Geplantes großes Umspannwerk bei Scheinfeld: Bürger kritisieren Standort | FLZ.de

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Geplantes großes Umspannwerk bei Scheinfeld: Bürger kritisieren Standort

In Hohlweiler weisen zwei großformatige Transparente auf Widerstand gegen das geplante Umspannwerk beziehungsweise dessen Größe hin. (Foto: Andreas Reum)
In Hohlweiler weisen zwei großformatige Transparente auf Widerstand gegen das geplante Umspannwerk beziehungsweise dessen Größe hin. (Foto: Andreas Reum)
In Hohlweiler weisen zwei großformatige Transparente auf Widerstand gegen das geplante Umspannwerk beziehungsweise dessen Größe hin. (Foto: Andreas Reum)

Das vom Stromnetz-Konzern Tennet geplante neue Umspannwerk bei Scheinfeld stößt in den Ortsteilen Hohlweiler und Oberlaimach auf große Vorbehalte. Eine Interessengemeinschaft (IG) hat sich gebildet, die hauptsächlich den Standort, aber auch die Größe des Projekts in Frage stellt.

Seit einigen Tagen machen zwei großformatige Transparente an der Staatsstraße in Hohlweiler auf den Protest aufmerksam, der sich in den beiden Stadtteilen formiert hat. Die Interessengemeinschaft hat sie drucken und aufstellen lassen. Zehn weitere solcher Plakate sollen folgen, kündigte Karl Vogel an. Er wohnt in Hohlweiler und gehört zu der Interessengemeinschaft, die sich nach einem Auftakttreffen Mitte August mittlerweile regelmäßig trifft.

Demonstration gegen die Pläne im Gespräch

Als weitere Aktionen sind bedruckte Kleidung und eine Demonstration in Erwägung. Im Vorfeld der nächsten Ratssitzung am Montag will man vor dem Rathaus auf das Anliegen der IG hinweisen: Die Bürgerinnen und Bürger befürchten, dass die voraussichtlich etwa 25 Hektar große Anlage sehr nahe an die beiden Dörfer heranrückt.

Vogel macht deutlich, dass es der IG nicht darum geht, ein neues Umspannwerk zu verhindern. Das Hauptproblem ist der Standort. Es sollte dort errichtet werden, „wo es niemanden stört”, formuliert Vogel. Und da wollen sich die Hohlweilerer und Oberlaimbacher möglichst frühzeitig rühren. Denn genaue Lagepläne sind noch nicht bekannt, wohl aber, um welche Grundstücke es sich handeln soll. Deren Grenzen liegen aus Sicht der Bürgerschaft zu nahe an den Siedlungen.

Hohlweiler Bürger hoffen auf Einsicht bei Tennet

Doch hofft die Interessengemeinschaft, dass Tennet sich da noch flexibel zeigt und das Projekt deutlich von der Wohnbebauung wegrückt. Jedenfalls ist dies der Eindruck, den IG-Vertreter aus einem Gespräch mitgenommen haben, das vor kurzem in Scheinfeld stattfand. Daran nahmen neben Tennet und vier Bürgern aus den beiden Ortschaften auch die beiden Bürgermeisterstellvertreter Klaus Luckert und Dr. Berthold Krabbe teil sowie die Energieversorger N-Ergie und Bayernwerk, hieß es aus IG-Kreisen.

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Unklar sei dabei jedoch geblieben, warum das Umspannwerk so riesig werden soll. Tennet hat die Größenordnung der benötigten Fläche bereits bestätigt – etwa 35 Fußballfelder, wie die IG umrechnet. Eine Antwort auf das Warum sei das Unternehmen bislang noch schuldig geblieben. Zwar würden für die im Steigerwald in den kommenden Jahren geplanten etwa zwei Dutzend Windräder zusätzliche Stromeinspeisekapazitäten benötigt. Dafür würde jedoch ein weitaus kleineres Umspannwerk völlig ausreichen, lautet der Kenntnisstand der IG.

Das Umspannwerk als Sicherheitsrisiko?

Vogel merkt noch einen weiteren Aspekt an: Solche Großanlagen seien potenzielle Angriffsziele für feindlich gesinnte Kräfte, also in dieser Hinsicht ein Sicherheitsrisiko.

Tennet hat inzwischen auf den offenkundigen Informationsbedarf der Bürgerschaft reagiert. Der Konzern kündigte für den Mittwoch, 8. Oktober, einen „Infomarkt” an. In der Wolfgang-Graf-Halle soll sich zwischen 15.30 und 20 Uhr jedermann über das Vorhaben informieren können. Dabei stünden Planer und Experten an verschiedenen Informationsständen für Gespräche bereit, hieß es seitens des Unternehmens.

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