Nachdem Gollhofens amtierender Bürgermeister Heinrich Klein auf eine erneute Kandidatur verzichtet hatte, gestaltete sich die Suche nach einem Nachfolger oder Nachfolgerin erst einmal schwierig. Erst kurz vor Bewerbungsschluss wurde Jürgen Trabert nominiert.
Bei der offiziellen Nominierungsversammlung in Gollhofen hatte sich nach langer Suche zwar ein Kandidat gefunden, der hatte aber am Mogen danach zurückgezogen. Die Suche begann von Neuem.
Die Hoffnung, in Gollachostheim eine Kandidatin oder Kandidaten zu finden, zerschlug sich rasch. Zudem erklärten sich als einziges zwei Frauen bereit, auf die Liste für den Gemeinderat zu kandidieren. Rein formal ist die Gollachostheimer Liste somit eine von landkreisweit nur zwei reinen Frauenlisten.
Als Bürgermeisterkandidat ist nun Jürgen Trabert nominiert. Der 56-jährige Landwirtschaftsmeister gehört dem Gemeinderat bislang nicht an. Dass auf ihn einiges an Arbeit wartet, ist ihm bewusst. „Ich muss mich erst einarbeiten“, meint er. Seine Aufgaben sieht er erst einmal darin, begonnene Projekte zu Ende zu bringen. Deshalb habe er auch vorerst keine neuen Ziele.
In Gollhofen läuft die Dorferneuerung mit Sanierung der Bundesstraße 13. Ein großer Brocken für den Gemeinderat wird das Projekt Alte Ziegelei sein. Das gilt es für ihn, in irgendeiner Form weiterzuführen. Denn es geht um die Suche nach einem Investor oder um die Frage der Nutzung. Auch ein Abriss sei letztendlich nicht ausgeschlossen.
Und es gibt auch Dinge, deren Sinn er nicht ganz einsieht. Die Rekultivierung der Deponie zum Beispiel, die 1,5 Millionen Euro kosten soll. Es sei kein schlechtes Material eingebaut worden. Und dann ist da noch die Zauneidechse, die umgesiedelt werden müsste, obwohl sie sich auf dem Areal, so wie es ist, anscheinend wohlfühlt.
Neben diesen baulichen Dingen ist es Trabert ein Anliegen, die Gemeinschaft und den Zusammenhalt zu fördern. Damit seien auch die beiden Ortsteile gemeint.
Sieben Frauen und drei Männer treten auf den beiden Listen insgesamt an, was eine Frauenquote von 30 Prozent bedeutet. Das Durchschnittsalter beträgt gut 46 Jahre, rund ein Jahr höher als der Landkreisdurchschnitt.
Mit statistischen 1,25 Bewerbungen je Ratssitz hat Gollhofen die niedrigste Kandidatendichte unter allen 38 Kommunen im Landkreis. Nur zwei Nominierte werden keinen Ratssitz erringen. Das kleine Bewerberfeld in Gollhofen hat im Übrigen zum Effekt, dass jetzt schon klar ist: Im Gemeinderat werden mindestens fünf Männer und mindestens eine Frau sitzen.
Zum Vergleich: 2020 waren es die gleichen beiden Listen mit 13 Nominierten. Das war auch schon vor sechs Jahren – wenn auch nur knapp – der geringste Andrang auf die Ratssitze. Das Durchschnittsalter der Kandidierenden betrug gut 42 Jahre. Fünf der acht amtierenden Räte kandidieren erneut, fünf der zehn standen 2020 nicht zur Wahl.
Noch eine Besonderheit: Die Gollachostheimer Liste geht mit nur zwei Personen in die Wahl, was es sonst nirgends im Landkreis gibt und was als Handicap eingestuft werden muss: Mit jeder Listenstimme verlieren die Gollachostheimer ein Viertel ihres Stimmenpotenzials. Theoretisch ist der Fall denkbar, dass der nur zweiköpfigen Gollachostheim-Liste drei Mandate zustünden. Dann bliebe einer der acht Ratssitze für die Dauer der neuen Legislaturperiode unbesetzt.