Das Konzept funktioniert: Die Messe „Nature & Family” auf dem Areal der Firma BGU im Ansbacher Stadtteil Brodswinden hat am Sonntag viele Menschen angelockt. Zeitweise musste man schon einige Zeit suchen, um einen Stellplatz für sein Auto zu finden.
BGU-Chef Daniel Stiegler ist sehr dankbar, dass eigentlich alle Betriebe in der Nachbarschaft seines Baumaktes mitziehen und ihre Gelände als Parkplächen zur Verfügung stellen. „Wir nutzen fast alles, was möglich ist.”
Mit rund 30 Ausstellern sei die Messe im Vergleich zum Vorjahr noch einmal größer geworden. „Ein bisschen Kapazitäten für weiteres Wachstum haben wir noch, aber nicht mehr viel”, stellte der Geschäftsmann fest. Er freut sich, dass seine Idee, eine Messe rund ums Thema Nachhaltigkeit und Familie, so gut angenommen wird.
Entstanden ist das Konzept in der Corona-Zeit. Der Kindergarten Lenauweg, der alljährlich einen großen Kinderbasar organisiert hat, bekam aufgrund der Abstandsregelungen Probleme. Statt abzusagen, kam es zur Kooperation mit der BGU, die den Flohmarkt für gebrauchte Kinderbekleidung nach Brodswinden holte und mit einer Messe kombinierte, die alle Facetten der Nachhaltigkeit beleuchtet.
„Das ist keine Hausmesse mit unseren Lieferanten”, stellte Daniel Stiegler klar. Die Aussteller kommen aus der Region und zeigen, was sie zu bieten haben. Das Autohaus ist ebenso vertreten wie Holzlieferant Rettenmaier aus Wilburgstetten, der die Messe nutzte, um seine bald auf den Markt kommenden Vollholzmöbel nach dem Ikea-Prinzip darzustellen.
Die Kinder konnten – unter Anleitung versteht sich – selbst einen Bagger steuern und hatten riesigen Spaß dabei, den eigens aufgeschütteten Kieshaufen in eine neue Form zu bringen. Sie konnten sich in einer Hüpfburg austoben, Alpakas streicheln oder auch kleine Plüsch-Alpakas basteln.
Die Erwachsenen erfuhren am gemeinsamen Stand von Stadt und Landkreis Ansbach viel Interessantes zum Thema Energiesparen oder ein paar Meter weiter die Studienmöglichkeiten an der Hochschule in Triesdorf oder auch, was der Nahversorgerladen Tante Anna in der Ansbacher Altstadt alles anbietet. Ein Photovoltaik-Experte erläuterte, welche Möglichkeiten erneuerbare Energien heute bereits bieten, Wohlfühl-Düfte und ein Überblick über die verschiedenen Angebote für junge Familien rundeten das Angebot ab.
Oberbürgermeister Thomas Deffner war voll des Lobs über das Gesamtpaket. „Ich finde es toll, was die BGU hier auf die Beine gestellt hat.” Auch der Basar mit Kinderkleidung und Spielsachen passt aus seiner Sicht hervorragend zum Themenkomplex Nachhaltigkeit. Schließlich würden die Klamotten auf diese Weise viel länger genutzt.
Daniel Stiegler beklagte im Zusammenhang mit dem Messetag die noch immer starren Regelungen im Freistaat Bayern, wenn es um die Sonntagsöffnung von Geschäften geht. Sein Ladengeschäft durfte erst um 13 Uhr öffnen, obwohl die Messe selbst bereits um 11 Uhr los ging. „Das verstehen die Besucher doch nicht”, ist Stiegler überzeugt und schüttelte den Kopf.
Aus seiner Sicht wäre es viel einfacher gewesen, bei der Überarbeitung des Ladenschlussgesetzes jeder Kommune freizustellen, bis zu vier Sonntagen im Jahr verkaufsoffen zu machen. „Das wäre unbürokratisch. Kein Einzelhändler will jeden Sonntag öffnen.”