Die Bad Windsheimer scheinen alles in allem zufrieden zu sein in ihrer Stadt. In der Bürgerversammlung zumindest äußerten die 28 Besucher im Rathaus nur wenig Kritik. Einen Wunsch hatten aber viele: mehr Parkplätze.
Er sei froh, dass die Bürger „so gnädig“ mit ihm gewesen sind, sagte Bürgermeister Jürgen Heckel am Ende. Dennoch: „Ich möchte mich bei Ihnen entschuldigen.“ Bad Windsheim habe sich gerade von seinem „schlechten Ruf“ im Umland erholt – jetzt sei man gerade drauf und dran, diesen wieder herzustellen.
„Das, was bei uns im Stadtrat gerade abgeht, ist unmenschlich. Es ist beschämend, was hier eingezogen ist.“ Es gebe kein Miteinander mehr. „Der Wahlkampf muss beendet werden“, sagte Heckel. Ihm würden „Knüppel in den Weg“ geworfen. Wertschätzende Debatten vermisse er schon lange. „Ich bin ein Bad Windsheimer Kind. Ich brenne für die Stadt. Zum Wohle der Bürgerinnen und Bürger muss sich etwas ändern – an mir wird’s nicht liegen.“
Zuvor hatte Stadtbaumeister Ludwig Knoblach einen groben Überblick zu den Baumaßnahmen, die in den kommenden Jahren anstehen, gegeben. Heckel fügte nach jedem Punkt Informationen an, die ihm noch wichtig erschienen. „Bis zur Landesgartenschau (LGS) 2027 ist noch viel zu tun“, sagte Heckel. So manches könne eventuell nicht mehr rechtzeitig umgesetzt werden.
Skeptisch blickte er auf den Zeitplan für den Umbau des Bahnhofsgebäudes zum Inklusionscafé. Man habe mit der Bahn zwar eine Lösung gefunden, erst im Januar werde sich aber entscheiden, ob alles so klappen wird wie angedacht. Man sei bereits drei bis vier Monate in Verzug, so Heckel. Knoblach erläuterte, dass im Gebäude bereits mit Maßnahmen, die ohne Baugenehmigung gemacht werden dürfen, begonnen wurde.
Ungeachtet dessen, ob das Entree für Bahnreisende 2027 attraktiv sein wird, machte Birgit Grübler, Geschäftsführerin der Landesgartenschau Bad Windsheim 2027 GmbH, deutlich: „Glauben Sie uns, die Landesgartenschau 2027 in Bad Windsheim findet statt und wir freuen uns alle riesig darauf.“ Mit dieser „klaren Botschaft“ wolle sie „Gerüchte“ aus dem Weg schaffen, die in den vergangenen Wochen kursierten, weil mittlerweile gleich zwei Geschäftsführer, die die Landesgartenschau Bayern entsandt hatte, hingeschmissen haben.
Im Hintergrund seien die Vorarbeiten bereits „sehr weit“ fortgeschritten. Für Bad Windsheim sei die LGS, vom 29. April bis 3. Oktober 2027, eine „Riesenchance“. Von Projekten und Maßnahmen würden die Bürger noch über Generationen hinweg profitieren, erläuterte Antonetta Schwesinger-Volkmar, die sich ums Marketing kümmert. Sie und Grübler gaben einen Überblick zu geplanten Projekten mit konkreten Daten zum derzeit geplanten Start der Bauarbeiten. Die Garagen in der Bad Windsheimer Erkenbrechtallee wurden vergangene Woche abgerissen, einer der ersten, auch für die Bürger sichtbaren Schritte, so Grübler.
Freilich seien all diese Bauarbeiten nicht ohne Lärm und Einschränkungen für die Bad Windsheimer umzusetzen, „aber ohne das wird es nicht möglich sein, etwas zu verändern“, stellte Grübler klar und appellierte, Verständnis zu zeigen. Sie versprach, so früh wie möglich über Anstehendes zu informieren: „Wir nehmen Sie mit.“
Dr. Roland Palmer aus der Seniorenresidenz wollte wissen, ob es schon sicher sei, dass der Boulevard in der Erkenbrechtallee bis zur Seniorenresidenz erweitert werde. Heckel sagte dazu, dass ihm bereits der vom Stadtrat gewünschte Kostenvoranschlag für einen Ausbau bis zum Krankenhaus vorliege. „Das können wir vergessen.“ Man werde verschiedene „Lose machen“ und entscheiden, ob man sich den Ausbau bis zur Seniorenresidenz überhaupt leisten kann, wenn die Angebote da sind.
Gerhard Rossmann wollte wissen, welche Bereiche der Landesgartenschau eingezäunt werden. Es werde sicher Abschnitte geben, diese würden aber erst noch festgelegt, betonte Bürgermeister Heckel. Bad Windsheimer und „Bewohner der Region“ würden aber Jahreskarten zu „sehr, sehr vergünstigten Preisen“ erhalten.
Einen Fragenkatalog hatte Hans Löffler im Vorfeld an Heckel geschickt. Er wünscht sich zum Beispiel, dass Parkverbotsflächen an Einmündungen markiert werden. Gerade im Bereich Immelmannstraße, Richthofenstraße und Berliner Straße werde alles zugeparkt. „Es ist eine einzige Katastrophe mit den Parkenden“, sagte Löffler. Alles zu markieren sei nicht möglich. Der Geschäftsleitende Beamte Jürgen Boier wies auf die Straßenverkehrsordnung hin, in der alles geregelt sei.
An Müllentleerungstagen komme das Tonnen-Problem hinzu, die „Fußwege versperren“. Dass es in dem Bereich ein Parkproblem gebe, das wisse er, so Heckel. Eine Lösung dafür habe er nicht. Er werde sich vor Ort ein Bild machen, „aber Helikoptermülltonnen gibt es leider nicht“.
Das generelle Parken im Häspelein und in der Erkenbrechtallee sprach Jürgen Büchner an. Dass dort nur noch zwei Stunden lang geparkt werden darf, könne er nicht nachvollziehen. „Da parkt keiner nur zwei Stunden.“ Stattdessen schlug er vor, Anwohnerparkplätze auszuweisen. Die Stadt sei nicht verantwortlich dafür, Anwohnerparkplätze zur Verfügung zu stellen, jeder müsse privat für seine Stellplätze sorgen, sagte Heckel.
„Was ist da erst bei der Landesgartenschau los? Ich hab’ jetzt schon keinen Parkplatz“, sagte eine Besucherin, die ihren Namen nicht nennen will. Es werde eine Lösung mit Großparkplätzen und Shuttlebussen geben, erklärte der Bürgermeister.
Joachim Steidl fragte nach dem Parkhaus, das für die LGS einmal angedacht war. „Mittel- und langfristig werden wir um ein Parkdeck nicht rumkommen. Kurzfristig können wir uns das nicht leisten.“ Der Vorschlag aus der Runde, die Parkplätze am Kur- und Kongress-Center um eine Etage aufzustocken, werde seitens der Stadt bereits geprüft. Man wisse um die Problematik, versicherte Heckel: „Wir sind dran.“