Ein Paket mit 30 Kilogramm Brot kam vor sieben Wochen beim Fotografen Joerg Lehmann in Berlin an. Nicht (nur) zum Essen, sondern um die Laibe für die Ausstellung „Brot und Krume“ in Szene zu setzen.
Die Ergebnisse der künstlerischen Auseinandersetzung mit dem liebsten Lebensmittel der Deutschen sind derzeit im Hof der Bäckerei Erbel zu sehen. Sie hängen an den Wänden von Bäckerstube und Scheune.
Die Bilder seien UV- und wasserbeständig, so der Künstler, der lange Jahre in Paris gelebt hat und dort die Kulinarik und Sterneküche schätzen lernte. Lehmann fotografierte viele Jahre für das internationale Fachmagazin Feinschmecker und wirkte an 104 Kochbüchern mit, wobei er nicht nur fotografierte, sondern das ganze kreative Setup inszenierte. Dass der Mann, der am liebsten Speisen fotografiert, mit einer Köchin verheiratet ist, ist fast schon ein Naturgesetz.
Er reiste mit den Tellern durch die ganze Welt und macht nun Station in Dachsbach. In der Gourmetwelt stieß er zwangsläufig auf Arnd Erbel, der eine bekannte Größe in der Welt des Brotes ist. Ein New Yorker Bäcker schrieb ein Buch über europäische Brotbackkunst und wollte von Lehmann wissen, welchen Bäcker er aus Deutschland dafür nehmen soll. Lehrmann schlug Erbel vor. So entstand vor rund fünf Jahren eine Freundschaft.
Michaela Erbel lud den Künstler nun dazu ein, bei der diesjährigen „Kunst im Dachsbach“ vom 11. bis 13. Juli mitzuwirken und seine naturalistischen Fotos im Kaffeehaus im Aischgrund zu zeigen. Bei den Vorbereitungstreffen entstand dann die Idee, Brot zu fotografieren und in einer eigenen Ausstellung im Hof zu präsentieren.
Rustikale Brotlaibe mit dicken Krusten inszeniert der Künstler auf Holzschemeln. Wer das Bild länger auf sich wirken lässt, erkennt ein Kreuz oder eine Weinrebe. Viel Symbolik stecke in den Fotos, so Lehmann, der so manche Bildzeichen in seinen Fotos versteckt hat. „Brot muss man nicht erklären, es verbindet uns alle“ so Lehmann. Die 30 Kilogramm Brot hat er übrigens gegessen, eingefroren und verschenkt. Sein Liebling: Würzbrot. Die Ausstellung bleibt das ganze Jahr über im Hof der Bäckerei hängen.