Ein klitschnasser Dekan im Uffenheimer Hallenbad | FLZ.de

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Veröffentlicht am 08.11.2024 13:39

Ein klitschnasser Dekan im Uffenheimer Hallenbad

Natürlich durfte auch das obligatorische Band bei der Uffenheimer Hallenbad-Wiedereröffnung nicht fehlen – an den Scheren (von links): Dekan Max von Egidy, Landratsstellvertreterin Ruth Halbritter, Bürgermeister Wolfgang Lampe, der CSU-Landtagsabgeordnete a.D. Hans Herold, sein Nachfolger Werner Stieglitz und der SPD-Landtagsabgeordnete Harry Scheuenstuhl. (Foto: Johannes Zimmermann)
Natürlich durfte auch das obligatorische Band bei der Uffenheimer Hallenbad-Wiedereröffnung nicht fehlen – an den Scheren (von links): Dekan Max von Egidy, Landratsstellvertreterin Ruth Halbritter, Bürgermeister Wolfgang Lampe, der CSU-Landtagsabgeordnete a.D. Hans Herold, sein Nachfolger Werner Stieglitz und der SPD-Landtagsabgeordnete Harry Scheuenstuhl. (Foto: Johannes Zimmermann)
Natürlich durfte auch das obligatorische Band bei der Uffenheimer Hallenbad-Wiedereröffnung nicht fehlen – an den Scheren (von links): Dekan Max von Egidy, Landratsstellvertreterin Ruth Halbritter, Bürgermeister Wolfgang Lampe, der CSU-Landtagsabgeordnete a.D. Hans Herold, sein Nachfolger Werner Stieglitz und der SPD-Landtagsabgeordnete Harry Scheuenstuhl. (Foto: Johannes Zimmermann)

Nein, bis zur Eröffnung des generalsanierten Uffenheimer Hallenbades war es gewiss kein Sprint, vielmehr ein 36-Stunden-Ultralauf. Kostensteigerungen, Bürokratie-Irrsinn und ein Planerwechsel sind nur einige Steine, die bis zum Donnerstag im Weg lagen. Doch nun ist es vollbracht, der Dank waren viele freudige Gesichter.

Damit die Vorfreude bis zum Augenblick des Eintretens minütlich steigt, haben Bürgermeister Wolfgang Lampe und die Verwaltung entschieden, die Festreden noch vor der Tür im Freien zu halten – bei nicht gerade kuschligen sechs Grad Celsius. Da musste sogar eine orangene Bauhof-Jacke herhalten, damit der SPD-Landtagsabgeordnete im Jackett, Harry Scheuenstuhl, nicht frieren musste. Aber nicht nur der Gedanke an schwülwarme Chlor-Luft sorgte für schöne Gefühle, sondern auch der Anlass selbst.

Neun Jahre Gefühlsbäder

Eigentlich wollte der Gesamtschulleiter der Christian-von-Bomhard-Schule, Alfred Lockl, noch vor seinem Ruhestand das neue alte Hallenbad einweihen, doch das klappte nicht so ganz, wie Bürgermeister Lampe mit einem Zwinkern in die Richtung von Lockl sagte, der nun eben außerdienstlich vorbeischaute.

2015/2016 hatte die Stadt Uffenheim eine äußerst schlechte Nachricht ereilt: Das Gesundheitsamt stellte angesichts der maroden Substanz den Weiterbetrieb des Hallenbads in Frage. „Es musste reagiert werden“, so Lampe. Nach längerer Debatte setzte sich die Generalsanierung gegen den Neubau durch, vor allem aus Fördergründen.

2018 hatte die Planung begonnen, samt europaweiter Ausschreibung. „Leider haben wir mit dem Architekten Pech gehabt.“ 2020 dann der Wechsel. Ein Jahr Zeitverlust. Aber das neue Trio – Holger Heine, Jürgen Hertel und Johann Franz Wach – nahm Fahrt auf und brachte das Großprojekt souverän über die Ziellinie.

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Kosten: Gut neun Millionen Euro

Dazwischen aber ereilte Corona und die Ukraine-Krise die Uffenheimer – zwei wesentliche Teuerungsfaktoren. Von sechs stiegen die Kosten auf acht Millionen Euro, dann weiter auf 9,9 Millionen Euro. Letztlich dürften es nach aktuellem Stand insgesamt 9,1 Millionen Euro werden. Staatliche Förderungen, KfW-Zuschüsse, die Anteile der Bomhard-Schule, die Gaben der anderen VG-Gemeinden und letztlich ein Anteil von rund vier Millionen Euro, der am Stadtsäckel hängenbleibt.

„Danke für die gute Zusammenarbeit“, so Lampe: „Wir hätten das sonst nicht so hinbekommen.“ Ausdrückliches Lob ging einmal mehr auch an den CSU-Landtagsabgeordneten a.D. Hans Herold, der viele Fördermittel klargemacht hat.

Wolfgang Lampe sprach bei der Generalsanierung von einer „wichtigen Entscheidung für die Stadt“. Andere Städte und Gemeinden schließen aus Kostengründen ihre Bäder, nicht aber Uffenheim. „Auch wenn es ein bisschen gedauert hat – ich bin stolz darauf, dass unser Hallenbad erhalten bleibt.“

Ins selbe Horn bliesen auch Landratsstellvertreterin Ruth Halbritter und Dekan Max von Egidy. Es sei keine Selbstverständlichkeit in diesen Zeiten, so viel Geld in eine Generalsanierung zu stecken – und schließlich sei es auch im Interesse des Landkreises, möglichst viele Bäder bieten zu können, sagte Ruth Halbritter. Denn: „Sportförderung ist Gesundheitsförderung.“ Lampe betonte auch explizit den Mehrwert und die Freizeitmöglichkeit für die Bürger – auch wenn das Bad vor allem der Schule und den Vereinen diene.

„Es darf jetzt geschwommen werden“

„Es darf jetzt geschwommen werden“, brachte es Dekan von Egidy auf den Punkt. Zuerst ging dieser gemeinsam mit Uffenheims Bürgermeister übers Hallenbad-Wasser, dann im Talar buchstäblich baden. Ein klitschnasser Geistlicher ist sicherlich ein gutes Omen für so ein neues altes Hallenbad. Grundschulrektorin Claudia Dachlauer war dann die erste Arschbombe vorbehalten.

Nun dürfen sich die Uffenheimer auf neuen Badespaß freuen, auf mögliche Wettkämpfe und auf die Gemeinschaft. „Es hilft, sich zu bewegen“, gab der Dekan als Mittel gegen alltägliche Sorgen und politische Krisen – Stichwort Trump-Wahl und Ampel-Chaos – noch mit auf den Weg. So sei es.

Das Hallenbad Uffenheim ist für die Öffentlichkeit immer mittwochs und freitags jeweils von 16 bis 21 Uhr und an Sonntagen von 9 bis 14 Uhr geöffnet. Dauerkarten gibt es vorerst aber nur im Rathaus, Einzelkarten können ganz normal im Hallenbad erworben werden.

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