Es sei erfreulich, eine neue künstlerische Stimme in und aus Schillingsfürst zu haben, meinte stellvertretender Landrat Stefan Horndasch. Die Feststellung bezog sich auf Jelena Linzer, deren Werke bis Ende Juni im Doerfler-Museum zu sehen sind. Bei der Vernissage zeigten sich viele Gäste von den Arbeiten beeindruckt.
In Jelena Linzers Bildern geht es um das Heute und Gestern der Stadt Schillingsfürst. Menschen, die sie kennt, die sie beeindrucken, tauchen dort auf, ebenso wie Bauwerke und die Landschaft der Frankenhöhe, aber auch der historische Hintergrund und Ausschnitte aus der Geschichte des Fürstenhauses zu Hohenlohe Schillingsfürst.
Sie wolle „die Zeit anhalten, Menschen erhalten, weil wir alle sterben“, sagt Jelena Linzer. Deshalb ist der Löwenzahn ein wiederkehrendes Element in ihren Werken. Welche Pflanze zeigt sonst auf so eindrucksvolle Weise, wie das blühende Leben vergeht, weiß wird und stirbt, aber seine Samen hinterlässt.
Es ist für Museums-Leiterin Hai Yan Waldmann-Wang „eine außerordentliche Freude“, dass sie Jelena Linzer entdeckt hat. Zu verdanken hat sie das einem ihrer Werke, das im Eingangsbereich zuhause bei Dieter Bär hängt, mit dem Waldmann-Wang sich über das anstehende Heimatfestjahr unterhielt. Ab dem Moment, als sie das Gemälde entdeckte, drehte sich das Gespräch dann aber vor allem um die Künstlerin.
Beim anschließenden Besuch in deren Atelier in Schloss Schillingsfürst, wo sie seit 2017 lebt und arbeitet, hatte Waldmann-Wang sofort das Gefühl, die geheime Schatzkammer des Schlosses entdeckt zu haben. Unverzüglich bot sie Linzer eine Einzelausstellung im Museum an. Doch Linzer zögerte. Sie hat keinen künstlerischen Hintergrund, hat sich alles selbst beigebracht und war deshalb besorgt, ob man sie als Künstlerin anerkennen würde.
Doch Waldmann-Wang ließ nicht locker, ermutigte Jelena Linzer, da sie deren Potenzial erkannte, und plante eine Ausstellung, die wie in einem Atelier wirken soll. Eben auch mit Werken, an denen noch der Feinschliff fehlt. Doch genau da sei das wahre Talent eines Künstlers zu erkennen, so die Leiterin.
Dass Jelena Linzer Talent hat, darin zeigten sich Hai Yan Waldmann-Wang und Maximilian Lechler – Kurator und Ausschussmitglied des Rothenburger Künstlerbunds – einig.
Letzterer bezeichnete Jelena Linzer als „große Porträtistin, der es gelingt, in die Menschen hineinzuschlüpfen“ und deren Sein auf die Leinwand zu bringen. Für Waldmann-Wang ist die Gattung Porträt auch eines der schwierigsten Genres. „Besser ist es kaum möglich.“, sagte sie über die Porträts der Künstlerin, die das Treppenhaus des Museums für den Zeitraum der Ausstellung säumen. Der zweite Bürgermeister der Stadt Schillingsfürst, Herbert Seidel, sagte über Jelena Linzer, dass sie „die Frau ist, die für viele Rätsel gesorgt hat.“ Die Vernissage war gut besucht. Musikalisch umrahmt wurde sie von Arthur Vinivitin, der die Besucher mit Saxofonklängen begeisterte. Hai Yan Waldmann-Wang hofft, dass auch die Besucher das Besondere in Jelena Linzers Werken erkennen und die Künstlerin bekannt wird.
Zugänglich ist die Sonderschau zu den Öffnungszeiten des Doerfler-Museums täglich außer montags und dienstags von 12 bis 18 Uhr.