Der Umbau der Schlossgaststätte zum Kindergarten liegt weiterhin im Kostenrahmen. Das erklärte jedenfalls Architektin Luise Fröhlich, als sie am Montagabend im Stadtrat einen Sachstandsbericht zu dem Projekt gab. Ein bisschen wahlgekämpft wurde von den Räten dabei auch.
Im Ratsgremium interessierten vor allem die Kosten und der Zeitrahmen. Bei den Kosten konnte Fröhlich berichten, dass man momentan noch unter dem Voranschlag liegt. Im Förderantrag war eine Summe von fast 2,7 Millionen Euro angegeben, rief die Architektin in Erinnerung. Ausgegeben beziehungsweise für die Restarbeiten eingeplant sind bislang fast 2,5 Millionen Euro.
Die etwa 200.000 Euro, die somit derzeit noch als Polster da sind, waren für Eventualitäten bei der Sandsteinsanierung eingerechnet. Dieser Teil der Sanierung ist bereits in Arbeit. Bislang sind besagte Eventualitäten nicht eingetroffen. Was allerdings noch nicht eingepreist ist, sind die Außenanlagen, wie aus einer Bemerkung Fröhlichs hervorging.
Mehrkosten, so antwortete die Architektin auf eine Frage aus der Ratsrunde, musste man bislang bei der Anlagentechnik verzeichnen. Dafür müsse man etwa 125.000 Euro mehr ausgeben als im Voranschlag stand. Der dritte Bürgermeister Dr. Berthold Krabbe (SPD) nutzte Fröhlichs Ausführung zum bislang nicht benötigten Puffer für einen Hinweis, dass die Sanierung dann nicht nur eine, sondern sogar 1,2 Millionen Euro günstiger werde, als es ein kompletter Kindergartenneubau gewesen wäre.
„Das Hauptdach war schon ziemlich schlecht beieinander”, berichtete Fröhlich. Insbesondere rund um den Kamin sei einiges an Holz kaputt gewesen. Die Zimmerer sind am Werkeln. Nächste Woche, so kündigte die Architektin an, werde das Baugerüst schon ein wenig zurückgebaut werden können. Dann kommt die Mansarde an die Reihe.
Auch die Steinmetzarbeiten kommen voran. Es wird von oben nach unten gearbeitet. Fröhlich hoffte, dass das Gerüst auf der Straßenseite noch vor Weihnachten komplett zurückgebaut werden kann. Den Sockelbereich der Sandsteinfassade werde man dann im Frühjahr angehen.
Der neue Anbau habe bereits eine Decke und ist behelfsmäßig so weit dicht, dass der Elektriker im Innern die Kabel verlegen kann. Im Altbau sind die Böden sowohl im Erdgeschoss als auch im ersten Stock, im einstigen Tanzsaal, schon in Arbeit und teils fertig.
Bei der Frage nach dem Zeitrahmen stellte die Architektin eine Fertigstellung im kommenden Sommer in Aussicht und ergänzte: „Wenn wir dranbleiben, klappt das sehr wahrscheinlich.” Die Prognose „sehr wahrscheinlich” schob Fröhlich auf eine Kritik von ÜWG-Obmann Dr. Gerhard Heim nach, der die Zeitangabe als „schwammiges Drumrumgerede” einstufte. Sein hörbarer Unmut rührt, so erläuterte er, von den Erfahrungen mit der Altstadtsanierung her. Bei dieser „schwant uns, dass das nie und nimmer fertig wird”, sagte Heim mit Blick auf das Stadtjubiläum im kommenden Juni, das als Zielpunkt für die Altstadtsanierung galt.
Der Zeitrahmen für die Altstadtsanierung war auch CSU-Fraktionssprecher Theo Schell wichtig. Beim Kindergartenumzug sei der Zeitdruck hingegen nicht so groß. Denn der Umbau des Alten Amtsgerichts, in dem der Kindergarten bislang untergebracht ist, lasse ja auch noch auf sich warten.
Angesichts verschiedener unterschwelliger Spitzen in einzelnen Redebeiträgen betonte Bürgermeister Claus Seifert, es sei „die verdammte Pflicht” des Ratsgremiums, kritisch nachzufragen. Das sei auch völlig okay, denn in den Rat gehöre die Debatte auch. Heim versicherte indes die Loyalität seiner Fraktion. Die ÜWG hatte sich zwar einen anderen Standort gewünscht, sagte Heim, doch habe man auch immer betont: „Nachdem die Entscheidung gefallen ist, werden wir nicht torpedieren, sondern unterstützen.” Der ÜWG-Obmann merkte auch an: „Ob der Standort tatsächlich geeignet ist, werden letztendlich die Eltern und die Qualität der Betreuung entscheiden.”
Den Sachstand fasste Seifert positiv zusammen: „Wir sind in der Nähe von dem, was wir uns erhofft hatten.” Das Stadtoberhaupt bekannte aber auch, dass es in ihm rumort. Das betreffe vor allem die Kritik, die von außerhalb des Rates kommt und mit einer „Giftigkeit” geäußert wird, „die ich nie und nimmer erwartet hätte”. Da sei von „altem Glumb” die Rede, das man besser abreißen solle. „Ich darf schon sagen, dass mir das wehtut.”
Für den Rat gelte aber, dass er sich „mehr um das bauliche Erbe einer Stadt kümmern muss, als die Leute draußen” es anscheinend im Sinn haben, so Seifert. Für ihn als Zugezogenen seien „gerade diese viele schönen alten Gebäude eine dieser Besonderheiten”, die Scheinfeld zu bieten habe.