Eine Einladung zur Spurensuche mit seltenen Fotos aus der Luft | FLZ.de

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Veröffentlicht am 13.02.2024 11:00

Eine Einladung zur Spurensuche mit seltenen Fotos aus der Luft

Silvia Pertschi, die Leiterin des an der Bamberger Straße 48 in Neustadt gelegenen Landesluftbildzentrums, zeigte, wie man an der Luftbildrecherchestation auf Spurensuche gehen kann. Das Angebot erfreut sich großer Beliebtheit – auch seitens großer und kleiner Bürgerinnen und Bürger. (Foto: Ute Niephaus)
Silvia Pertschi, die Leiterin des an der Bamberger Straße 48 in Neustadt gelegenen Landesluftbildzentrums, zeigte, wie man an der Luftbildrecherchestation auf Spurensuche gehen kann. Das Angebot erfreut sich großer Beliebtheit – auch seitens großer und kleiner Bürgerinnen und Bürger. (Foto: Ute Niephaus)
Silvia Pertschi, die Leiterin des an der Bamberger Straße 48 in Neustadt gelegenen Landesluftbildzentrums, zeigte, wie man an der Luftbildrecherchestation auf Spurensuche gehen kann. Das Angebot erfreut sich großer Beliebtheit – auch seitens großer und kleiner Bürgerinnen und Bürger. (Foto: Ute Niephaus)

Das Sammeln und Aufbewahren von Luftbildaufnahmen zählt zu den zentralen Aufgaben des Bayerischen Landesluftbildarchivs. Dieses ist im Untergeschoss des Bayerischen Landesluftbildzentrums in Neustadt angesiedelt. Nach und nach vergrößert sich sein Bestand. Rund 450.000 Exemplare sind inzwischen dort eingelagert, teilte Daniel Kleffel mit.

Er ist der Präsident des Landesamtes für Digitalisierung, Breitband und Vermessung in München. Rund 1,5 Millionen Luftbilder aus dem gesamten Freistaat zählt das 1975 bei der Bayerischen Vermessungsverwaltung eingerichtete Archiv. Es gehört damit zu den größten Luftbildarchiven in ganz Deutschland, betonte Kleffel im Gespräch – aufgeteilt auf zwei Standorte: München und Neustadt. Rund 900.000 Bilder sind analog, davon wiederum wurden bereits zirka 500.000 Exemplare gescannt. Beim Rest muss diese Digitalisierung noch erfolgen. Die neueren Aufnahmen wurden von vorneherein digital erstellt, so handhabt man es auch bei der Bayern-Befliegung seit 2008.

Diese Bilder werden dann gesammelt und fachgerecht aufbewahrt. Darüber hinaus erfasst man sie feinsäuberlich mit Aufnahmedatum, Maßstab, Lage und Bildmittelpunkt in der Datenbank. So sind sie vielseitig einsetzbar und jederzeit verfügbar, ist auf der Homepage des Luftbildzentrums nachzulesen.

Älteste Aufnahme aus den 1920er Jahren

„Die ältesten Aufnahmen im Archiv stammen aus den 1920er Jahren“, sagte Kleffel, etliche wurden zudem von den Alliierten in den Jahren 1941 bis 1945 erstellt. „Wir haben davon rund 64.000 Bilder, von etwa 30.000 haben wir die Nutzungsrechte.“ Die neuesten Luftbilder stammen aus den aktuellen Bayern-Befliegungen. Diese Fotos sind, wie Präsident Daniel Kleffel betonte, für jedermann online über den Bayern-Atlas abrufbar.

Neben dem für die Öffentlichkeit nicht zugänglichen Archiv genießen vor allem die interaktive Dauerausstellung, Mitmachstationen, der Medienguide, aber auch diverse Aktionen und Ausstellungen zu bestimmten Themen im Landesluftbildzentrum großes Interesse, so Silvia Pertschi, Leiterin der Einrichtung. Seit einem Jahr gibt es darüber hinaus eine Luftbildrecherchestation. Dort kann sich jeder auf Spurensuche begeben und hat beispielsweise die Gelegenheit, einen Ort einzugeben und bis zu 80 Jahre zurückzublicken.

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„So vermag man nachzuverfolgen, wie sich Landschaften und Orte im Laufe der Jahrzehnte verändert haben.“ Auch so manche Flussbegradigung und Renaturierung ist ersichtlich. Abrufbar sind über 900.000 Luftbilder aus Bayern. Mit Hilfe der Metadaten können auch Bestellungen aufgegeben werden. Die Suche kann zudem online über www.luftbildsuche-bayern.de erfolgen.

Großer Beliebtheit erfreuen sich bei den Besuchern der Ausstellung die Tablets, welche den Ausflug zu einem kurzweiligen Erlebnis machen. Darauf können sich Gäste etwa Interviews mit Luftbildarchäologen und Kampfmittelräumern anschauen. Schließlich haben die Luftbilder auch einen praktischen Nutzen, wie Pertschi ausführte. Denn Luftbildarchäologen oder Kampfmittelräumer können mit Hilfe von Luftbildaufnahmen beispielsweise mögliche Stellen für Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg lokalisieren, sich dort auf die Suche machen und mögliche Funde beseitigen. Zu sehen sind zudem Interviews mit den Teams, die die Bayern-Befliegung vornehmen.

Interaktives und spielerisches Forschen

Das Lichtlabor lädt zum interaktiven und spielerischen Forschen und Staunen ein. In den Experimentierkisten finden sich Aufgaben und die dazugehörigen Materialien. Dadurch kann man in die Thematik der Luftbildfotografie noch tiefer eintauchen. Gern wird das Lichtlabor auch von Schulklassen für Workshops genutzt. Pertschi wies zudem darauf hin, dass es schon für die Kleinsten Angebote gibt. Als Beispiel nannte sie die museumspädagogischen Boxen, die zum Spielen und Rätseln einladen. Auf Spurensuche können sich also alle Altersgruppen begeben.

Seine Pforten öffnet das Landesluftbildzentrum auch am „Tag der Archive“ am Sonntag, 3. März, der unter dem Motto „Essen und Trinken“ steht. Von 10 bis 17 Uhr werden dann auch Einblicke in das sonst nicht für die Öffentlichkeit zugängliche Archiv geboten. Ansonsten können in der Dauerausstellung Anbaugebiete für Wein, Streuobst, Getreide und Hopfen, aber auch Karpfenweiher aus der Vogelperspektive angeschaut werden. Den Ist-Zustand kann man mit historischen Karten vergleichen. Zu den um 10.30 Uhr, 13 und 15 Uhr stattfindenden Archivführungen wird um Anmeldung per E-Mail an info@bayllz.bayern.de gebeten.

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