Emotionales Adieu der Dürrwanger Harles-Sänger mit Benefizkonzert in Dinkelsbühl | FLZ.de

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Veröffentlicht am 11.12.2025 20:00

Emotionales Adieu der Dürrwanger Harles-Sänger mit Benefizkonzert in Dinkelsbühl

Sie vereinen fränkische Lebensfreude und christliche Besinnlichkeit: die Dürrwanger Harles-Sänger. Am Sonntag verabschieden sie sich mit einem Benefizkonzert im Dinkelsbühler Münster St. Georg von der Volksmusikbühne (von links): Johannes Puff, Franz Lechner, Adam Marx, Ernst Meyer, Dieter Schiebel, Werner Schineis und Hans Schmutterer. (Foto: Stefan Baumgärtner)
Sie vereinen fränkische Lebensfreude und christliche Besinnlichkeit: die Dürrwanger Harles-Sänger. Am Sonntag verabschieden sie sich mit einem Benefizkonzert im Dinkelsbühler Münster St. Georg von der Volksmusikbühne (von links): Johannes Puff, Franz Lechner, Adam Marx, Ernst Meyer, Dieter Schiebel, Werner Schineis und Hans Schmutterer. (Foto: Stefan Baumgärtner)
Sie vereinen fränkische Lebensfreude und christliche Besinnlichkeit: die Dürrwanger Harles-Sänger. Am Sonntag verabschieden sie sich mit einem Benefizkonzert im Dinkelsbühler Münster St. Georg von der Volksmusikbühne (von links): Johannes Puff, Franz Lechner, Adam Marx, Ernst Meyer, Dieter Schiebel, Werner Schineis und Hans Schmutterer. (Foto: Stefan Baumgärtner)

Die Dürrwanger Harles-Sänger gelten seit Jahrzehnten als fränkisches Kulturgut und das weit über die Grenzen ihrer Heimatgemeinde Dürrwangen hinaus. Dinkelsbühl war ihre zweite Heimat, auch weil hier alles begann. Und hier soll die Geschichte nun auch enden.

Den ersten Auftritt und damit ihre Premiere hatte die sechsköpfige Gesangsgruppe im Dezember 1983 in Dinkelsbühl bei einem Senioren-Adventsnachmittag, organisiert von der damaligen Bürgermeisterin Hildegard Beck. Es war ein fulminanter Erfolg.

Von da an gings bergauf. Mit unzähligen Auftritten auch im Fernsehen und im Rundfunk wurden die Dürrwanger Harles-Sänger ein musikalisches Aushängeschild für die ganze Region und Dinkelsbühl. Zumal der damalige Tourismuschef von Dinkelsbühl, Dieter Marx, gerne bei den unterschiedlichsten Anlässen auf die Harles-Sänger zurückgriff und sie quasi als Dinkelsbühler Gruppe präsentierte. Zahlreiche Auszeichnungen und Preise konnten die Sänger aus Dürrwangen in ihrer Laufbahn sammeln.

Markante Tracht und Dreispitz

Die Texte stammten anfänglich von dem fränkischen Mundartdichter Hans Mehl aus Nürnberg, später texteten die Gesangsbrüder mit ihrer markanten Tracht und dem fränkischen Dreispitzhut ihre Lieder selbst. Dabei werden bis heute von der treuen Zuhörerschaft die frechen weltlich überlieferten Stücke wie die „Lumbaliadli“ und ihre Advents- und Marienlieder gleichermaßen geschätzt.

Im Rahmen eines Adventskonzerts gab es nun einen feierlichen und zugleich berührende Abschied in der Heimatkirche in Dürrwangen. Eingebettet in die musikalischen Darbietungen der Gesangsgruppe der Sulzachlerchen, den himmlischen Klängen der singenden Weihnachtsengel und des Bestelmeyer Blechbläsertraums lauschte das Publikum den Adventsliedern der Harles-Sänger und genossen die Atmosphäre.

Die Lieder waren eine Konstante

Am Ende des besinnlichen Konzertabends trat Bürgermeister Jürgen Konsolke nach vorne zu den Sängern und würdigte in seiner Laudatio ihr Wirken und ihre Lebensleistung. Die Harles-Sänger hätten mit ihren Darbietungen die Menschen ein Leben lang begleitet und mit ihren Liedern eine Konstante geschaffen, so das Dürrwanger Gemeindeoberhaupt. Ob klein oder groß – sie hätten Konzerte, Gottesdienste, Jubiläen und Familienfeste bereichert.

Die Geschichte der Sänger sei eine besondere, war Konsolke überzeugt: Sie sei entstanden aus der Freude am gemeinsamen Singen, gewachsen aus Freundschaft, Zusammenhalt und echter fränkischer Lebensart. Die Lieder beschrieb Konsolke als „stets ehrlich, bodenständig und mit einem unverkennbaren fränkischen Charme, der die Menschen berühre. „Ihr habt Spuren hinterlassen. Musikalische, menschliche und kulturelle“, dankte Konsolke im Namen der Gemeinde Dürrwangen.

Ein selbstbestimmter Abschied in Würde

Hans Schmutterer war gerührt vom Dank des Bürgermeisters und vom langanhaltenden Applaus des Publikums. Ihm war es ein Anliegen, im Namen der Traditionsgruppe mitzuteilen, dass es nicht leicht gefallen sei, das musikalische Wirken zum Jahreswechsel zu beenden. Doch der Wunsch, sich in Würde und selbstbestimmt von der Bühne der fränkischen Volksmusik zuverabschieden, habe überwogen.

Ihnen sei es stets wichtig gewesen, den Menschen neben Freude und Humor vor allem christliche Werte zu vermitteln, fuhr Schmutterer fort. Der Glaube habe ihnen den Halt gegeben, den sie gebraucht hätten als die Weggefährten und Sänger Otto Antretter und Kurt Reithofer viel zu früh verstarben. Die Harles-Sänger dankten ihren treuen Musikfans, die am Sonntag, 14. Dezember, noch einmal die Gelegenheit haben werden, das Ensemble zu erleben.

Weil Dinkelsbühl die zweite Heimat der Harles-Sänger war, will das Ensemble der Stadt noch etwas zurückgeben. Sie werden die „Fränkischen Weihnacht“ im Rahmen eines Benefizkonzerts zugunsten der Sanierung des Dachstuhles des Münsters St. Georg aufführen. Mit von der Partie sind dann auch das Familien-Bläserquartett Binders Blechle sowie das Gesangsduo Christiane und Julia Schmutterer, begleitet von Joachim Beck an der Gitarre. Hans Schmutterer wird seine „Dürrwanger Weihnachts-Gschicht“ vortragen. Der Eintritt ist frei, um Spenden für den guten Zweck wird gebeten. Beginn ist um 17 Uhr im Münster St. Georg.


Von STEFAN BAUMGÄRTNER
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