In der Stadt steht ein weiterer wichtiger Meilenstein in Sachen Digitalisierung an: Die GlasfaserPlus hat für 2024 eine zweite Ausbautranche in ihr Ausbauprogramm aufgenommen. Für Oberbürgermeister Dr. Markus Naser ist das ein Glücksfall.
Nachdem seit Ende des vergangenen Jahres im Stadtgebiet um den historischen Kern bereits für rund 4600 Haushalte Glasfaser-Anschlüsse bis ins Haus (FTTH) gebaut werden, ist einer Pressemitteilung zufolge auch der Glasfaserausbau in der Altstadt vorgesehen. Dadurch erhalten weitere rund 2200 Haushalte Zugang zum Netz der Zukunft mit gigabitfähigen Internetanschlüssen.
Bürgerinnen und Bürger könnten so von Bandbreiten bis ein Gigabit pro Sekunde profitieren und alle bekannten Anwendungen problemlos nutzen, schreibt die Telekom in ihrer Mitteilung und verspricht, dass in Zukunft noch höhere Geschwindigkeiten möglich sein werden.
Ende des Jahres 2021 hatten der Oberbürgermeister und Erwin Rieger (Leiter Außendienst Infrastrukturvertrieb Süd-Ost Telekom) die Absichtserklärung zum Glasfaserausbau unterzeichnet. Die Kosten des Ausbaus trägt dabei die Telekom.
„Für unsere weltberühmte Rothenburger Altstadt ist die Versorgung mit Glasfaser ein Glücksfall“, sagte Naser gegenüber der Redaktion. Er freut sich, dass die Stadt von Anfang an dabei sei, was den Ausbau in historischen Altstädten betrifft. Er weiß um die Bedeutung solcher Anschlüsse, um nicht als abgehängt zu gelten.
Wenn in „der wunderschönen Altstadt mit ihren 500 bis 600 Jahre alten Häusern modernste Glasfaser einzieht“, bedeute dies „höchst attraktives Wohnen“ und gute Bedingungen für Berufe, in denen mit großen Datenmengen gearbeitet werde. Dies wolle die Stadt auch bewerben.
Nachdem die Baukolonnen im Außenbereich derzeit arbeiten und sie in manchen Bereichen schon fertig sind, freut sich der Oberbürgermeister auf den Baubeginn in der Altstadt im nächsten Jahr.
Behinderungen durch die Arbeiten – wie zum Beispiel aktuell in der Galgengasse – sieht er nicht auf die Bewohnerinnen und Bewohner der Altstadt zukommen. Für den Glasfaserausbau werde ein schmaler Graben benötigt, zudem verliefen die Arbeiten ziemlich schnell.
„In Lichtgeschwindigkeit surfen, stabil streamen oder per Video kommunizieren ist schon lange kein Luxus mehr, sondern für mehr und mehr Menschen Basis ihres täglichen Lebens“, wird Jens Berwig, Chief Commercial Officer bei GlasfaserPlus, in der Pressemitteilung zitiert.
Mit dem Ausbau des Glasfasernetzes werde darum konsequent die Verbreitung einer Versorgungsstruktur vorangetrieben, die auch den ländlichen Raum an der Digitalisierung teilhaben lasse.
Laut Rieger gilt auch für den zweiten Bauabschnitt, dass bei einer Buchung eines Glasfasertarifs während der Ausbauphase der Anschluss kostenfrei ist. Interessierte könnten bereits jetzt aktiv werden und sich via Internet vormerken lassen (www.telekom.de/highspeed-interesse).
Die GlasfaserPlus, ein Joint Venture zwischen der Deutschen Telekom und dem IFM Global Infrastructure Fund, benötige in diesem Fall lediglich eine Genehmigung, den Anschluss herstellen zu dürfen, weil die Arbeiten dafür auf Privatgrund geschehen, hieß es. Für den Ausbau in Rothenburg hat die Telekom bereits angekündigt, das Netz der GlasfaserPlus nutzen zu wollen.
Offen stehen soll dieses, wie Rieger gestern auf Anfrage der Redaktion erklärte, aber nicht nur der Telekom, sondern auch anderen Anbietern der Branche. Aktuell liefen Verhandlungen mit dem Ziel, alle großen Marken auf dieses Netz zu bringen. Da der Ausbau für die Altstadt erst im Jahr 2024 starte, „gehen wir davon aus“, so Rieger, dass bis zur Fertigstellung auch andere Betreiber über das Netz buchbar seien.