Feldhamster kommen in Mittelfranken nur noch um Uffenheim vor | FLZ.de

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Veröffentlicht am 17.08.2024 11:00

Feldhamster kommen in Mittelfranken nur noch um Uffenheim vor

Der Feldhamster ist in Deutschland vom Aussterben bedroht. Das westliche Mittelfranken ist eine der letzten Gegenden in Bayern, in der man ihn finden kann. (Foto: Manfred Sattler)
Der Feldhamster ist in Deutschland vom Aussterben bedroht. Das westliche Mittelfranken ist eine der letzten Gegenden in Bayern, in der man ihn finden kann. (Foto: Manfred Sattler)
Der Feldhamster ist in Deutschland vom Aussterben bedroht. Das westliche Mittelfranken ist eine der letzten Gegenden in Bayern, in der man ihn finden kann. (Foto: Manfred Sattler)

Er ist klein, putzig, hat ein schönes braun-beiges Fell und schwarze stecknadelgroße Augen – der Feldhamster. Zu Gesicht bekommt man ihn aber kaum. Das liegt jedoch nicht nur daran, dass der kleine Hamster dämmerungs- und nachtaktiv ist, sondern vor allem daran, dass es nur noch wenige Exemplare gibt.

In Deutschland leben momentan geschätzt nur noch 10.000 bis maximal 50.000 dieser kleinen Nager. Das erklärte das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Fürth-Uffenheim in einer Pressemitteilung. Seit 2020 steht er auf der Roten Liste in der höchsten Kategorie und gilt damit als unmittelbar vom Aussterben bedrohte Tierart.

In den 80er-Jahren noch bekämpft

Noch in den 1980er-Jahren galt er als Landplage und wurde aktiv bekämpft. Durch intensive Landwirtschaft, effizientere Erntemaschinen und zunehmenden Flächenverbrauch geht immer mehr Lebensraum für den Feldhamster, aber auch für Feldhasen, Rebhühner oder die Feldlerche verloren. Nur intensive Schutzbemühungen können helfen.

Heute werden in den wenigen Gebieten, in denen der Feldhamster noch vorkommt, mit gezielten Maßnahmen bessere Lebensbedingungen geschaffen. So hofft man, dass sich die Population wieder erholt. Dabei handelt es sich zumeist um Gebiete mit Lößlehm und leichteren Böden, wo der kleine Nager seine Gänge und Höhlen graben kann.

In Bayern lebt der Feldhamster laut AELF nur noch in Teilen Unterfrankens in den Landkreisen Würzburg, Schweinfurt und Kitzingen und im westlichen Mittelfranken. In Unterfranken konnten seit 2002 mit dem Artenhilfsprogramm Feldhamster bessere Lebensbedingungen geschaffen werden. Nun soll auch in Mittelfranken geholfen werden.

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Rund um Uffenheim leben noch einige Feldhamster

Im Osten reicht die Förderkulisse bis kurz vor Uffenheim. In diesem Bereich konnten in den vergangenen Jahren noch Feldhamsterpopulationen nachgewiesen werden. Das Landesamt für Umwelt bietet in Zusammenarbeit mit dem Landschaftspflegeverband in Würzburg und dem AELF Fürth-Uffenheim zwei Förderprogramme an, die die Landwirte beim Schutz zur Erhaltung des Feldhamsters unterstützen.

Vorreiterin in Sachen Feldhamster-Hilfsprogramm in Mittelfranken ist Karina Stadelmann aus Geißlingen (Gemeinde Oberickelsheim, Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim), eine Landwirtin, die ein Herz für die Tierchen hat. Anfang des Jahres verschrieb sie einen Teil ihrer landwirtschaftlich genutzten Fläche dem Artenschutz. „Der Feldhamster ist schon da. Wir haben Eingangslöcher zu seinem Bau gefunden“, erklärt Stadelmann.

Die Landwirtin möchte neue Wege gehen und dabei auch etwas Gutes für die Natur tun. Gemeinsam mit Sohn Markus legte sie mit der Unterstützung des Landschaftspflegeverbandes Feldhamsterinseln an. „Die Blühstreifen nutzen ja nicht nur dem Feldhamster. Es tummeln sich dort auch andere Tiere wie der Feldhase und Rebhühner und nicht zu vergessen die zahlreichen Bienen und andere Insekten, die dort Nahrung und Unterschlupf finden“, betont Stadelmann.

Hamsterfreundliche Auflagen

Das vierjährige Programm setzt eine hamsterfreundliche Bewirtschaftung in einem Drei-Streifen-Modell bestehend aus Getreide-, Luzerne-, und Blühstreifen voraus und wird mit 2100 Euro pro Hektar unterstützt. Eine andere Möglichkeit bieten die Ernteverzichtstreifen, die einjährig angelegt werden und ebenfalls hamsterfreundliche Bewirtschaftungsauflagen beinhalten. Hier werden sechs bis zwölf Meter breite Getreidestreifen unbeerntet stehen gelassen. Der Ernteausfall und Mehraufwand wird pro Quadratmeter mit momentan 31 Cent gefördert.

„Der Aufwand hält sich in Grenzen und die Auflagen sind gut umsetzbar. Für die Aussaat in den Feldhamsterinseln müssen nur 50 bis 70 Prozent der normalen Saatgutmenge gesät werden. Der Gedanke, dass so die kleinen putzigen Nager durch mein Feld streifen können, macht mir Freude“, erklärt Stadelmann.

Das Förderprogramm sucht weitere Landwirte, die bereit sind, Artenschutz in Einklang mit der Natur zu fördern. Interessenten können sich an Hermann Willfarth, Wildlebensraumberater am AELF Fürth-Uffenheim (Telefon 0984/22081204, Mail hermann.willfarth@aelf-fu.bayern.de) oder an Heiko Lanig vom Landschaftspflegeverband Würzburg (Telefon 0931/80025452, Mail h.lanig@lra-wue.bayern.de) wenden.


Philipp Zimmermann
Philipp Zimmermann
Redakteur für Westmittelfranken/Landkreis Ansbach
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