Der Goldene Meisterbrief der Handwerkskammer für Mittelfranken geht in diesem Jahr an zwei verdiente Handwerker aus Emskirchen und Hemmersheim. Laut einer Mitteilung der Kreishandwerkschaft (KHS) Fürth wurden Herbert Dünisch und Josef Kreußer in der Jahresversammlung der Bäcker-Innung Fürth-Neustadt ausgezeichnet.
Obermeister Karl Gräf überreichte die Urkunden persönlich im „Haus des Handwerks” in Fürth – mit deutlichen Worten der Anerkennung: „Sie haben das Bäckerhandwerk in Ihrer Region seit vielen Jahren geprägt wie kaum jemand sonst.“
Sieben Generationen unter einem Dach: Die Bäckerei Dünisch an der Marktstraße 7 in Emskirchen besteht seit 1786 – und Herbert Dünisch, 61 Jahre alt, führt sie seit 1990 als sechster Inhaber in direkter Familienfolge. Seit 2024 steht und sitzt mit Sohn Michael bereits die siebte Generation aktiv in Backstube, Verkauf und Büro.
Dünisch brachte von Beginn an das nötige Rüstzeug mit: Schon als Junggeselle gewann er den Leistungswettbewerb in Mittelfranken und belegte bayernweit den dritten Platz in seinem Fach. 1990 absolvierte er die Meisterprüfung im Konditor- und Bäckerhandwerk, übernahm gemeinsam mit seiner Ehefrau Heike den Familienbetrieb und baute ihn stetig aus. Im Juni 2007 wurden die Verkaufsräume und das Café grundlegend umgestaltet.
Im wöchentlichen Wechsel bietet die Bäckerei, laut Gräf, 30 verschiedene Brötchen- und 18 Brotsorten an, darunter ein „Metabolic-Balance-Brot” und ein „Wasserschutzbrot”. Letzteres ist kein Zufall – 2020 hatte Regierungspräsident Dr. Thomas Bauer die Bäckerei Dünisch zur ersten Wasserschutz-Bäckerei Mittelfrankens gekürt. Viele Produkte werden regelmäßig mit der Goldmedaille des Deutschen Bäckerhandwerks prämiert, informiert die Bäcker-Innung. Neben dem Hauptsitz in Emskirchen betreibt die Familie inzwischen auch eine Filiale am Bahnhof in Hagenbüchach.
Handwerk, wie es einmal war: Josef Kreußer, 60 Jahre alt, führt seine Bäckerei an der Dorfstraße 23 in Hemmersheim. Der Betrieb ist urkundlich seit 1881 belegt, befindet sich aber wohl schon deutlich länger in Familienbesitz. Kreußer lernte sein Handwerk von Grund auf: Zunächst absolvierte er seine Bäckerlehre in der Bäckerei Friedel in Rothenburg, anschließend ab 1986 eine Konditorlehre in der Konditorei Kemmer nahe des Würzburger Doms. 1988 übernahm er den Betrieb vom Vater, 1990 folgte nach Meisterkurs und Meisterprüfung an der Fachschule Lochham der Meisterbrief.
Das Spezialgebiet: „Noch richtige handwerkliche Herstellung“, sagt Josef Kreußer. Sieben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind heute im Familienbetrieb beschäftigt – neben dem Chef und seiner Ehefrau Margit auch der 31-jährige Sohn Tobias, der 2015 seine Gesellenprüfung als Innungsbester abgeschlossen hatte. Besonders gefragt seien bei den Kundinnen und Kunden die traditionellen spitzen „Kipf”-Brötchen.
Aufträge fehlen Kreußer nicht: „Uns geht die Arbeit nicht aus”, sagt er. Dennoch beobachtet er eine Entwicklung mit Sorge: Selbst auf dem Land westlich von Uffenheim greifen immer mehr Kunden zu Discount-Backwaren im Kiosk oder an der Tankstelle statt zum handwerklich hergestellten Brot vom Bäcker um die Ecke.
Zur Ehrung gratulierten neben Obermeister Gräf auch der stellvertretende Obermeister Rainer Hieronymus aus Markt Taschendorf sowie die anwesenden Innungsmitglieder. Thomas Mörtel, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Fürth, würdigte die Familientraditionen beider Betriebe und stellte fest: „Ihre Lebensleistung in Ihrer langen Selbstständigkeit kann gar nicht genug gewürdigt werden.”