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Für mehr Wasserschutz: Was den Weizen aus dem Landkreis NEA so besonders macht

Johannes Dornberger und Alexander Unger sind Mitglieder der Initiative „Wasserschutzweizen“. In „Ungers Backstube“ in Westheim wurden sie für ihr Engagement ausgezeichnet – (von links): Katharina Schwab, Johannes Dornberger, Alexander Unger, Kerstin Kemmer-Schaller und Katrin Fugger. (Foto: Helmut Meixner)
Johannes Dornberger und Alexander Unger sind Mitglieder der Initiative „Wasserschutzweizen“. In „Ungers Backstube“ in Westheim wurden sie für ihr Engagement ausgezeichnet – (von links): Katharina Schwab, Johannes Dornberger, Alexander Unger, Kerstin Kemmer-Schaller und Katrin Fugger. (Foto: Helmut Meixner)
Johannes Dornberger und Alexander Unger sind Mitglieder der Initiative „Wasserschutzweizen“. In „Ungers Backstube“ in Westheim wurden sie für ihr Engagement ausgezeichnet – (von links): Katharina Schwab, Johannes Dornberger, Alexander Unger, Kerstin Kemmer-Schaller und Katrin Fugger. (Foto: Helmut Meixner)

Grundwasser ist die Quelle für unser Trinkwasser. Deshalb muss es gut geschützt werden. Bäckereien und Landwirte aus dem Landkreis haben sich deshalb auf den Weg gemacht, den Weizen für das Brot besonders umweltschonend anzubauen. Nun erhielten sie dafür eine Auszeichnung der Initiative „Wasserschutzweizen” vom Bezirk.

Beim Anbau von Getreide bringen Landwirte Stickstoffdünger in der Regel in drei Gaben aus. Im Boden wird der Stickstoff in Nitrat umgewandelt, welches dann über das Grundwasser in die Trinkwasserbrunnen gelangen kann. Besonders groß ist diese Gefahr in Franken, hieß es beim Pressetermin, da oft nur eine dünne Schicht schützenden Mutterbodens über dem klüftigen Untergrund liege. Die Initiative „Wasserschutzweizen” setzt sich für den Schutz des Trinkwassers ein und verbindet Wasserversorger, Müller, Bäcker und Wasserschutz-Landwirte.

Zu den mittelfränkischen Partnern zählen die Fernwasserversorgung Franken, die Litz-Mühle aus Gremsdorf (Landkreis Erlangen-Höchstadt), die Wasserschutz-Landwirte Johannes Dornberger aus Illesheim, Thomas Gareis aus dem Markt Taschendorfer Ortsteil Birkach, Rainer Ramming aus Diespeck und Michael Schrüffer aus Weigenheim. Die vier Landwirte verzichten nach eigenen Angaben beim Anbau ihres Weizens bewusst auf die letzte Stickstoffdüngung und reduzieren in der Folge die Nitratbelastung des Grundwassers. Das in der Mühle erzeugte, getrennt von anderem Getreide vermahlene Mehl wird ausschließlich von Wasserschutzbäckereien verwendet.

Vier Bäckereien aus der Region nehmen teil

Bislang verarbeiten vier Bäckereien in der Region dieses spezielle Mehl: die Bäckerei Unger aus dem Illesheimer Ortsteil Westheim, die Landbäckerei Dünisch aus Emskirchen, die Landbäckerei Hieronymus im Markt Taschendorfer Ortsteil Obersteinbach sowie Guldens Backstube in Erlangen. „Mit der Verwendung regionaler Rohstoffe, verbunden mit dem handwerklichen Know-how der Bäcker, bekennen sich die Wasserschutz-Bäckereien nicht nur zu ihrer Heimat, sondern sie tragen zudem zur Sicherung von Arbeitsplätzen vor Ort bei”, heißt es seitens der Wasserschutzweizen-Initiative.

Nun statteten Kerstin Kemmer-Schaller, Projektleiterin der Aktion Trinkwasser bei der Regierung von Mittelfranken, Katrin Fugger vom Sachgebiet Wasserwirtschaft sowie Projektkoordinatorin Katharina Schwab vom Forschungsinstitut für biologischen Landbau in Würzburg ihren regionalen Projektpartnern für den Grundwasserschutz einen Besuch ab. Sie überreichten die offizielle Partnerauszeichnung der Aktion „Grundwasserschutz-Trinkwasserschutz für Mittelfranken” – verbunden mit dem Wunsch, dass zu der regionalen Wertschöpfungskette schon bald weitere Mitglieder stoßen mögen. Seit 2019 besteht das Projekt, das ursprünglich den Namen „Wasserschutzbrot” trug.

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Nach der Skepsis kam die Zufriedenheit

Bei Alexander Unger in Westheim und bei Rainer Hieronymus in Obersteinbach trafen sich deshalb die Verantwortlichen. Schwab, die für die Koordination des Projekts verantwortlich ist, erinnerte sich noch gut daran, wie vor ziemlich genau zwei Jahren der Kontakt mit Hieronymus entstanden ist. Anfangs war er noch skeptisch wegen der zu erfüllenden Dokumentationspflichten, gab Hieronymus zu. Doch er war gerne bereit, den Versuch zu starten. Nun ist der „ganz gut zufrieden” – er habe dadurch keine wirtschaftlichen Einbußen und schone nebenbei die Umwelt.

Nebenerwerbsbauer Thomas Gareis aus Birkach bewirtschaftet nach eigenen Angaben rund sechs Hektar Fläche und war durch die in der Bäckerei ausliegenden Flyer auf die Initiative aufmerksam geworden, erzählte er. Er habe sich dann dazu entschieden, mitzumachen, weil seine Äcker ohnehin im Wasserschutzgebiet liegen und die Stickstoffdüngung aus diesem Grund sowieso schwierig sei.

„Lokale Wertschöpfungsketten funktionieren”

„Am Beispiel Obersteinach zeigt sich, dass die regionale und lokale Wertschöpfungskette in Verbindung mit dem Wasserschutz als Kreislauf gut funktioniert”, resümierte Schwab. Das Mehl für die Backwaren der Bäckerei Hieronymus stammt von den Feldern des ortsansässigen Landwirts Thomas Gareis, der wiederum in der Bäckerei einkauft. Ein vollumfänglich geschlossener Kreislauf.


Von HELMUT MEIXNER UND MARTINA HINKELMANN
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