Eine Künstlerin blickt auf heute und gestern: neue Ausstellung in Schillingsfürst | FLZ.de

foobarious
arrow_back_rounded
Lesefortschritt
Veröffentlicht am 27.04.2025 18:34

Eine Künstlerin blickt auf heute und gestern: neue Ausstellung in Schillingsfürst

Jelena Linzer (Mitte) lebt und arbeitet im Schillingsfürster Schloss. Eine Auswahl ihrer Bilder ist ab sofort im Doerfler-Museum zu sehen. Das Foto zeigt sie bei der Vernissage mit dem Landratsvertreter Stefan Horndasch, Leiterin Hai Yan Waldmann-Wang, dem zweiten Bürgermeister Herbert Seidel und Maximilian Lechler vom Rothenburger Künstlerbund. (Foto: Bettina Dworatzek)
Jelena Linzer (Mitte) lebt und arbeitet im Schillingsfürster Schloss. Eine Auswahl ihrer Bilder ist ab sofort im Doerfler-Museum zu sehen. Das Foto zeigt sie bei der Vernissage mit dem Landratsvertreter Stefan Horndasch, Leiterin Hai Yan Waldmann-Wang, dem zweiten Bürgermeister Herbert Seidel und Maximilian Lechler vom Rothenburger Künstlerbund. (Foto: Bettina Dworatzek)
Jelena Linzer (Mitte) lebt und arbeitet im Schillingsfürster Schloss. Eine Auswahl ihrer Bilder ist ab sofort im Doerfler-Museum zu sehen. Das Foto zeigt sie bei der Vernissage mit dem Landratsvertreter Stefan Horndasch, Leiterin Hai Yan Waldmann-Wang, dem zweiten Bürgermeister Herbert Seidel und Maximilian Lechler vom Rothenburger Künstlerbund. (Foto: Bettina Dworatzek)

Es sei erfreulich, eine neue künstlerische Stimme in und aus Schillingsfürst zu haben, meinte stellvertretender Landrat Stefan Horndasch. Die Feststellung bezog sich auf Jelena Linzer, deren Werke bis Ende Juni im Doerfler-Museum zu sehen sind. Bei der Vernissage zeigten sich viele Gäste von den Arbeiten beeindruckt.

In Jelena Linzers Bildern geht es um das Heute und Gestern der Stadt Schillingsfürst. Menschen, die sie kennt, die sie beeindrucken, tauchen dort auf, ebenso wie Bauwerke und die Landschaft der Frankenhöhe, aber auch der historische Hintergrund und Ausschnitte aus der Geschichte des Fürstenhauses zu Hohenlohe Schillingsfürst.

Sie wolle „die Zeit anhalten, Menschen erhalten, weil wir alle sterben“, sagt Jelena Linzer. Deshalb ist der Löwenzahn ein wiederkehrendes Element in ihren Werken. Welche Pflanze zeigt sonst auf so eindrucksvolle Weise, wie das blühende Leben vergeht, weiß wird und stirbt, aber seine Samen hinterlässt.

Zufallsentdeckung in einem Wohnhaus

Es ist für Museums-Leiterin Hai Yan Waldmann-Wang „eine außerordentliche Freude“, dass sie Jelena Linzer entdeckt hat. Zu verdanken hat sie das einem ihrer Werke, das im Eingangsbereich zuhause bei Dieter Bär hängt, mit dem Waldmann-Wang sich über das anstehende Heimatfestjahr unterhielt. Ab dem Moment, als sie das Gemälde entdeckte, drehte sich das Gespräch dann aber vor allem um die Künstlerin.

Beim anschließenden Besuch in deren Atelier in Schloss Schillingsfürst, wo sie seit 2017 lebt und arbeitet, hatte Waldmann-Wang sofort das Gefühl, die geheime Schatzkammer des Schlosses entdeckt zu haben. Unverzüglich bot sie Linzer eine Einzelausstellung im Museum an. Doch Linzer zögerte. Sie hat keinen künstlerischen Hintergrund, hat sich alles selbst beigebracht und war deshalb besorgt, ob man sie als Künstlerin anerkennen würde.

Das könnte Sie auch interessieren
Unmut über die Gastronomie in den drei Gasthäusern im Freilandmuseum Bad WindsheimRothenburger Künstlerbund präsentiert „Grantelhuber mit Humor”Besuch aus Südbrasilien: Lustige Volkstanzgruppe Bergtal kommt nach Feuchtwangen„Crossroads“ in Heilsbronn: Kunst aus alten Holzkreuzen vom FriedhofAusstellung in Bad Windsheim zeigt, wie es in mittelalterlichen Spitälern zugingEthische Wegweiser an Feuchtwanger und Dinkelsbühler SchulenAusstellung „Kunterbunter Sommer” startet in der Kleinen Galerie FeuchtwangenDie Qual der Wahl: Kunsthandwerkermarkt Großbreitenbronn als BesuchermagnetSieglinde Botteschs „Hexenzyklus”: Ausstellung im Haus der Geschichte DinkelsbühlHeimat-Erlebnistag im Kreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim: Was Familien geboten ist100 rote Raritäten: Spielzeugmuseum Sugenheim zeigt seltene FeuerwehrautosObjekte von Künstlern aus der ganzen Welt: Erster Kunstautomat in FeuchtwangenDer Frühjahrsmarkt in Baudenbach findet in neuerer Zeit zum 40. Mal statt„BBK on Tour” macht Station im Ansbacher Kunsthaus Reitbahn 3Trachten stehen im Mittelpunkt: Neue Ausstellung im Vogteimuseum in Aurach

Doch Waldmann-Wang ließ nicht locker, ermutigte Jelena Linzer, da sie deren Potenzial erkannte, und plante eine Ausstellung, die wie in einem Atelier wirken soll. Eben auch mit Werken, an denen noch der Feinschliff fehlt. Doch genau da sei das wahre Talent eines Künstlers zu erkennen, so die Leiterin.

Dass Jelena Linzer Talent hat, darin zeigten sich Hai Yan Waldmann-Wang und Maximilian Lechler – Kurator und Ausschussmitglied des Rothenburger Künstlerbunds – einig.

Letzterer bezeichnete Jelena Linzer als „große Porträtistin, der es gelingt, in die Menschen hineinzuschlüpfen“ und deren Sein auf die Leinwand zu bringen. Für Waldmann-Wang ist die Gattung Porträt auch eines der schwierigsten Genres. „Besser ist es kaum möglich.“, sagte sie über die Porträts der Künstlerin, die das Treppenhaus des Museums für den Zeitraum der Ausstellung säumen. Der zweite Bürgermeister der Stadt Schillingsfürst, Herbert Seidel, sagte über Jelena Linzer, dass sie „die Frau ist, die für viele Rätsel gesorgt hat.“ Die Vernissage war gut besucht. Musikalisch umrahmt wurde sie von Arthur Vinivitin, der die Besucher mit Saxofonklängen begeisterte. Hai Yan Waldmann-Wang hofft, dass auch die Besucher das Besondere in Jelena Linzers Werken erkennen und die Künstlerin bekannt wird.

Zugänglich ist die Sonderschau zu den Öffnungszeiten des Doerfler-Museums täglich außer montags und dienstags von 12 bis 18 Uhr.


Von Bettina Dworatzek
north