viele Menschen vorbeikommen“, erklärt Ladeninhaberin Elke Knöbl, warum die Wahl ausgerechnet auf den Karl-Burkhardt-Platz fiel. Dort versteckt sich seit Jahren die Fassade der Residenz hinter einem Gerüst, direkt an einem der Haupteingänge in die Fußgängerzone.
Was die Macher der Aktion unerwähnt lassen, aber natürlich ein netter Beifang ist: Sonderlich attraktiv ist dieser Eingangsbereich zur Innenstadt in diesen Tagen nicht, womöglich könnte gerade diese Aktion rund um den Valentinstag mitten ins Herz von Besuchern wie Einheimischen treffen. Meinen die Initiatoren und liefern dafür ein Argument.
„Die Welt ist doch hektisch und negativ genug“, findet Elke Knöbl, und die Goldschmiedin sagt das so, als könne sie das Bild mit Hunderten beschrifteter Herzen an dem bislang tristen Bauzaun schon direkt vor sich sehen. Schön, zweifellos.
Aber, weil ein bisschen Realität für eine gründliche Bürokratie selbstredend unabdingbar ist: Die Genehmigung für die herzliche Initiative hat sich das Team im Vorfeld natürlich eingeholt.
An dem Metallzaun könnten den Ausführungen der Gruppe gemäß nicht nur liebevolle Botschaften Platz finden, etwa an den eigenen Partner oder an Familienmitglieder – genauso gut könnten auch kleine Grußadressen an Freunde oder grundsätzlich „positive Gedanken“ auf den Herzen verewigt werden.
„Sätze, die glücklich machen“, fasst Knöbl augenzwinkernd zusammen. „Glücklich“ und der Einzelhandel in der Ansbacher Altstadt: keine ganz konfliktfreie Beziehung. Dennoch, oder vielmehr gerade deswegen, soll mit Aktionen wie dieser „netten Geste für Kunden“ weiter die Werbetrommel gerührt werden. Ladenbesitzerin Edith Thiemer hat dafür einen schönen Satz gefunden: „Miteinander schaffen wir Herzensangelegenheiten.“
Und weil derartigen Kampagnen nicht verhallen sollen, warten weitere Ideen nur darauf, über das Jahr verteilt umgesetzt zu werden. Der Vorteil derartiger Charmeoffensiven: geringe Kosten und leichte Umsetzbarkeit. „Ein Herz für...“ schlägt doch in jedem Menschen.