Sie werden sicher die Blicke auf sich ziehen: Die Rede ist von den acht bunten Stühlen, die in den nächsten sechs bis acht Wochen im Bürgeramt der Stadt Feuchtwangen an der Hindenburgstraße zu sehen sind. Die Kunstwerke machen auf das Thema Kinderrechte aufmerksam und wollen zum Nachdenken anregen.
Mädchen und Jungen aus den Kindergärten Schwalbenest, Sandweg und Mosbach sowie aus dem KiM der Lebenshilfe Ansbach und die Dorfkinder St. Ulrich haben die Stühle gestaltet – im Rahmen eines Mitmach-Projekts. Dieses hatte im vergangenen Jahr die Kommunale Jugendarbeit des Landkreises Ansbach und der Kreisjugendring Ansbach anlässlich des Jubiläums „70 Jahre Kinderrechte” initiiert. Die Unikate aus Feuchtwangen waren dann zusammen mit weiteren Stühlen im Foyer des Landratsamts Ansbach ausgestellt worden.
Nach dem Ende der Schau kam die Idee auf, die „Feuchtwanger Stühle” auch in Feuchtwangen öffentlich zu präsentieren. Zum einen, um die Kinderrechte, die überall unabhängig von Herkunft, Hautfarbe, Sprache, Geschlecht und Religion gelten, sichtbar zu machen. Zum anderen, um die Kunstwerke der Kinder wertzuschätzen, wie der städtische Jugendreferent Thomas Heidecker (UBF) erklärte. Sein Dank galt daher dem Leiter des Bürgeramts, Thomas Schmidt, und dessen Team, die die Aktion unterstützen.
Es sei wichtig, dass das Thema Kinderrechte ins Bewusstsein komme und im Bewusstsein bleibe, betonte Bürgermeister Patrick Ruh. Kleine Menschen haben genauso Rechte wie große Menschen. Der Rathauschef wies auch auf den in der Stadt geplanten Platz der Kinderrechte hin. Der favorisierte Standort dafür ist der Innenhof im Huppmann-Banse-Areal.
Die Stühle zeigen, wie intensiv sich die Mädchen und Jungen mit dem Thema Kinderrechte auseinandergesetzt und wie kreativ und originell sie dieses umgesetzt haben. So wurde etwa ein Stuhl zum Apfelbaum und symbolisiert das Recht auf gesunde Ernährung und eine gesunde Umwelt. Künstlerisch gestaltet wurde auch das Recht auf Lernen und Spielen, auf Gleichberechtigung, auf Ruhe und Freizeit und auf Bildung. Der Umgang mit Behinderungen wird mit einem dreibeinigen Stuhl thematisiert. Ein Hingucker ist der Stuhl mit Regenschirm. Auf der Sitzfläche steht, dass geflüchtete Kinder, gleiche Unterstützung und Schutz erhalten und dieselben Rechte haben sollen, wie Kinder, die im jeweiligen Staat geboren wurden.
Zum Start der Aktion im Bürgeramt waren auch Mädchen und Jungen des Kindergartens Schwalbennest mit ihren Betreuerinnen, Vertreterinnen der anderen beteiligten Kindergärten sowie Stadtjugendpfleger Thomas Hartnagel gekommen.