Feurige Rhythmen und Swing: Knabenkapelle Dinkelsbühl begeistert bei Konzert | FLZ.de

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Veröffentlicht am 02.12.2024 08:00

Feurige Rhythmen und Swing: Knabenkapelle Dinkelsbühl begeistert bei Konzert

Das Trommlerheer der Knabenkapelle: Rund 50 Jungen bildeten den passenden Sound-Teppich für den Marsch „General Lee“. (Foto: Friedrich Zinnecker)
Das Trommlerheer der Knabenkapelle: Rund 50 Jungen bildeten den passenden Sound-Teppich für den Marsch „General Lee“. (Foto: Friedrich Zinnecker)
Das Trommlerheer der Knabenkapelle: Rund 50 Jungen bildeten den passenden Sound-Teppich für den Marsch „General Lee“. (Foto: Friedrich Zinnecker)

Ein fulminantes Jahresschlusskonzert der Knabenkapelle brachte das Publikum im voll besetzten Schrannensaal in Dinkelsbühl zu wahren Applausstürmen. Ein Bekenntnis zur Kultur gab Dinkelsbühls Oberbürgermeister Dr. Christoph Hammer an diesem Abend ab, der versicherte, auch in Zeiten knapper werdenden Kassen nicht an dieser Stelle sparen zu wollen.

Der Funke sprang bereits beim Begrüßungsstück „Champions“ von Brian Connery auf die Zuhörerschaft über. Dabei stand Klarinettenlehrer Mario Hendreich am Dirigentenpult und stellte das Können der Nachwuchsmusiker unter Beweis. Bei der Nussknackersuite von Pjotr Iljitsch Tschaikowski waren nach der Ouvertüre jeweils ein Tanz aus Arabien und Russland zu hören, dazwischen tanzte die Zuckerfee.

Als Vorsitzender des Förderervereins führte Dieter Meyer humorvoll durch das Programm. Der Titel „Blasmusik spielt auf“ von Frantisek Kmoch spiegelte dabei den Leitfaden des musikalischen Abends wider. Das Medley des „Böhmischen Marschkönigs“ wurde vom großen Orchester unter Leitung von Musikdirektor Johannes Krauß schwungvoll präsentiert, ehe die Reise nach Spanien weiterging. Mit „Cataluna“ von Llano füllten feurige spanische Rhythmen den großen Saal und sollte auch an die bereits zweimal von der Knabenkapelle besuchte katalonische Stadt Barcelona erinnern.

Gastspiel in Schmalkalden

Wie Meyer berichtete, lag 2024 das Ziel der Fahrt in den Pfingstferien nach Schmalkalden in Thüringen etwas näher. Das Konzert auf dem Marktplatz des mit Dinkelsbühl freundschaftlich verbundenen Schmalkalden und auch das Abschlusskonzert in Suhl wurden durch „musikalisches Können und schmuckes Auftreten unserer Buben“ überzeugend absolviert. Von den 22.000 Euro Reisekosten für 50 Personen an vier Tagen übernahm der Fördererverein 60 Prozent, was Meyer zum Anlass nahm, für eine Mitgliedschaft zu werben.

Oberbürgermeister Dr. Christoph Hammer hatte eingangs Ehrengäste sowie alle Helfer vor und hinter den Kulissen begrüßt. Er bezeichnete die Kapelle als Botschafter der Stadt. Sie trage dazu bei, „besondere Menschen zu formen“, würdigte er deren pädagogische Arbeit. Auch in Zeiten des Sparens gelte für Dinkelsbühl: „Wir streichen keine Kultur!“

Der „Tango Surprise“ von Luigi di Ghisallo erinnerte an einen begabten Trompeter, der beim Dirigenten in Missgunst gefallen und mit einer Kuckuckspfeife ausgestattet worden war. Es folgte der Marsch „General Lee“ von Karl L. King. Der erfolgreiche hochrangige Offizier war im amerikanischen Bürgerkrieg für die Konföderierten im Einsatz. Der Marsch wurde unterstützt durch ein Heer von über 50 jungen Trommlern.

Musikalische Reise durch Ungarns Puszta

Die musikalische Reise führte das Publikum weiter in die Puszta. Die „Kleine Ungarische Rhapsodie“ von Alfred Bösendorfer beinhaltet magyarische Weisen. Dabei erklingt sowohl ein feuriger Czárdás als auch ein romantischer Mittelteil, der den Frieden nicht nur in der Puszta nachzeichnet, sondern auch die Forderung nach Frieden bei uns unterstreicht.

Solist Fabian Mühlholm ließ „Die swingende Tuba“ ertönen und entlockte ihr einen satten und fundamentalen Sound.

Mit Beifall verabschiedet wurden die vier Ausscheider Max Feurer, Lukas O’Connor, Vincent Pfahler und Kilian Ruff. Diese wiederum überreichten an ihre Musiklehrer David Álamo Gabriel, Herbert Materna, Mario Hendreich und Johannes Krauß noch jeweils ein Präsent und überraschten mit einem Saxophon-Quartett. „The Queen of Soul“ gab Einblick in die Bandbreite des musikalischen Spektrums von Aretha Franklin. Mit einem kraftvollen Medley wurde die „First Lady of Soul“ posthum geehrt.

Stehende Ovationen

Den vermeintlichen Abschluss bildete der US-Evergreen „Save the Last Dance for Me“. Stehende Ovationen des „musikalischen Publikums“ erforderten als Zugabe den „Gruß an Dinkelsbühl“ von Adolf Daeschler und nachdem der Applaus kein Ende nahm, beendete die Knabenkapelle mit dem „Frankenlied“ einen mehr als zweistündigen Musikgenuss.

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