Wenn im Herbst die Nebelschwaden übers Land ziehen und sich die Blätter an den Bäumen verfärben, dann beginnen viele Teichwirte in der Region mit dem Abfischen ihrer oft Jahrhunderte alten Weiher. So geschehen jetzt auch in Brunn (Landkreis Ansbach), wo viele Nachbarn bei der Fischernte mithalfen.
Beim Abfischen werde sichtbar, was die Mühe und der Einsatz während des zurückliegenden Jahres an Ertrag gebracht hat, hieß es vor Ort. Schließlich spielten doch viele Faktoren im Laufe eines Jahres eine Rolle, ob es ein gutes, ein durchwachsenes oder ein schlechtes Fischjahr gewesen ist.
In diesem Frühjahr hätten die vielen Niederschläge vor allem dabei geholfen, die ausschließlich durch Regenfälle gespeisten Himmelsweiher mit Wasser zu füllen. Andererseits würden die Karpfen bei höheren Temperaturen das aus heimischem Anbau zugefütterte Getreide besser fressen.
Wärme fördere aber wiederum das Algenwachstum und damit den Sauerstoffverbrauch in den Weihern. Ein guter Zufluss oder künstliche Belüftung sorgen nach Aussage der Experten indes für die Versorgung mit dem notwendigen Sauerstoff.
Gleichwohl könnten auch Krankheiten und Störungen wie zum Beispiel von Bibern verursachte Schäden an den Weiherdämmen ebenso wie Fressfeinde das Ergebnis minimieren. Vor allem Kormorane und die vielen Reiher könnten einen Bestand dezimieren oder im Wachstum hemmen.
Neben dem Fränkischen Karpfen, der in der Region nach wie vor die Hauptfischart ist, spielen den Fachleuten zufolge Raubfische wie Hecht oder Zander, aber auch Schleien und Weißfische eine Rolle bei der Fischzucht. Dabei übernähmen die Raubfische die Rolle der natürlichen Feinde kleiner Weißfische und könnten neben den Karpfen in den gleichen Weihern gedeihen.
Und nicht zuletzt landen nicht alle Karpfen, die jetzt gefangen werden, zwangsläufig als Spezialität auf den Tellern der heimischen Gaststätten. Denn vielfach dienen die Fische – jeweils nach ihrer Größe und ihrem Gewicht – als Besatz für andere Weiher und Gewässer, um dort auf die gewünschte Größe als Speisefische heranzuwachsen beziehungsweise um auch die von Anglern gefangenen Fische zu ersetzen.