Die Bauarbeiten am Gebäude der Agentur für Arbeit Ansbach-Weißenburg gehen in die Zielgerade. „Wir sind super im Zeitplan und fast fertig”, sagt Pressesprecher Lukas Schliepkorte. Wichtiger Bestandteil: eine Photovoltaikanlage mit 150,92-Kilowatt-Peak-Leistung. Was verspricht sich die Agentur von ihr?
Baustart an dem Anwesen in Ansbach war Ende Mai 2024, wie der Sprecher informiert. Als damals geplantes Ende nennt er den 1. Mai 2026. Diesen Termin „halten wir, und er umfasst aber auch die Grünanlage”, die das Projekt im kommenden Jahr abrunden soll: bienenfreundlich und naturnah. Ebenfalls im Plan bleibe die Agentur mit der PV-Anlage, die Ende des laufenden Jahres noch ans Netz gehen soll.
Die reine Photovoltaikfläche betrage hier 685 Quadratmeter. Die Agentur erwartet sich von ihr 154.000 Kilowattstunden im Jahr, was 770.000 Kilometern von E-Autos entspricht, wie Lukas Schliepkorte ausführt. Dies übererfülle das, was man jährlich verbrauche, bedeute aber nicht, dass man dies zu 100 Prozent decken könne.
Zu bestimmten Zeiten produziert die Anlage also mehr Strom, als man braucht, und zu anderen Zeiten erwirtschaftet sie weniger, als man benötigt. „Ein Speicher ist nicht machbar, aber nichts geht verloren.” Die Agentur speise ins Netz ein.
Der Autarkiegrad liege bei mehr als 45 Prozent. „Wir haben schon jetzt eine Wallbox, aber die läuft natürlich bald über unseren eigenen Strom.” Die Dienstfahrten von Kolleginnen und Kollegen mit der hauseigenen E-Auto-Flotte funktionierten damit auf Dauer, zumindest in den Sommermonaten, mit diesem Strom.
Eng verzahnt sind bei dem Projekt laut Lukas Schliepkortes Worten zwei Dinge: die PV-Anlage zu installieren und das Dach zu sanieren. Bislang verfügte das Gebäude von 1987 über ein Aludach. „Es hatte eine Mindestlebensdauer von 30 Jahren, die also schon überschritten war”, legt der Sprecher dar. Es sei auch teilweise undicht gewesen. Es ist nun durch ein Kupferdach ersetzt.
Außerdem spricht der Agenturvertreter von undichten Fallrohren, die im Hausinnern in den Treppenhäusern verbaut waren. Im Zuge dessen zu sanieren, habe man sie jetzt nach außen verlegt, um Feuchtigkeitsquellen im Innern zu vermeiden, also eine Investition in Nachhaltigkeit.
Einen weiteren Anlass nennt er Mängel am hölzernen Ständerwerk, das zu faulen gedroht habe. Deshalb habe es aufwendige Dachstuhlarbeiten gegeben, und man habe das gesamte Blech ersetzt. „Das waren 2000 Quadratmeter Blechdachfläche.”
Die Dachkonstruktion anzufassen, sei ohnehin nötig gewesen. „Die PV-Anlage muss ja installiert werden.” Beim alten Dach hätte man bohren müssen, was nach kurzer Zeit ein unglaubliches Risiko für eine Feuchtigkeitsbrücke bedeutet hätte. Jetzt habe man hier – ohne diese Gefahr – an den Verbindungspunkten des Kupfers verschrauben können.
Die Anlage wiederum wollte die Agentur zum einen einrichten, weil sie hinter den Klimazielen der Bundesregierung und der Bundesagentur für Arbeit steht, wie Lukas Schliepkorte betont. Aber sie habe zum anderen auch gesetzliche Vorgaben zu erfüllen gehabt.
Die Dacharbeiten seien inzwischen nahezu abgeschlossen. Durch die Photovoltaikanlage spart die Agentur gemäß seinen Worten 72 Tonnen Kohlendioxid im Jahr. Eine Tonne entspricht der Klimaschutzorganisation Myclimate Deutschland zufolge 3300 Kilometern mit einem Benzinauto.
Die Gesamtkosten, um das Dach zu sanieren, die PV-Anlage einzurichten und die Grünanlage herzustellen, liegen laut den Angaben des Agentursprechers bei 5,4 Millionen Euro. Es sei viel Geld, das man aber nicht leichtfertig ausgebe.
Der Werkstoff Kupfer sei deutlich langlebiger, und die PV-Anlage amortisiere sich voraussichtlich spätestens nach elf bis zwölf Jahren. „Man kann ganz stark davon ausgehen, dass die wesentlich länger hält.” Außerdem arbeiten in dem Gebäude gut 250 Menschen, und es gibt 176 Büros und eine große Eingangszone, wie er unterstreicht.
„Abgesehen von der reinen Menschenzahl haben wir auch einfach sehr viel unter einem Dach.” Neben der Agentur selbst mit dem Berufsinformationszentrum (BIZ) erwähnt er das Jobcenter Stadt Ansbach als Mietkunden und die regionale Familienkasse. Fast alle Firmen, mit denen die Agentur bei dem Projekt zusammenarbeitet, seien regional.