Eine Ampel, aber kein Radweg: Was Bräuersdorf gerade so alles beschäftigt | FLZ.de

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Eine Ampel, aber kein Radweg: Was Bräuersdorf gerade so alles beschäftigt

Im Kreuzungsbereich der B8 in Richtung Bräuersdorf beziehungsweise Dürrnbuch soll eine Ampelanlage installiert werden.  (Foto: Mirko Fryska)
Im Kreuzungsbereich der B8 in Richtung Bräuersdorf beziehungsweise Dürrnbuch soll eine Ampelanlage installiert werden. (Foto: Mirko Fryska)
Im Kreuzungsbereich der B8 in Richtung Bräuersdorf beziehungsweise Dürrnbuch soll eine Ampelanlage installiert werden. (Foto: Mirko Fryska)

Gut besucht war die erste von insgesamt drei Bürgerversammlungen in der Gemeinde Hagenbüchach. Der Auftakt erfolgte im Bräuersdorfer Feuerwehrhaus, wo nach dem Bericht von Bürgermeister David Schneider nur wenige Fragen seitens der Besucherinnen und Besucher erfolgten.

Auffallend war, dass viele junge Leute gekommen waren, um etwas über die Gemeindeentwicklung, die Finanzen, die Aktivitäten des Vorjahres und geplante Projekte zu erfahren. Unter den Gästen war neben einigen Gemeinderäten auch Schneiders Mitbewerber um das Bürgermeisteramt, Andreas Weghorn.

Mit Blick auf die Gemeindeentwicklung merkte Schneider an, dass man um fünf Personen auf 1653 Mitbürgerinnen und Mitbürger schrumpfte. 16 Geburten stehen 14 Sterbefällen gegenüber. Stolz ist man in Hagenbüchach mit Blick auf die Altersstruktur, eine junge Gemeinde zu sein. Das Durchschnittsalter liegt bei den Frauen bei 42,4 Jahren, bei den Männern bei 40,4. Der Anteil der Kinder unter zehn Jahren ist enorm. „Bei uns sieht man mehr Kinderwagen als Rollatoren, stellte kürzlich ein Mitbürger fest”, so Schneider.

Fortschritte beim Glasfaser-Ausbau

Doch wie sieht es bei der Gemeindeentwicklung aus? Glasfaser wurde in Hagenbüchach verlegt, die Ortsteile befänden sich im Verfahren, das genehmigt sei. „Der Kernwegeausbau Erlachsmühle über die Flurbereinigung zieht sich seit 2020 weiter hin. Das liegt mir schwer im Magen”, erklärte Schneider und sprach damit ein Thema an, das bei vielen seiner Bürgermeisterkolleginnen und Bürgermeisterkollegen für Verstimmung sorgt.

Während nur 13 Schülerinnen und Schüler aus Hagenbüchach die Emskirchener Mittelschule besuchen, sind es 101 von insgesamt 390 Kindern bei der Grundschule Emskirchen. Gut ist es um das Vereinsleben bestellt. Mehr als 800 Mitglieder zählt der sieben Sparten umfassende Sportverein. Etliche Menschen sind auch in einer der Feuerwehren oder im Obst- und Gartenbauverein dabei.

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Mehrwert durchs Regionalbudget

Die Kommune gehört einigen Allianzen an. Schneider listete neben der Mitgliedschaft in der Verwaltungsgemeinschaft Hagenbüchach-Wilhelmsdorf, eine Kommunale Allianz, die beiden Schulverbände, den Schulverbund und die InkomBe (Interkommunales Flächenmanagement im Mittelfränkischen Becken) auf. Wie viele andere Gemeinden auch, profitiert Hagenbüchach vom Regionalbudget. Durch die damit verbundene Förderung konnten bereits einige Projekte realisiert werden, für die sonst kein Geld da gewesen wäre.

Von 2020 bis 2026 wurden sie im Gesamtwert von rund 168.000 Euro umgesetzt. Die Förderung hierüber lag bei knapp 103.000 Euro, rund 66.000 Euro steuerte die Kommune bei. Im Vorjahr wurden etwa fünf Geschwindigkeitsanzeigetafeln und ein Fahrradunterstand am Bahnhof angeschafft.

Ein aktuelles Thema ist die Innenentwicklung. Bereits im Vorjahr fanden im Hinblick auf die Erarbeitung eines Entwicklungskonzeptes zwei Ortsspaziergänge und ein Workshop statt, alles unter großer Bürgerbeteiligung. „Wir wollen in die Städtebauförderung der Regierung von Mittelfranken und hoffen auf einen positiven Bescheid.” Wenn das nicht gelingt, seien die angedachten Projekte nicht zu realisieren, mahnte Schneider.

B8-Ampel wird kommen

Fest steht bereits, dass im Jahr 2027 die Aufstellung einer Ampel mit Induktionsmessung im Kreuzungsbereich Bundesstraße 8 und den Abzweigungen nach Bräuersdorff und Dürrnbuch geplant ist. So mancher hätte einen kleinen Kreisverkehr vorgezogen. Um den Verkehr in diesem Bereich herunterzubremsen, ist ein Verkehrstrichter geplant.

Nachdem ein dreispuriger Ausbau der Bundesstraße in diesem Bereich vom Tisch ist, wird es keine Lärmschutzwand geben. Dies stößt nach wie vor bei vielen Anwohnerinnen und Anwohnern auf Unverständnis. „Am Verkehrsaufkommen ändert sich doch nichts, egal, ob zwei- oder dreispurig”, merkte ein Besucher an. Für einen anderen macht eine Ampel ohne Abbiegespur wenig Sinn.

Radweg ist gecancelt

Eine Besucherin regte an, die Ampel nicht gleich einzubetonieren, denn wer weiß, was noch alles komme. Mit dem Ausbau der Kreisstraße NEA 19 von Hagenbüchach nach Bräuersdorf soll es im Frühjahr losgehen, informierte Schneider. Aus dem Radweg wird allerdings nichts. Der Landkreis macht zwar die Planung, den Bau der rund zwei Kilometer langen Trasse würde er jedoch nicht zahlen – bei Kosten von zirka 600.000 Euro. „Das können wir uns nicht leisten”, betonte Schneider. Ein Bürger regte schmunzelnd an, dass der Landkreis statt des Turms auf der Landesgartenschau lieber den Radweg realisieren solle.

Für Ärger sorgt nach wie vor in Bräuersdorf die illegale Müllablagerung durch Autofahrer. Schneider riet, Kennzeichen unbedingt zu notieren, wenn man jemanden bemerke, der Unrat abstellt. Er appellierte am Schluss der Veranstaltung, in der eine Bürgerin auch ihren Unmut über die Bau-Aktivitäten der Biber ansprach, bei vollen Glas- und Grüngutcontainern die auf den Behältnissen zu findende Telefonnummer anzurufen, damit sie abgefahren werden.

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