Russland muss zum vierten Jahrestag seiner großangelegten Invasion in die Ukraine mit umfangreichen neuen EU-Sanktionen rechnen. Ein von der Europäischen Kommission in Brüssel präsentiertes Paket sieht scharfe Maßnahmen vor, um Russlands Einnahmen aus dem Verkauf von Gas und Öl weiter zu reduzieren. Zudem sollen weitere Finanzinstitute vom internationalen Zahlungsverkehr abgeschnitten und zusätzliche Handelsbeschränkungen erlassen werden.
„Während in Abu Dhabi wichtige Friedensgespräche laufen, müssen wir klar sehen: Russland wird nur dann mit ernsthaftem Willen an den Verhandlungstisch kommen, wenn es dazu unter Druck gesetzt wird“, kommentierte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen die Vorlage des Sanktionspakets. Es muss noch von den Mitgliedstaaten beraten und beschlossen werden. Im Idealfall kann es zum Jahrestag am 24. Februar in Kraft treten.
Nach Angaben der EU können dann unter anderem folgende Maßnahmen gelten:
Das neue Sanktionspaket wird das 20. wegen des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine sein. Das 19. trat im Oktober in Kraft und zielte auch stark darauf ab, Russlands Einnahmen aus dem Verkauf von Gas und Öl zu reduzieren. Dazu wurde etwa ein vollständiges Importverbot für Flüssigerdgas (LNG) aus Russland schon 2027 vereinbart und damit ein Jahr früher als ursprünglich geplant.
Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas erklärte zu dem neuen Paket: „Russland beantwortet weiterhin Diplomatie mit Raketen. Wir sind entschlossen, diese Wahl schmerzhaft teuer werden zu lassen.“ Kriege endeten, wenn einer Seite das Geld ausgehe. Die Unterbrechung der Geldströme nach Moskau sei essenziell, um den Kampf zu stoppen.
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