Erfolg gegen die „Cobra”: Deniel Krotter gewinnt in London vierten Boxkampf | FLZ.de

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Veröffentlicht am 10.12.2025 09:36

Erfolg gegen die „Cobra”: Deniel Krotter gewinnt in London vierten Boxkampf

Deniel Krotter aus Neustadt besiegte in seinem vierten Profikampf Matthew King nach Punkten. (Foto: Andrea Ifodi)
Deniel Krotter aus Neustadt besiegte in seinem vierten Profikampf Matthew King nach Punkten. (Foto: Andrea Ifodi)
Deniel Krotter aus Neustadt besiegte in seinem vierten Profikampf Matthew King nach Punkten. (Foto: Andrea Ifodi)

Er kam in den vergangenen Monaten nicht so schnell vorwärts wie erhofft. Die Bandscheibenprobleme sind nun aber vergessen und Deniel Krotter schloss das Jahr doch noch gut ab. Der Boxer aus Neustadt gewann Ende November seinen vierten Profikampf in London und hofft, 2026 das nachzuholen, was er 2025 nicht geschafft hat.

Denn an seinem Ziel hat sich nichts geändert: Der 26-Jährige will sich eine Profikarriere aufbauen, um in wenigen Jahren um Titel kämpfen zu können. „2026 soll ein Aufbaujahr werden”, sagt Krotter.

Das war eigentlich schon 2025 geplant, doch mit Bandscheibenproblemen musste er fast vier Monate pausieren. Statt auf fünf oder sechs kam er nur auf zwei Kämpfe. Doch Krotter bleibt ruhig. Er weiß: Der Weg ist steinig, schnelle Schritte sind in diesem Business nicht ratsam. Profi-Frischlinge können so schnell verbrannt sein, wie sie aufgestiegen sind. Bestes Beispiel ist sein letzter Gegner.

Matthew „Cobra” King wurde schnell zum Aufbaugegner

Krotter traf Ende November in der York Hall im Osten Londons auf Matthew King. Der 30-Jährige aus Southampton bekam in seinem ersten Profijahr 2021 auch ein paar Gegner vorgesetzt, die ihm eher zum Aufstieg als zu einem blauen Auge verhelfen sollten. Acht davon räumte er aus dem Weg.

Doch die Karriere der „Cobra”, so Kings Kampfname, stockte irgendwann und nun ist er selbst ein Aufbaugegner, der sein Geld damit verdient, mit aufstrebenden Boxern in den Ring zu steigen. Von seinen letzten zwölf Kämpfen hat er keinen einzigen gewonnen.

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Sparring, wo einst auch Lennox Lewis trainiert hat

Krotter kennt all diese Details. Er weiß genau, wie das Geschäft läuft. Gerade in England, wo der Boxsport gesellschaftlich tiefer verwurzelt ist als in Deutschland. Das ist auch ein Grund dafür, warum der gebürtige Bad Windsheimer, der in Neustadt in einer Boxerfamilie groß wurde, mittlerweile auf die Insel gezogen ist. Harlow heißt das Städtchen, nordöstlich von London. Ein Stück außerhalb, aber nah genug, um sich in der Metropole ein Netzwerk aufzubauen.

In London kann er in einer Umgebung trainieren, die schon viele Champions hervorgebracht hat. Krotter ist mehrmals die Woche im Peacock Gym aktiv. Einzeltraining, Gewichte stemmen, Sparring. Das Peacock liegt in Canning Town, einer Umgebung, wie man sie sich halt so vorstellt. Ein schmutziges Backsteingebäude, in der Nachbarschaft überall Graffiti an den Wänden, gegenüber liegt eine Autowerkstatt. Früher lagen hier die Docks, es schreit nach Arbeiterviertel. Hier trainierte einst Schwergewichtsweltmeister Lennox Lewis.

Vom Deutschen Amateurmeister zum Profi

Auch der mehrfache deutsche Meister will hier reifen, um seine Fähigkeiten irgendwann in langen, kräftezehrenden Kämpfen über zwölf Runden in den Ring bringen zu können. Gegen King ging es über sechs, als Amateur hatte der Neustädter über 180 Kämpfe bestritten, da sind es nur drei Runden. „Vom Amateur zum Profi, das ist eine komplette Umstellung. Gerade nach meiner Verletzung war es gut zu sehen, dass ich schon fit für sechs Runden bin”, sagt Krotter, der klar nach Punkten gewann.

Nach Umzug und Rückenproblemen war der vierte Sieg im vierten Kampf „ein guter Abschluss für das Jahr”. „Ich hätte natürlich gerne mehr Kämpfe gemacht, aber es ist trotzdem okay. Ich habe mein Debüt vor genau einem Jahr gegeben und stehe jetzt bei 4-0. Die Pause war mental vielleicht sogar ganz gut. Denn nach dem Olympiajahr 2024 ist es sofort Vollgas weitergegangen.” Krotter hatte damals die Qualifikation für die Spiele in Paris knapp verpasst – eine Enttäuschung – und bereitete dann schnell seinen nächsten Karriereschritt vor.

Fokus auf die Weltergewichtsklasse

Als Profi trainiert der 26-Jährige nun zehn- bis zwölfmal die Woche, vormittags im Gym, abends noch einmal alleine, meist daheim. Trainingsfrei gibt es als „Belohnung” nur direkt nach Kämpfen. „Da wollen dich die Trainer eine Woche lang nicht im Gym sehen.”

Doch Krotter will dranbleiben und auch über den Jahreswechsel seine Form halten. Über die Feiertage, die er in der deutschen Heimat verbringt, sei das gar nicht so einfach. Aber der Jungprofi will besonders aufpassen, denn nach Kämpfen im Mittel- und Superweltergewicht stieg er gegen die Cobra erstmals im leichteren Weltergewicht (bis 66,7 Kilogramm) in den Ring. „In dieser Gewichtsklasse sehe ich mich künftig”, sagt Krotter.

Das nächste Mal wohl schon im Februar 2026. Dann soll der nächste Kampf in England stattfinden. Krotter plane auch ein, zwei Kämpfe in Deutschland. Insgesamt sind fünf bis sechs Auftritte geplant, um sich in der Boxszene weiter einen Namen zu machen. Langsam, aber stetig.

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