Gesprächsbedarf bei der Dorferneuerung Oberlaimbach | FLZ.de

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Veröffentlicht am 24.09.2024 20:00

Gesprächsbedarf bei der Dorferneuerung Oberlaimbach

Am ehemaligen Oberlaimbacher Schulhaus, das zum barrierearmen Dorfgemeinschaftshaus umgebaut werden soll, wurden gestern Pflegearbeiten an der begrünten Fassade vorgenommen. Die baulichen Sanierungsarbeiten liegen hingegen noch in einiger Ferne. (Foto: Andreas Reum)
Am ehemaligen Oberlaimbacher Schulhaus, das zum barrierearmen Dorfgemeinschaftshaus umgebaut werden soll, wurden gestern Pflegearbeiten an der begrünten Fassade vorgenommen. Die baulichen Sanierungsarbeiten liegen hingegen noch in einiger Ferne. (Foto: Andreas Reum)
Am ehemaligen Oberlaimbacher Schulhaus, das zum barrierearmen Dorfgemeinschaftshaus umgebaut werden soll, wurden gestern Pflegearbeiten an der begrünten Fassade vorgenommen. Die baulichen Sanierungsarbeiten liegen hingegen noch in einiger Ferne. (Foto: Andreas Reum)

Es ging eigentlich nur um Formalien, als der Scheinfelder Stadtrat am Montagabend über zwei Details zur Dorferneuerung in Oberlaimbach zu entscheiden hatte. Daran entspann sich allerdings eine grundsätzliche Diskussion über die Ausrichtung des Gesamtvorhabens.

Die Stadt sieht jedenfalls Gesprächsbedarf mit dem Amt für Ländliche Entwicklung (ALE). Die Behörde hat bei den Dorferneuerungen den Hut auf und steuert auch erkleckliche Summen bei. Für die Vorhaben in dem gemeinschaftlichen Verfahren für Unter- und Oberlaimbach waren ursprünglich gut zwei Millionen Euro ins Auge gefasst worden, wovon das ALE in etwa die Hälfte übernähme.

Ein Gutteil davon ginge allerdings schon für den barrierearmen Umbau des alten Schulhauses zum Dorfgemeinschaftshaus drauf. Auf rund 550.000 Euro veranschlagte Architekt Bernd Krampe dieses Vorhaben zuletzt. Eine Summe, die den Räten und auch der Dorfgemeinschaft einigen Schreck in die Glieder jagte. „Da sind uns schon die Kinnladen runtergefallen“, bekannte CSU-Fraktionssprecher Theo Schell.

Für Zieländerungen ist Absprache nötig

Sowohl Schell wie auch ÜWG-Sprecher Dr. Gerhard Heim und Dominic Treuheit seitens der SPD stellten den Umfang des Dorfhausprojekts mehr oder minder deutlich in Frage. Das könnte eine Schwerpunktverschiebung in der Dorferneuerung bedeuten, wie auch Bürgermeister Claus Seifert erläuterte. Er führte dazu aus, dass das Verfahren „sehr formalistisch“ sei. Wenn man die Ziele verändern wolle, so bedürfe dies der Absprache mit dem ALE.

Dort, so räumte der Bürgermeister ein, halte man allerdings wenig von einer grundsätzlichen Planänderung. Ein Gespräch wird es aber offenbar dennoch geben. Seifert führte dazu aus, dass sich in Oberlaimbach in den vergangenen Jahren Wesentliches geändert habe. Insbesondere seien in dem Stadtteil zahlreiche Kinder geboren worden. In der Folge habe sich das Dorfleben verstärkt zum Spielplatz hin an den südöstlichen Ortsrand verlagert. Dem müsse man auch bei der Dorferneuerung Rechnung tragen, fand Seifert.

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Damit deutete er an, dass das für Oberlaimbach entwickelte Konzept der „neuen Mitte“ auch aus seiner Sicht nicht mehr den Stellenwert hat wie bei dessen Präsentation vor vier Jahren. Die Dorfmitte sei zwar „schnucklig“, doch sei wegen der Kinder der Bereich am Spielplatz für eine Entwicklung „eigentlich ideal“ und „familientauglich“.

Dorfhaus weiterhin auf der Wunschliste

Zur angestrebten Klausurtagung mit dem ALE mit dem Ziel einer Schwerpunktänderung erklärte der Bürgermeister: „Ich glaube nicht, dass wir das komplette Kind mit dem Bade ausschütten und komplett bei null wieder anfangen.“ Dennoch gab Treuheit zu bedenken: „Es muss jedem klar sein, dass es zu weiteren Verzögerungen kommen kann.“

Schell und Heim betonten beide, dass das Dorfhaus nach ihrem Eindruck weiterhin auf der Wunschliste der Oberlaimbacher steht. Aber man brauche „nicht diesen Schnickschnack“, fasste Schell die Stimmungslage im Dorf zusammen.

Heim fügte an, dass sich die Frage der Priorisierung auch in Unterlaimbach stelle. Dort herrsche derzeit „Verunsicherung, was mit dem alten Schulhaus passiert“. Es befindet sich im Besitz der evangelischen Kirche. Ein Erwerb der Immobilie durch die Stadt erscheint aktuell unwahrscheinlich, ging aus der Ratsdebatte hervor. In beiden Dörfern werde jedoch „deutlich kritisiert“, dass die Dorferneuerung seit langem ohne vorzeigbares Ergebnis diskutiert wird, ergänzte Heim.

Bislang wurde noch „kein Stein umgedreht“

Die Planungen ziehen sich seit Jahren. Im November 2017 wurde das Verfahren offiziell eingeleitet. Gebaut wurde bislang noch nichts. Dass die langwierigen Planungen aber nicht gänzlich fruchtlos geblieben sind, deutete Seifert an, denn immerhin: „Wir haben für die meisten Dinge schon eine Maßnahmenkennziffer.“

Etwas sarkastisch merkte Seifert an: „Wenn wir schon keine Steine umdrehen, wählen wir wenigsten wieder Vorstände.“ Vor zwei Monaten wurde der Vorstand der Teilnehmergemeinschaft neu gewählt (für Unterlaimbach Richard Noack, Johannes Krafft, Kathrin Meiser und Kathrin Mühlberger; für Oberlaimbach Hans Wehr, Monika Dreßlein und Hans Ramming). Die Stadt ist mit Bürgermeister Seifert vertreten, beziehungsweise – wie am Montag einstimmig beschlossen wurde – mit Vizebürgermeister Klaus Luckert als Stellvertreter.

Das Steineumdrehen rückt indes nun doch näher. Das Ratsgremium billigte eine Vereinbarung mit dem ALE zum Abriss einer Garage im Ortszentrum und zum Anlegen einer Stichstraße samt Parkplatz. Die Kosten dafür sind auf gut 40.000 Euro veranschlagt.

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