Die Grüne Jugend Bayern lehnt den Vorschlag aus der Grünen-Landtagsfraktionsspitze zur Einführung eines verpflichtenden „Freiheitsdienstes“ für alle strikt ab. Die Idee eines verpflichtenden Dienstes für alle widerspreche „fundamental unserem grünen Grundsatzprogramm, das auf Freiheit und Selbstbestimmung basiert“, heißt es in einer Erklärung des Landesvorstands der Grünen Jugend. Der Vorstoß stehe in klarem Widerspruch zu den Grundwerten der Partei, er sei ohne Abstimmung mit der Parteijugend und ohne interne Debatte veröffentlicht worden.
Fraktionschefin Katharina Schulze und der innenpolitische Sprecher Florian Siekmann hatten am Wochenende einen verpflichtenden sogenannten Freiheitsdienst für alle vorgeschlagen: Alle Frauen und Männer sollen irgendwann zwischen 18 und 67 Jahren sechs Monate Dienst tun - entweder Wehrdienst, Dienst im Bevölkerungsschutz, bei Feuerwehr oder Hilfsorganisationen oder sechs Monate Gesellschaftsdienst. Die Mindestdauer von sechs Monaten soll entweder am Stück oder zeitlich gestreckt erfüllt werden können. Wer Wehr- oder Zivildienst geleistet hat, soll befreit werden, ehrenamtliches Engagement, das dem sozialen Gesellschaftsdienst entspricht, soll angerechnet werden.
„Mit dem Freiheitsdienst stärken wir die Widerstandskraft unserer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft, sichern unsere Verteidigungsbereitschaft und führen die Generationen zusammen“, heißt es im Konzept der beiden.
Die Grüne Jugend kritisiert diese Wortwahl und hält dagegen, eine Gesellschaft werde nicht durch Dienstverpflichtungen widerstandsfähiger, sondern durch soziale Gerechtigkeit, Teilhabe und echte Zukunftsperspektiven. „Statt Menschen zu verpflichten, sollten wir Ehrenamt und gesellschaftliches Engagement durch bessere Rahmenbedingungen attraktiver machen“, sagte Jonas Turber, Sprecher der Grünen Jugend Bayern. „Wir brauchen eine angemessene Vergütung für Freiwilligendienste, flexible Engagement-Möglichkeiten und eine Anerkennung in Ausbildung und Studium.“
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