Europäischer Titel ist das Ziel für Schreinermeister Lutz König | FLZ.de

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Veröffentlicht am 02.06.2025 17:24

Europäischer Titel ist das Ziel für Schreinermeister Lutz König

Für seine Kochinsel hat Lutz König in der Meisterprüfung 98 von 100 Punkten bekommen. (Foto: Stefan Neidl)
Für seine Kochinsel hat Lutz König in der Meisterprüfung 98 von 100 Punkten bekommen. (Foto: Stefan Neidl)
Für seine Kochinsel hat Lutz König in der Meisterprüfung 98 von 100 Punkten bekommen. (Foto: Stefan Neidl)

Mit den eigenen Händen Dinge schaffen und erschaffen – das machen zahlreiche Handwerkerinnen und Handwerker jeden Tag. In einer Serie stellt die FLZ erfolgreiche Nachwuchstalente aus Westmittelfranken und ihre Berufe vor. Dieses Mal geht es um den Schreiner Lutz König.

Erster auf Bezirksebene, bayerischer Schreiner-Meister, bester deutscher Schreiner – mit 21 Jahren hat Lutz König aus Leutershausen (Landkreis Ansbach) schon viel erreicht. Im September nimmt er an der Europameisterschaft in Dänemark teil. Ein Sieg dort wäre für König die Krönung.

Etwas separiert in der Ausstellung der Schreinerei König steht eine massive Kochinsel. Unter der Keramikplatte ist ein Induktionsherd versteckt. Direkte und indirekte Beleuchtungen sind mit einer App vom Handy aus steuerbar. Hinter einem Schub ist ein Geheimfach – nur mit einem Code lässt sich dieses öffnen. Die Keramikplatte lädt gleichzeitig kontaktlos das Handy. In ausfahrbaren Klappen verstecken sich Steckdosen.

Die Küchenzeile ist das Meisterstück von Lutz König. In zwei Monaten zimmerte er das Stück zusammen. In der Ausfertigung trifft moderne Technik auf traditionelle Handwerkskunst: „Ich nutzte Schwalbenschwanzverbindungen, eine traditionelle Holzverbindung. Einer der Prüfer sagte, er habe so etwas noch nie gesehen“, sagt König. Er erntete 98 von 100 möglichen Punkten.

Als deutscher Meister in die Nationalmannschaft

2021 begann sein Höhenflug: Bester in der Gesellenprüfung auf Bezirksebene, Siege bei der bayerischen und deutschen Meisterschaft in Garmisch-Partenkirchen und Trier. Aber von Pokalen oder Auszeichnungen fehlt jede Spur: „Die stehen verpackt in meinem Zimmer. Meine gefertigten Stücke sind mir wichtiger“, sagt er bescheiden.

Dies passt zu seiner Art: Er wirkt zurückhaltend, aber wenn er über seine Arbeit spricht, blüht er richtig auf. Mit der deutschen Meisterschaft wurde er in die Nationalmannschaft aufgenommen. Doch dies ist nicht wie im Sport, man tritt nicht gegen Frankreich oder Spanien an. Stattdessen bietet diese Nominierung Trainingsmöglichkeiten für mehrere Wochen im Jahr auf höchstem Niveau.

Eigentlich wollte König 2024 an der Berufsweltmeisterschaft in Lyon teilnehmen. Doch der Termin kollidierte mit seiner Meisterprüfung. Auch seien Europäer im Vergleich zu Asiaten im Nachteil: „Diese werden über Jahre auf die WM vorbereitet. Bei uns läuft sowas neben dem Beruf.“ Dadurch ging auch der Reiz verloren.

Nun steht aber vom 9. bis 13. September die EuroSkills, die Handwerker-Europameisterschaft, in Herning in Dänemark an. König tritt dort in der Kategorie Bauschreiner an. Die Kategorie gibt es zum ersten Mal, darum auch für ihn eine vollkommene Black Box. König weiß nur, dass er eine Haustür oder eine Treppe bauen muss. Schon seit Januar bereitet er sich etwa 30 Stunden pro Woche neben der Arbeit darauf vor.

„Ich denke mir, am Ende wird's schon klappen.“

Bei allem Erfolg ist König sein eigener größter Kritiker: „Ich versteh gar nicht, warum ich so gut sein soll. Für mich selber passt es nie.“ Er beginnt oft an Stücken zu arbeiten ohne groß nachzudenken: „Ich denke mir, am Ende wird's schon klappen.“ Vielleicht ist gerade das sein großes Geheimnis.

Während König erzählt, verabschieden sich seine Eltern in den Urlaub. Der Vater ist stolz auf seinen Sohn: „Er lebt das Schreinerhandwerk.“ Während ihrer Abwesenheit wird König den Betrieb führen – für ihn ist klar, dass er ihn irgendwann komplett übernehmen wird: „Jeden Tag gibt es eine neue Herausforderung, kein Projekt ist wie das andere. Ich kann mir nichts anderes vorstellen.“

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