Finanzielle Engpässe: Was Sie jetzt vermeiden sollten | FLZ.de

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Veröffentlicht am 15.04.2026 09:30

Finanzielle Engpässe: Was Sie jetzt vermeiden sollten

Steigende Kosten: Viele Menschen in Deutschland machen sich Sorgen um ihre finanzielle Situation. (Foto: Fernando Gutierrez-Juarez/dpa-Zentralbild/dpa-tmn)
Steigende Kosten: Viele Menschen in Deutschland machen sich Sorgen um ihre finanzielle Situation. (Foto: Fernando Gutierrez-Juarez/dpa-Zentralbild/dpa-tmn)
Steigende Kosten: Viele Menschen in Deutschland machen sich Sorgen um ihre finanzielle Situation. (Foto: Fernando Gutierrez-Juarez/dpa-Zentralbild/dpa-tmn)

Der Iran-Krieg hat das Leben in Deutschland verteuert und viele Menschen haben Geldsorgen.

36 Prozent fürchten angesichts von steigenden Lebenshaltungskosten, dass ihre finanziellen Polster nicht ausreichen. Das zeigt eine aktuelle Umfrage im Auftrag der Auskunftei Schufa unter 1.000 Befragten. 16 Prozent haben ihre Rücklagen bereits aufgebraucht, 22 Prozent hatten keine. 

Auch wenn der finanzielle Druck groß ist und manche in angespannten Situationen zu vorschnellen Entscheidungen neigen: Es gibt einige Dinge, die Verbraucherinnen und Verbraucher bei Geldknappheit vermeiden sollten.

Geld wird knapp: Dinge, die Sie auf keinen Fall tun sollten

Grundsätzlich gilt: Lassen Sie sich weder von Kreditgebern noch von Inkassounternehmen unter Druck setzen. „Entscheiden Sie nach objektiven Kriterien, was für Sie im Moment absolut wichtig ist“, raten die Verbraucherzentralen.

Was Sie außerdem vermeiden sollten:

  1. Den Dispo ausreizen: Der Dispokredit sollte höchstens kurzfristig genutzt werden, etwa um vorübergehende Engpässe zu überbrücken. Er ist ein teurer Überziehungskredit mit oft hohen Zinsen. Sie sollten ihn daher möglichst nicht ausschöpfen.
  2. Auf unseriöse Kleinkredite hereinfallen: Auch bei großem finanziellem Druck sollten Sie keine Angebote von zweifelhaften Kreditvermittlern annehmen, die schnelle Hilfe versprechen. Im schlimmsten Fall erhalten Sie statt eines Kredits nur eine Rechnung – etwa für eine Prepaid-Kreditkarte mit zusätzlichen Abo-Kosten.
  3. Vermeintlich lukrative Nebenjobs annehmen: Angebote für schnelles Geld mit einfachen Aufgaben im Homeoffice wirken verlockend, sind aber oft unseriös. Sie können zu Identitätsdiebstahl oder finanziellen Verlusten führen, etwa durch Vorkasse-Betrug.
  4. Laufende Kredite unbedacht umschulden: Wer laufende Kreditraten nicht mehr bedienen kann, sollte kritisch prüfen, ob der Abschluss eines neuen Kreditvertrags zur Ablösung des alten Vertrags wirklich sinnvoll ist. Eine solche Umschuldung ist laut den Verbraucherzentralen nur in wenigen Fällen sinnvoll.
  5. Wichtige Verträge vorschnell kündigen: Kündigen Sie Riester-Verträge oder Lebensversicherungen nicht übereilt. Informieren Sie sich vorher und prüfen Sie Alternativen wie Beitragsreduzierung oder -freistellung. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung sollten Sie nur im absoluten Notfall kündigen.

Zahlungen priorisieren und Beratung suchen

Wenn das Geld nicht mehr für alle Ausgaben reicht, sollten Sie Ihre Zahlungen priorisieren, raten die Verbraucherzentralen. Verschaffen Sie sich dafür zunächst einen Überblick über offene Rechnungen und entscheiden Sie dann, was für die Sicherung Ihrer Existenz notwendig ist – etwa Miete, Energiekosten und Lebensmittel.

Wer Rechnungen nicht mehr bezahlen kann, sollte frühzeitig Hilfe suchen. Kostenlose oder günstige Schuldnerberatung gibt es bei staatlich anerkannten Stellen, etwa bei Wohlfahrtsverbänden, Kommunen oder Verbraucherzentralen. Auf der Website „www.meine-schulden.de“ finden Betroffene Beratungsangebote in ihrer Nähe.

© dpa-infocom, dpa:260415-930-946913/1


Von dpa
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