Geburtstags-Ausstellung für Ingrid Hennig in Dinkelsbühl | FLZ.de

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Veröffentlicht am 02.11.2024 07:10

Geburtstags-Ausstellung für Ingrid Hennig in Dinkelsbühl

Ingrid Hennig in der Ausstellung im Haus der Geschichte neben ihren abstrakten Arbeiten. (Foto: Roman Kocholl)
Ingrid Hennig in der Ausstellung im Haus der Geschichte neben ihren abstrakten Arbeiten. (Foto: Roman Kocholl)
Ingrid Hennig in der Ausstellung im Haus der Geschichte neben ihren abstrakten Arbeiten. (Foto: Roman Kocholl)

Ihr Markenzeichen ist die Vielseitigkeit. Ingrid Hennig beherrscht sehr unterschiedliche, bisweilen gegensätzliche Malstile. Davon können sich die Besuchenden der Ausstellung „Happy Birthday, Ingrid Hennig!“ im Haus der Geschichte in Dinkelsbühl einen Eindruck verschaffen.

Es müssen bewegende Zeiten gewesen sein damals in den 1970er Jahren, als Ingrid Hennig in Dinkelsbühl gelandet war. Als Kunsterzieherin wirkte sie am hiesigen Gymnasium. Die Umbrüche dieses Jahrzehnts wirkten unmittelbar auf die junge Lehrerin ein. Die Lehrpläne sollten gewaltig durchgelüftet werden. Es wehte ein neuer Geist.

Ein fortschritlicher Schuldirektor

Wenn Ingrid Hennig, die inzwischen ihren 80. Geburtstag gefeiert hat, auf diese Zeit zurückblickt, sagt sie: „Ich saß zwischen zwei Stühlen.“ Da war zum einen ihr Studium für das Lehramt der Bildenden Kunst in München, wo die ein oder andere moderne Strömung gerne mal als Utopie abgekanzelt wurde. Und plötzlich fand sie sich an einer Versuchsschule in Dinkelsbühl wieder, an der man – wie sie berichtet – offen für Neues war.

Der Schuldirektor sei sehr fortschrittlich gewesen. In allen Fächern, nicht nur in den Kernfächern, sollten Leistungskurse angeboten werden. Hier war die damals 27-Jährige gefordert. Man kann sagen, dass sie damals in Bayern an der Spitze der Entwicklung stand. Bis 1983 leitete sie die Kunst-Leistungskurse am Dinkelsbühler Gymnasium. Neben der pädagogischen Arbeit nahm sie sich auch Zeit für das eigene künstlerische Wirken. Zunächst in der Altstadt von Dinkelsbühl, aber auch auf Reisen in nahe und ferne Länder.

Grosse Vielfalt der Stile

Beim Gang durch die Retrospektive im Ausstellungsraum im Haus der Geschichte kann man über die Vielfalt ihrer Stile nur staunen. Da sind zum einen Bleistiftzeichnungen, die die junge Künstlerin in eher altmeisterlicher Manier ausgeführt hat. „Ich war grafisch orientiert“, sagt Ingrid Hennig beim Betrachten ihrer frühen Arbeiten.

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Nur wenige Meter davon entfernt hängen Werke, die an den Stil von Victor Vasarely erinnern. Dazwischen tauchen Landschaftsmotive, Porträts oder auch das Deutschordensschloss in Dinkelsbühl auf. Es finden sich Arbeiten frei nach Jackson Pollock und abstrakte Darstellungen.

Papierschnipsel aneinander geklebt

An einer anderen Wand hängen die „missglückten Werke“ – hier hat die Künstlerin Bilder zerschnitten und die Papierschnipsel in einer Art Rastercollage aneinander geklebt. Mit dieser Methode hat sie eine ganz neue Bildsprache kreiert.

Was ihr denn näher steht: das gegenständliche Malen oder das abstrakte? „Ich weiß es nicht, das kann ich selber nicht beurteilen“, sagt die 80-Jährige, die im Laufe ihres künstlerische Wirkens immer offen für neue Strömungen war und an der Leinwand vieles ausprobiert hat. Bis heute ist Ingrid Hennig aktiv und zählt zu den Mitgliedern der Dinkelsbühler Künstlergruppe Art+Farbe.

Die Ausstellung ist noch zu sehen bis 10. November.

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