Etwas später als möglich: Ansbachs Wirtschaftsschule hat bald eine fünfte Klasse | FLZ.de

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Veröffentlicht am 02.07.2025 17:00

Etwas später als möglich: Ansbachs Wirtschaftsschule hat bald eine fünfte Klasse

Zu den Aktionen der Schule zählt ein Natur-Projekt mit dem Titel „Schau hin – mach’s nach“. Mit dabei ist ein Hahn aus Stroh, an dem sich OB Thomas Deffner, Schulleiterin Susanne Britz und Lehrer Georg Rohse versammelten (von rechts). Sie sprachen über die neue fünfte Klasse. (Foto: Oliver Herbst)
Zu den Aktionen der Schule zählt ein Natur-Projekt mit dem Titel „Schau hin – mach’s nach“. Mit dabei ist ein Hahn aus Stroh, an dem sich OB Thomas Deffner, Schulleiterin Susanne Britz und Lehrer Georg Rohse versammelten (von rechts). Sie sprachen über die neue fünfte Klasse. (Foto: Oliver Herbst)
Zu den Aktionen der Schule zählt ein Natur-Projekt mit dem Titel „Schau hin – mach’s nach“. Mit dabei ist ein Hahn aus Stroh, an dem sich OB Thomas Deffner, Schulleiterin Susanne Britz und Lehrer Georg Rohse versammelten (von rechts). Sie sprachen über die neue fünfte Klasse. (Foto: Oliver Herbst)

Im neuen Schuljahr erlebt die Städtische Wirtschaftsschule Ansbach etwas Neues. Dann besuchen Schülerinnen und Schüler sie, deren Altersstufe es hier in über 100 Jahren Geschichte nicht gab. Erstmals richtet die Bildungsstätte eine fünfte Klasse ein. Gestattet war ihr das schon voriges Jahr, aber umsetzen kann sie es erst jetzt.

Die Schule entstand 1913 noch unter ihrem früheren Namen Städtische Handelsschule. Zunächst war sie eine reine Mädchenschule. In jüngster Zeit nun stand lange eine fünfte Klasse auf dem Wunschzettel der Wirtschaftsschule.

Ein Antrag an Bayerns Kultusministerium

22 Mädchen und Jungen sind für die erste ihrer Art fest angemeldet. Dies berichtet Schulleiterin Susanne Britz. Knapp 300 Schülerinnen und Schüler besuchten die Wirtschaftsschule insgesamt.

Möglich gewesen wäre die fünfte Klasse eigentlich schon im derzeit noch laufenden Schuljahr. Nachdem die Stadt vorher Ja zu dem Konzept gesagt hatte, brachte die Schule den Antrag an Bayerns Kultusministerium auf den Weg.

Ende April 2024 kam aus München auch die zunächst gute Nachricht, dass der Weg für die fünfte Klasse frei ist. Trotz eines rasch anberaumten Informationsabends jedoch war es gemäß den Angaben der Schulleiterin für das Schuljahr ab September 2024 zu spät.

Taschengeld-Paragraph ist Thema im Unterricht

Nur acht Kinder seien am Ende des kurzen verbliebenen Zeitraums angemeldet gewesen. „Verantwortungsbewusste Eltern machen sich mit ihrem Kind Gedanken, in welche Schule es geht.“ Da schwenke man dann nicht plötzlich um. Dieses Jahr indes sei mit den Informationsabenden genug Zeit gewesen.

„Wir bieten eine wirklich gute wirtschaftliche Bildung, die auch in der fünften Klasse schon ganz klein anfängt – mit zwei Stunden Ökonomischer Bildung“, stellt die Pädagogin fest.

Die Fragen seien darin zum Beispiel: Was passiert mit dem Geld, das mir meine Großeltern schenken, oder was ist der Taschengeld-Paragraph? Der Schwerpunkt allerdings liege natürlich auf allgemeinbildenden Fächern, auf Deutsch, Englisch und Mathematik.

Sechs Jahre bis zum mittleren Schulabschluss

Allgemein sagt die Schulleiterin: „Wir sind froh, dass wir die jüngeren Schülerinnen und Schüler bekommen, weil wir sie dann länger begleiten können“, also sechs Jahre bis zum mittleren Schulabschluss. Dadurch entstehe „auch eine stärkere Bindung an die Schule“.

Mit der fünften Klasse zieht die Ansbacher Wirtschaftsschule mit den Mittel- und den Realschulen sowie den Gymnasien gleich. „Das ist das, wofür wir Jahre gekämpft haben“, erklärt die Schulleiterin. Beim Übertritt in weiterführende Schulen nach der vierten Klasse der Grundschule sei die Bildungseinrichtung bislang außen vor gewesen.

Seit einigen Jahren hat die Wirtschaftsschule eine sechste Klasse, aber es klafft nach der vierten immer noch eine Lücke von einem Schuljahr, wie Susanne Britz findet. „Das macht ja kein Elternteil“, dass es ein Kind nur für ein Schuljahr in eine andere Bildungsstätte schickt. Diese Lücke sei jetzt beseitigt.

„Vorhandene Mittel reichen dazu aus“

Oberbürgermeister Thomas Deffner pflichtet ihr bei. Er begrüßt es, dass die fünfte Klasse in der Wirtschaftsschule überhaupt zulässig wurde und dass sie tatsächlich auch kommt. Die Einrichtung verankere sich damit noch mehr in der Schullandschaft in der Stadt.

Besonders beeindruckt habe ihn, dass die Bildungsstätte dies mit dem vorhandenen Geld schafft. „Das ist eine Ausnahme in der heutigen Zeit.“ Die Schulleiterin fügt mit Blick auf die Kommune hinzu: „Die Unterstützung des Oberbürgermeisters war sehr wertvoll.“

Der künftige Klassleiter Georg Rohse war vor einigen Jahren schon in der ersten sechsten Klasse aktiv, als diese die damals früheste Eingangsklasse wurde. „Ich habe das schon genossen“, erzählt er, „das ist eine andere Sache, als wenn man eine zweistufige zehnte hat.“

Um es den Kindern zu erleichtern, sich einzugewöhnen, gibt er Einblick in ein „Übergangsmanagement“, das dann vorgesehen ist. Was den pädagogischen Aspekt betrifft, spielt zum Beispiel Leseförderung eine Rolle. „Wir merken: Zu Hause wird fast nichts mehr gelesen“, macht der Pädagoge deutlich.

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