Es gibt neue Reviere für Scheinfelds Jäger | FLZ.de

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Veröffentlicht am 23.01.2024 17:05

Es gibt neue Reviere für Scheinfelds Jäger

Ein Jägerstand in der Flur Eckstall: Das dort seit einiger Zeit stehende Solarstromfeld schränkt die Jagd in dem ehemals gut bejagbaren Gebiet erheblich ein. (Foto: Andreas Reum)
Ein Jägerstand in der Flur Eckstall: Das dort seit einiger Zeit stehende Solarstromfeld schränkt die Jagd in dem ehemals gut bejagbaren Gebiet erheblich ein. (Foto: Andreas Reum)
Ein Jägerstand in der Flur Eckstall: Das dort seit einiger Zeit stehende Solarstromfeld schränkt die Jagd in dem ehemals gut bejagbaren Gebiet erheblich ein. (Foto: Andreas Reum)

Die Scheinfelder Jagdreviere werden neu geordnet. Dazu fasste der Stadtrat bei seiner Sitzung am Montagabend eine Reihe von Beschlüssen.

Debattiert wird darüber schon seit Jahrzehnten, sagte Dr. Gerhard Heim. Der mit dem Jagdwesen vertraute ÜWG-Fraktionssprecher stellte im Ratsgremium die Überlegungen vor, die die Stadt in Absprache mit den Jägern und der Unteren Jagdbehörde des Landratsamtes Neustadt bislang angestrengt haben. Das letzte Wort über die genauen Zuschnitte ist aber noch nicht gesprochen, versicherten Heim und Bürgermeister Claus Seifert. Betroffen sind letztlich wohl über hundert Grundstücksbesitzer, schätzte man in Jägerkreisen.

Dass die Neuordnung nun dringlich wird, hängt unter anderem mit veränderten Grundstücksbesitzverhältnissen zusammen, ging aus Heims Ausführungen hervor. Die Stadt hatte vor geraumer Zeit Flächen im Gebiet Eckstall, westlich der Kreiskompostanlage, erworben. Dadurch wurde vom Gemeinschaftsjagdrevier Scheinfeld ein Bereich abgetrennt.

Das Bundesgesetz gibt den Rahmen vor

Zudem war dadurch auch eine Verbindung zwischen dem städtischen Eigenjagdrevier westlich von Grappertshofen und dem Hohlweiler Gebiet der Angliederungsgenossenschaft Grappertshofen–Hohlweiler geschaffen. Besitzmäßig zusammenhängende Gebiete müssen jedoch demselben Jagdrevier zugeordnet werden, erläuterte Heim die Bundesgesetzeslage.

Die entsprechende Veränderung der Reviergrenze ergibt sich nicht nur aus der Gesetzeslage, sondern wurde zusätzlich nun noch einstimmig im Rat beschlossen. Kompliziert wird die Angelegenheit dadurch, dass es noch einen nördlichen Teil der Angliederungsjagdgenossenschaft Grappertshofen–Hohlweiler gibt. Nord- und Südteil der Angliederung haben keine Verbindung, dürften also eigentlich nicht zur selben Angliederungsgenossenschaft zählen. Formal wird jedenfalls die Angliederungsgenossenschaft, so beschloss es der Rat ebenfalls, ausgegliedert.

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Es entstehen, so merkte Heim an, revierlose Gebiete, die nun wieder in Reviere eingegliedert werden müssen. Dies soll in Absprache mit den Jagdgenossenschaften und zusammen federführend mit der Unteren Jagdbehörde erfolgen. Außerdem ist es offenbar mit einer bloßen Neuzuordnung nicht getan. Sinnvoll wäre, die Reviere so zuzuschneiden, dass die Jagd auch praktisch möglich ist.

Die Stadt hält sich diesmal nicht aus der Sache raus

Die Stadt wird – laut dem dritten Ratsbeschluss zu diesem Thema – bei den Revierzuschnitten ihre „Aufgabe als Jagdgenosse aktiv wahrnehmen“, sich also nicht wie bisher bei solchen Fragen raushalten.

Ein wunder Punkt dabei ist, dass dem Scheinfelder Gemeinschaftsrevier faktisch sein Herzstück genommen wurde: die Flur am Eckstall. Weite Teile des Scheinfelder Gemeinschaftsgebiets sind bebaut und somit befriedet, dürfen also nicht bejagt werden. In anderen, rechtlich zulässigen Bereichen sprechen praktische Gründe gegen eine Jagdausübung. Im Eckstall war die Jagd noch gut möglich – bis die Solaranlage errichtet wurde. Seitdem darf dort selbstverständlich nicht mehr geschossen werden.

Bis zum Ablauf des aktuellen Pachtzeitraums am 31. März 2025 gelten die bisherigen Verhältnisse vorerst weiter. Die neuen Revierzuschnitte und eventuell die Aufteilung in Jagdbögen sollen allerdings schon bis zum Herbst feststehen, denn da werden die Jagdpachten neu ausgeschrieben.

Wäre eine intensivere Kommunikation nötig gewesen?

Die Untere Jagdbehörde wird, so kündigte Heim an, „in den nächsten ein, zwei Monaten“ zu einem weiteren Gespräch einladen. „Was am Ende des Diskussionsprozesses rauskommt, ist Sache der Jagdgenossenschaften.“

Anmerkungen von CSU-Sprecher Theodor Schell und dessen Fraktionskollegen Andreas Knahn, die Kommunikation hätte intensiver geführt werden müssen, wollte Heim nicht so stehen lassen: „Ich kann diese Kritik nicht gelten lassen“, sagte er, insbesondere sei auch die Grappertshöfer Jagdvorsteherin über die Entwicklung informiert worden.

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