Der Haupt-, Finanz- und Wirtschaftsausschuss hat einstimmig beschlossen, die Durchführung des Frühlingsfestes in den kommenden drei Jahren auszuschreiben. Veranstaltungsort wird das ehemalige Messegelände sein. Wie es danach weitergeht, hängt von den Verhandlungen mit dem Bezirk Mittelfranken ab, der Eigentümer des Geländes ist.
Kulturreferentin Nadja Wilhelm erinnerte in der Sitzung noch einmal daran, dass der Stadtrat mit seiner Entscheidung im Januar, das Fest wegen mangelnder Vorkehrungen beim Terrorschutz von der Hofwiese aufs Messegelände zu verlegen, den Betreiber „Ansbacher Frühlingsfest GbR“ vor eine Herausforderung gestellt habe.
Die Strom-Kapazitäten und die Abwasser-Situation sei für die Schausteller nach wie vor nicht optimal, so Wilhelm, dennoch zog sie ein positives Fazit. Sowohl die Sicherheitsbehörden als auch die Betreiber hätten einen deutlichen Rückgang von im Zusammenhang mit Alkohol stehenden Delikten registriert. Es seien viel mehr Familien und sehr viele Jugendliche auf das Frühlingsfest gekommen. Wilhelm machte den großen Parkplatz in unmittelbarer Nähe dafür verantwortlich, dass mehr Familien die Veranstaltung besuchten.
Die Stadt Ansbach hat sich in diesem Jahr das Frühlingsfest 42.500 Euro kosten lassen. 23.500 Euro wurden für das Rahmenprogramm und das Marketing ausgegeben, 8000 Euro für die Infrastruktur (Stromverteilung, Wasser und Abwasser) und 11.000 Euro für die Sicherheit. Hier ging es vor allem darum, das Festgelände gegen Terroranschläge durch Fahrzeuge abzusichern.
Zum 1. August will man jetzt die Durchführung des Frühlingsfestes für die Jahre 2026 bis 2028 ausschreiben. Die Stadt Ansbach behält sich die Veranstalterrolle vor und wird das Hausrecht auf den Betreiber übertragen - ein Vorgehen nach dem Vorbild des Nürnberger Volksfestes, bei dem die Stadt Nürnberg ebenfalls Veranstalter ist.
Im kommenden Jahr wird das Frühlingsfest vom 8. bis 17. Mai stattfinden. Angesetzt werden Kosten von rund 30.000 Euro für die Stadt - 23.000 fürs Marketing, 7000 Euro für die Infrastruktur und 3000 Euro als Zuschuss fürs Kulturprogramm. Dieser Kostenrahmen soll auch in den zwei Folgejahren eingehalten werden.
SPD-Fraktionschef Martin Porzner fragte nach der Barrierefreiheit des Fest-Geländes. Nadja Wilhelm gab zu, dass das Areal „im hinteren Bereich nicht optimal” sei. Eine Befestigung des Untergrunds scheitert vorerst aber nicht nur an den Kosten. Oberbürgermeister Thomas Deffner wies darauf hin, „dass uns das Gelände ja nicht gehört”, sondern auf Erbpachtbasis vom Bezirk überlassen wird.
„Wir haben nur für die nächsten drei Jahre Zugriff auf das Gelände”, erklärte Kämmerer Christian Jakobs. Man führe Gespräche mit dem Bezirk über eine zeitliche Ausweitung. Erst danach könne man über Investitionen in die Infrastruktur nachdenken.
Grünen-Stadtrat Oliver Rühl sagte, er und andere Anwohner hätten keine Probleme mit dem Fest gehabt, sprach aber noch einmal die Möglichkeit eines Bus-Shuttles an. Kulturreferentin Wilhelm sagte dazu, das mache allenfalls bei den abendlichen Hauptveranstaltungen Sinn, nachmittags punke das Festgelände vor allem mit dem nahegelegenen Parkplatz.
BAP-Stadtrat Hannes Hüttinger wies darauf hin, dass ein Teil des Festgeländes im Überschwemmungsgebiet liege, das müsse bei der Ausschreibung Berücksichtigung finden. Diese Gedanken müsse man sich machen, stimmte OB Deffner zu. Man habe allerdings eine Vorwarnzeit von vier bis fünf Stunden und müsse notfalls das Fest vorzeitig beenden.
Für die Durchführung eines Volksfestes sei ihm dieser Platz zu schade, sagte Boris-André Meyer von der Offenen Linken. Es handele sich um ein „Filetstück in der Innenstadt”, und man habe Bedarf bei der Stadtentwicklung. „Mit welchem Ziel gehen Sie in die Verhandlungen mit dem Bezirk?”, fragte er den OB. Ziel sei es, das irgendwann als Wohnbebauung zu entwickeln, sagte OB Deffner. Doch wegen der Hochwasservorkehrungen sei das Bauen aktuell zu teuer. Und selbst wenn sich ein Investor finde, werde in den nächsten drei Jahren auf dem Gelände nichts passieren.
Der Ausschuss machte dann einstimmig den Weg für die Ausschreibung frei.