Gut etabliert hat sich das Format „Grüne Couch – reden miteinander statt übereinander“ des Amts für Landwirtschaft, Ernährung und Forsten Ansbach (AELF). Besonders groß war das Interesse bei der letzten Veranstaltung zu: Fünf Jahre nach dem Volksbegehren „Rettet die Biene“ – wo stehen wir?“
Der Saal im Landgasthof Bergwirt war fast bis auf den letzten Platz gut gefüllt. Auf der grünen Couch Platz genommen haben Günther Felßner, Präsident des Bayerischen Bauernverbands, Richard Mergner, Vorsitzender vom Bund Naturschutz in Bayern und Maria Noichl, Europaabgeordnete und Vorsitzende des Deutschen Verbands für Landschaftspflege. Die Veranstaltung moderierte Wolfgang Kerwagen, Leiter des Amts für Landwirtschaft, Ernährung und Forsten Ansbach.
Bei dem Format gehe um zentrale, gesellschaftsrelevante Themen und es lebe von der Gemeinschaft, sagte Susanne Feicht vom AELF. Das Volksbegehren „Rettet die Bienen“ ist so ein gesellschaftsrelevantes Thema. Es war das erfolgreichste Volksbegehren in der Geschichte des Freistaats Bayern – über 1,7 Millionen Menschen machten sich auf den Weg in die Rathäuser und trugen sich für „Artenvielfalt und Naturschönheit in Bayern – Rettet die Bienen“ ein. Ziel war, den Artenschwund zu stoppen.
Günther Felßner sagte, dass die Landwirte das Volksbegehren damals als ungerecht empfunden hätten. „Wir tun viel, der Rest der Gesellschaft hat nicht geliefert“, stellte der Präsident fest.
Das Artensterben sei nicht gestoppt, so Richard Mergner. Es gebe „große, ausgeräumte Landschaften wegen Biogas im Landkreis Ansbach“, so der BN-Vorsitzende. Maria Noichl forderte eine „anständige Honorierung“ für den Aufwand, den die Landwirte betreiben. Es reiche nicht aus, was Bauern für nachhaltiges Wirtschaften bekämen, schloss sich Richard Mergner an. Günther Felßner sagte, das Problem sei eine „Überbürokratisierung in allen Bereichen“ – alleine für Gewässerrandstreifen gebe es sieben verschiedene Gesetze.
Für ihn benötige es beim Artenschutz vier Säulen in der Landwirtschaft für die Zukunft: das Sicherstellen von Nahrungsmitteln, die Energiegewinnung, die Verwendung nachwachsender Rohstoffe für Kunststoffe beispielsweise und der Ressourcenschutz.
Auch nach fünf Jahren habe sich nichts geändert, sagte Landwirt Richard Ittner aus Weigenheim (Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim). Aber nicht nur die Landwirte seien bei dem Thema gefragt. „Viele Menschen mähen ihren Rasen alle zwei Wochen und haben Steingärten“, so der Landwirt. Es sei die ganze Gesellschaft gefordert.
Am Ende hatten die Zuhörerinnen und Zuhörer noch Zeit, Fragen zu stellen. Wolfgang Kerwagen bat mit Blick auf die fortgeschrittene Uhrzeit darum, sich kurz zu halten, doch einige nutzten die Gelegenheit, ihrer Meinung Luft zu machen. „Dialogformate in Präsenz sind sehr wichtig für unsere Gesellschaft“, war ein Fazit der Veranstaltung von Susanne Feicht im Nachgang.