Ein kleines Zelt, mehrere Tische mit Bänken, ein paar Strohballen und ein bisschen Wiese: Groß ist das Lager des Spielmannszuges über Pfingsten nicht. Die Gruppe findet: Sie braucht mehr Platz – und hatte Oberbürgermeister Dr. Markus Naser zum „Spatenstich“ für einen eigenen Keller eingeladen. Der kam, setzte den Spaten und sagte: „Ein schöner Gag.“
Am Pfingstsonntag spät am Abend war es so weit. Es ging schon auf Mitternacht zu, als der Oberbürgermeister – er war gerade auf seiner traditionellen Runde durchs Feldlager unterwegs gewesen – einen Spaten und einen weißen Sicherheitshelm in die Hände gedrückt bekam und zum „symbolischen Spatenstich“ für den Keller unter dem Lager des Spielmannszuges aufgefordert wurde. Unter Jubeln und Johlen des Spielmannszuges, anderen Gruppen und vielen, die auf der anderen Seite des Zauns zuschauten, setzte er an und hob das erste Stück Erde im mit Absperrband markierten Bereich aus.
Fritz Sommer, Mitglied des Spielmannszuges, erklärt die Aktion gegenüber der Redaktion: Schon vor Pfingsten 2024 hatte die Gruppe festgestellt, dass das Zelt für 60 Leute, Zubehör und Verpflegung einfach zu klein ist. Die Idee: Ein Keller direkt darunter könnte Abhilfe schaffen.
Sie träumen von einem ordentlichen Platz für unter anderem Bier, Wein und auch Schnupftabak. Einweihen würden sie den Keller am liebsten am Pfingstsamstag 2026. Also wurde der Oberbürgermeister, der auch im vergangenen Jahr im Lager unterwegs gewesen war, gleich darauf angesprochen. Sommer sagt zu den Träumen und Plänen seiner Festspiel-Gruppe: „Laut Bayerischer Bauordnung ist bis 75 Kubikmeter Größe ein Bauvorhaben verfahrensfrei möglich, außer im Außenbereich.“ Was aber nicht heiße, dass man nicht einen offiziellen Bauantrag an die Stadt stellen müsste. Als Außenbereich schätzt er jedenfalls den Bereich des Feldlagers oberhalb des Rödertors nicht ein.
Und würde der Spielmannszug das Vorhaben Keller wirklich ernsthaft verfolgen? „Wenn’s der 1. April wäre, schon“, sagt Sommer zu dem Scherz. Und schiebt mit einem Lachen nach: „Das war unser Aufheiterungsprogramm für den Rundgang des Oberbürgermeisters.“
Dieser kommentiert das Ganze ebenfalls mit einem Lachen: „Schon alleine wegen der Grabungserlaubnis wäre ich gespannt.“ Er zieht eine positive Pfingst-Bilanz: Es seien mehr Gäste dagewesen als er angesichts des Wetterberichts vermutet hätte. Und er habe eine „sehr positive Stimmung“ wahrgenommen, sowohl bei den Festspiel-Gruppen als auch bei den Gästen. Er bedankt sich bei allen, die das Wochenende möglich machten, und sagt: „Dass wir als so ein kleines Städtchen so was auf die Beine stellen, da können wir wirklich stolz sein.“