Es ist alles sehr festlich, strahlend, historisierend bestens informiert und begeisternd, was das Kammerorchester Basel im Orchesterkonzert 3 musikalisch treibt.
Es geht – wie so oft in der Musikepoche des Barocks – um Gebrauchsmusik am Hofe. Das Bachwochenpublikum in der voll besetzten Orangerie bekommt hiervon einen lebendigen Überblick.
Fasch – Bach – Telemann bilden die programmatisch reizvolle Trias dreier Zeitgenossen für dieses Gute-Laune-Konzert.
Das Kammerorchester Basel setzt bereits mit Johann Friedrich Faschs D-Dur-Ouvertüre mit hinreißender, schwingender Frische einen munteren Auftakt. Alles Tanzmusik oder was? Die Baseler Spielleute laden in Faschs Suitensätzen mit aufgekratztem rhythmischen Impetus und strahlendem Trompetenglanz fröhlich-festlich zum Tanze.
Diese Vitalität ist ein Markenzeichen des fabelhaften Baslers Ensemble, das ebenso bunt spielt, wie die Damen des 26-köpfigen Orchesters sich kleiden. Es passt ins künstlerische Klangbild, dass der Italiener Giovanni Antonini dieses Orchester für die geplante Einspielung aller Symphonien Haydns ausgewählt hat: Das verspricht Lebendigkeit und Inspiration. Für Freude und Fröhlichkeit steht auch Bachs vierte Orchestersuite in D-Dur, BWV 1069, die den Abend beschließt. Bach klingt hier teils wie Telemann, wie Fasch oder ist es umgekehrt?
Die Basler formieren sich zu einem einzigen, präzisen Orchesterinstrument mit mannigfachen Registern, das der Konzertmeister Stefano Barneschi auf der Violine leitet.
Alle Musizierenden schwingen hier in durchgängiger Aufmerksamkeit, ja, Achtsamkeit miteinander. So sind Linien und Kadenzen bestens hörbar. Der letzte Suitensatz „La Réjoussance“ ist eine musikalische Rakete wie Händels gleichnamiger Satz aus der „Feuerwerksmusik“. So kommt noch ein großer „Barocker“ indirekt ins Spiel.
Der Umgang der Basler untereinander wirkt ausgesprochen freundlich, respektvoll und herzlich beim begeisterten Schlussbeifall. Da scheinen im Orchesteralltag Freude und hochprofessionelles Engagement und Können die Arbeit zu dominieren.
Ungemein beredt sind auch die beiden Concerti: Bachs c-Moll-Konzert, BWV 1060 R, für Oboe, Violine und Streicher mit Andreas Helm als Barockoboen-Solist hat mit Stefano Barneschi sichtlich Spaß am teils virtuosen Duettieren. Elegant sind die Pizzikati vom Tutti im „Largo“ als Begleithintergrund gesetzt. Die melodische Linie setzt sodann einen weichen Klangteppich, der die Solisten noch deutlicher hervortreten lässt – ein eleganter Hörgenuss!
Georg Philipp Telemanns F-Dur-Concerto, TWV 53:F1, für drei Violinen ist das Werk eines Tausendsassas, der mit allen Stilen seiner Zeit zu jonglieren weiß. So ist der begeisternde Eindruck, der von den drei meisterlichen Orchestersolisten (Stefano Barneschi, Anna Troxler und Eva Miribung) ausgeht. Da zeigt sich italienische Virtuosenmanier, vergnügtes Wetteifern, deutsche Melodiegebung, berührendes Singen im Terzett des Largos und Händel´sche Inspiration im Fugato-Vivace.
„Preise dein Glücke, gesegnetes Ansbach“ war da, frei nach Bachs Kantatentitel, freudig angestimmt, trug durchs Konzert hinaus in die Sommernacht und durch den Bachwochen-Glanz der ehemaligen Residenzstadt.