Die Jägervereinigung Feuchtwangen (JVF) hat ihre Hege- und Naturschutzschau erstmals im Freien präsentiert und daraus einen öffentlichen „Tag der Jagd“ gemacht. Laut dem Vorsitzenden Manfred Hartnagel wollte man so der Bevölkerung die Bedeutung der Jägerei näherbringen.
Die Jagd stehe stärker als früher im Blick der Öffentlichkeit, sagte Hartnagel. Das vorrangige Thema, von dem auch die Jägerei tangiert sei, sei der Klimawandel, durch den die Natur nachhaltig verändert werde. Hier wolle die Jagd beim notwendigen „Waldumbau“ ihren Beitrag leisten. Allerdings könne dieser nicht „allein mit der Waffe erreicht werden“, wandte sich Hartnagel gegen geforderte höhere Wild-Abschusszahlen. Das sei zum Schutz der nachwachsenden Waldkultur zu kurz gedacht.
Vielmehr seien weitere Maßnahmen erforderlich. Aus Sicht der Jäger sei beispielsweise die punktuelle Schwerpunktbejagung auf Aufforstungsflächen „in enger Abstimmung mit dem Waldbesitzer“ ein guter Weg.
Kritisch äußerte sich der Vorsitzende gegenüber gesetzlichen Vorgaben, welche die Jagd immer schwieriger machten. So sei aus seiner Sicht die Verschärfung des Waffengesetzes „schon sehr verwunderlich“, denn diesbezüglich gebe es bereits ausreichend Gesetze, die durchgesetzt werden sollten. Da gebe es noch Luft nach oben.
Ein Anliegen der Jäger sei die tierschutzkonforme Ausübung ihrer Tätigkeit, wozu man auch den Schutz der Rehkitze vor der Tötung durch Mähmaschinen zähle. Hier würden die Jäger mit den Landwirten beim Einsatz von Drohnen zum Aufspüren der Rehkinder zusammenarbeiten. Jüngst habe man dadurch fünf junge Rehe retten können.
Landratsstellvertreter Stefan Horndasch, der den Tag der Jagd als gute Idee begrüßte, gab aus Sicht des Landkreises eine Botschaft der Unterstützung. „Wir stehen hinter der Jägerschaft, denn ohne sie wäre der ländliche Raum nicht denkbar. Die Jagd gehört zu Bayern und zum Landkreis.“ Jäger und Waldbesitzer sitzen in einem Boot und dürfen sich nicht auseinanderdividieren lassen, erklärte Horndasch.
Der Wald sei „Teil der Lösung und gleichzeitig Betroffener“, deshalb brauche man die gute Zusammenarbeit der Jägerschaft mit den Waldbesitzern, erklärte Christian Frei vom Amt für Landwirtschaft und Forsten mit Blick auf die Klimaveränderungen. Den Wald für die kommende Generation zu erhalten, sei eine gesellschaftliche Aufgabe.
Diesbezüglich könne die Jägerschaft durch eine intelligente Bejagung zur Lösung beitragen, meinte der Vizepräsident des Bayerischen Jagdverbandes, Sebastian Ziegler. Er nannte dies ein modernes „Wildtier-Management“, mit dem man in Bayern 78 Wildarten berücksichtigte. Insofern begrüßte er, dass dies der Bevölkerung bewusst gemacht werde.
Bürgermeister Patrick Ruh sprach mit Blick auf das Areal – den Garten am Fränkischen Museum und das Parkplatzgelände der Museumsstraße und am Sängermuseum – von einer „besonderen Veranstaltung an einem Super-Ort“. Hier zeigte die Jägervereinigung im Begleitprogramm außerdem 22 Jagdhunde von 15 Rassen, deren jagdliche Eigenarten Walter Kraft erklärte.
Mit einem Konzert unter der Leitung von Peter Kopetz präsentierten die Jagdhornbläser der Jägervereinigung den Besuchern einen musikalischen Beitrag, in dem sie unter anderem „Der Jäger aus Kurpfalz“ und „Auf, auf zum fröhlichen Jagen“ intonierten. Zudem waren Kinder zu einem Malwettbewerb eingeladen.