Ewald Haag aus Simmershofen sammelt Oldtimer-Traktoren | FLZ.de

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Veröffentlicht am 07.09.2023 07:00

Ewald Haag aus Simmershofen sammelt Oldtimer-Traktoren

Ewald Haag ist leidenschaftlicher Sammler alter Traktoren. Vor allem die roten Exemplare von Porsche haben es ihm angetan. Fürs Foto setzte sich sein Enkel Noah hinters Steuer – bis der Zehnjährige fahren darf, dauert es aber noch ein paar Jahre. (Foto: Ute Niephaus)
Ewald Haag ist leidenschaftlicher Sammler alter Traktoren. Vor allem die roten Exemplare von Porsche haben es ihm angetan. Fürs Foto setzte sich sein Enkel Noah hinters Steuer – bis der Zehnjährige fahren darf, dauert es aber noch ein paar Jahre. (Foto: Ute Niephaus)
Ewald Haag ist leidenschaftlicher Sammler alter Traktoren. Vor allem die roten Exemplare von Porsche haben es ihm angetan. Fürs Foto setzte sich sein Enkel Noah hinters Steuer – bis der Zehnjährige fahren darf, dauert es aber noch ein paar Jahre. (Foto: Ute Niephaus)

Ewald Haag liebt Porsche-Fahrzeuge, vor allem all jene in Knallrot. Einige Exemplare nennt der 75-Jährige aus Simmershofen mittlerweile sein Eigen. Allerdings handelt es sich dabei nicht um PS-starke Sportwagen aus dem Werk in Stuttgart-Zuffenhausen, sondern um Traktoren, die Porsche vor etlichen Jahrzehnten gebaut hatte.

Insgesamt 22 Schlepper besitzt der Ruheständler inzwischen. Neben seiner Lieblingsmarke sammelt er unter anderem auch Modelle von Deutz, Sulzer, Hanomag, Lanz und Fendt. Dazu gesellen sich noch betagte Dreschmaschinen, Grubber, Grasmäher, Pflüge und Eggen. Im Einsatz sind all diese Gerätschaften längst nicht mehr, als Landwirt ist Ewald Haag auch nicht mehr aktiv.

Seit dem Jahr 1644 ist der Name Haag schon mit dem Hof der Familie in Simmershofen verbunden – eine sehr lange Zeit, auf die man stolz ist. Die Liebe zu den Traktoren, vor allem zu jenen von Porsche, wurde schon in der Kindheit in Ewald Haag geweckt. Als Acht- bis Zehnjähriger durfte er einen Porsche-Diesel-Traktor AP (Allgaier Porsche) 17 auf dem Feld lenken. Das war der Beginn einer großen Liebe – einer Liebe, die bis heute währt, natürlich neben der zu seiner Frau Inge.

Der Zufall brachte den Stein ins Rollen

Durch Zufall kam er in den Besitz eines Traktors aus seiner Kindheit. Allerdings befand sich dieser in einem maroden Zustand – zusätzlich hatte er einen Motorschaden. Doch das bekam Haag repariert. Im Laufe der Jahre gesellte sich ein betagter Bulldog zum nächsten. Es wurde viel geschraubt und geflickt, vor allem abends und in den Wintermonaten. Neue Unterstellmöglichkeiten mussten her, um all die alten Schätzchen unterzubringen. Die meisten sind noch fahrtüchtig. Da viele aber keine Zulassung oder TÜV-Plakette haben, sind sie im Dornröschenschlaf.

Die meisten Gefährte hatten so ihre Wehwehchen und Baustellen, als der dreifache Vater und sechsfache Opa die Gefährte übernommen hat. Viel Zeit und Arbeit steckt der inzwischen 75-Jährige gelernte Landwirt heute noch in sein Hobby, das er mit etlichen Gleichgesinnten im Verein der Schlepper- und Landmaschinenfreunde Tauber-Franken teilt.

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Treffen im Fränkischen Freilandmuseum in Bad Windsheim

Rund 170 Mitglieder zählt der Verein mit Sitz in Creglingen, erklärt Haag. Die Mitstreiter kommen aus dem Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim, aus Unterfranken und aus Wörnitz. Ihre historischen Schlepper und Zugmaschinen präsentieren sie unter anderem bei den Oldtimer-Schlepper-Treffen im Fränkischen Freilandmuseum in Bad Windsheim. Diese werden von den Schlepper- und Landmaschinenfreunden und dem Freilandmuseum gemeinsam veranstaltet. Aber auch bei anderen Events sind die Liebhaber der Dieselrösser mit ihren Schätzchen anzutreffen.

Das Interesse der Besucher ist immer groß, freut sich Haag, bei dem Jung und Alt die Traktoren auch näher unter die Lupe nehmen oder unter Aufsicht sogar einmal hinter dem Lenkrad sitzen dürfen. Beliebt sind zudem Ausfahrten. Diese führen die Oldtimerfans etwa zu den Mainfränkischen Werkstätten nach Ochsenfurt. Die Menschen mit Handicap freuen sich immer riesig über ihren Besuch, merkt Haag an. Wenn es ihre Gesundheit erlaubt, dürfen sie auch an einer Spritztour teilnehmen. Das ist für viele der Menschen mit Behinderung ein großer Höhepunkt.

Nach Thüringen, Tschechien und Tirol

Aber auch weite Touren scheuten und scheuen die Traktor-Liebhaber nicht. So machte man sich etwa mit sieben bis acht Traktoren auf den Weg zu einem Treffen ins Ruhrgebiet. 14 Tage sei man dann locker unterwegs. „Wir haben Zeit und machen uns keinen Stress“, sagt der Simmershöfer und schmunzelt. Mit rund 30 Stundenkilometern zuckelt die Gruppe auf Landstraßen dahin. Ein umgebauter Anhänger dient unterwegs als Schlafstätte. Bett, Regal, Kühlbox und Kocher sind an Bord.

Aber auch nach Thüringen, Tschechien und Tirol brachen die abenteuerlustigen Oldtimerfahrer schon auf. Für diese langen Strecken nimmt Haag seinen 36 Jahre alten Fendt 360 GT. „Der ist zuverlässig und hat eine Fahrerkabine.“ Beides ist wichtig. Denn: Liegen bleiben will mit den betagten Gefährten niemand. Und vor Wind und Wetter geschützt zu sein, das ist ebenfalls wichtig.

Auch sonst wird die Geselligkeit im Verein groß geschrieben, die Gruppe kommt regelmäßig zu Stammtischen zusammen. Diese genießt Haag zudem bei den Oldtimerfreunden Uffenheim, denen er ebenfalls angehört. Die nächste Tour ist schon geplant – und wer weiß, vielleicht gesellt sich zu den 22 Schleppern doch noch Nummer 23 und 24. Platz für neue Unterstellmöglichkeiten gibt es auf jeden Fall noch, sagt Ewald Haag schmunzelnd.


Von Ute Niephaus
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