Das Kind glüht plötzlich, ist schlapp und abgeschlagen, hat keinen Appetit: Die durch Influenza-Viren ausgelöste echte Grippe ist – im Unterschied zu einer oft harmlos verlaufenden Erkältung – eine ernsthafte Erkrankung. Eltern machen sich schnell Sorgen, wenn das Kind so krank ist. Was jetzt wichtig ist:
Die echte Grippe beginnt in den meisten Fällen ganz plötzlich. Eltern können besonders auf diese typischen Anzeichen achten:
Zeigt das Kind in Zeiten einer Grippewelle grippeähnliche Symptome, nehmen Eltern am besten Kontakt mit ihrer kinderärztliche Praxis auf, so die Empfehlung auf „Kindergesundheit-info.de“, einem Portal des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG).
Für eine zuverlässige Diagnose sind Laboruntersuchungen notwendig. Dafür nimmt die Kinderarztpraxis zum Beispiel einen Nasen- oder Rachenabstrich.
Eltern können für eine erste Einordnung auch Kombi-Selbsttests aus Apotheke oder Drogerie für zu Hause nutzen, wenn das Kind eine richtige Anwendung zulässt. Laut Robert Koch-Institut (RKI) erkennen Antigentests aber nicht zuverlässig alle Influenzaerkrankungen.
Damit ansonsten gesunde Kinder bei einer Influenza wieder fit werden, genügen „Kinder- & Jugendärzte im Netz“ zufolge in der Regel einige Tage Bettruhe. Eltern können ihren Kindern bei Bedarf schmerzlindernde und fiebersenkende Mittel verabreichen, um das Allgemeinbefinden zu bessern - am besten in Rücksprache mit der Kinderarztpraxis. Zudem wichtig: genug trinken.
Antibiotika helfen bei einer Influenza übrigens nicht, da die Erkrankung durch Viren hervorgerufen wird. Falls es infolge der Grippe zusätzlich zu bakteriellen Infektionen der Atemwege mit einer Lungenentzündung kommt, muss die Infektion aber in der Regel mit Antibiotika behandelt werden.
Grippeviren sind sehr ansteckend. Den wirksamsten Schutz gegen Influenza bietet eine Impfung. Sind Eltern also geimpft, kann sich die Situation zu Hause etwas entspannter darstellen.
Familien sollten während der Erkrankung im Haushalt dennoch auf Hygieneregeln achten, um möglichst zu verhindern, dass sich weitere Mitglieder anstecken. Also:
Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte weist darauf hin, dass schwere Erkrankungsverläufe vorwiegend ältere Menschen sowie chronisch Kranke und andere Patienten mit geschwächtem Immunsystem betreffen. Eltern sollten deshalb darauf achten, dass ihre Kinder während der Krankheit keinen Kontakt zu den Großeltern haben.
Wie das BIÖG informiert, empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) die jährliche Grippeimpfung allen Kindern ab 6 Monaten, die durch eine Vorerkrankung ein höheres Risiko für einen schweren Verlauf der Grippe haben.
Zu den relevanten Vorerkrankungen zählen unter anderem chronische Krankheiten der Atmungsorgane, Herz- oder Kreislauferkrankungen, Leber- oder Nierenkrankheiten oder auch Diabetes oder andere Stoffwechselkrankheiten.
Eltern sollten mit den behandelnden Ärztinnen und Ärzten ihres Kindes sprechen, ob das Kind einer Risikogruppe angehört oder aus anderen Gründen geimpft werden soll. Generell ist eine Grippeimpfung Experten zufolge auch dann noch sinnvoll, wenn die Grippewelle bereits läuft.
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