Ein bezaubernder Mühlenweg, der nicht als solcher ausgewiesen ist, führt durch das Tal der Steinach. Dieser linke Nebenbach der Aisch fließt von der Quelle im Schwarzenberger Forst nordöstlich von Kornhöfstadt und östlich der Einsiedelei in südöstliche Richtung. Sie mündet nach rund 15 Kilometern bei Gutenstetten in die Aisch.
Unterwegs nimmt die Steinach mehrere Nebenbäche auf: den Fichtel- und den Grundgraben, den Lehenwaldgraben sowie den Achelbach und den Kandelgraben. Bei Starkregen wird der Steinach so viel Wasser zugeführt, dass oberhalb von Gutenstetten ein eigenes Hochwasserbecken mit einem Fassungsvermögen von rund 360.000 Kubikmetern angelegt wurde.
Das Gefälle zwischen Quelle (375 Meter über dem Meeresspiegel) und Mündung (282 Meter) beträgt 93 Meter, daraus errechnet sich ein Sohlgefälle von 6,2 Promille. Bei einem Einzugsgebiet von 47 Quadratkilometern waren damit akzeptable Voraussetzungen für den Betrieb von Mühlen in einem von Natur aus niederschlagsarmen Landstrich gegeben.
Nach kurzem Lauf erreicht die Steinach Kornhöfstadt, eine alte Mühlhofstätte, wie der Name sagt; er leitet sich ab vom mittelhochdeutschen Wort kürne, kurn, althochdeutsch chiurna, quirn und bedeutet Mühle. Noch im 18. Jahrhundert sind für Kornhöfstadt zwei davon erwähnt. Heute existiert nur noch die ehemalige Dorfmühle unterhalb der Ortschaft, ein erhöht am Hang gelegener integrativer Mühlenbau: Mühle und Wohnung des Müllers lagen unter einem Dach. Die frühere Sägehalle, ein Nebengebäude, ist in den landwirtschaftlichen Betrieb integriert.
Nur wenige hundert Meter unterhalb folgt an einer Weggabelung die Klösmühle, ein Komplex aus mehreren Gebäuden, der ältere Teil von 1805, der neuere von 1848. Diese Mühle ist erstmals 1456 als Mule zu Frannckenfurt erwähnt, 1616 als Gleißmühl, 1848 als Kleeleinsmühle. Der Mahlbetrieb wurde bereits 1977 eingestellt, der Sägebetrieb lief aber noch einige Zeit weiter.
Unterhalb der Klösmühle weitet sich das enge Tal. Zwischen dem Erlensaum der Steinach etwas versteckt liegt auf der nördlichen Hangschulter erhöht die Lachheimer Mühle, ein schmucker zweigeschossiger Massivbau mit toskanischen Eckpilastern und einem hohen Walmdach mit Schmetterlingsgauben. Auf der Südseite stand die Radstube mit zwei oberschlächtigen Wasserrädern, die den Mahl- und Gerbgang und den Lohe-Stampf antrieben.
Das 1456 als Seckendorff’scher Besitz genannte Anwesen wechselte an die Herrschaft Wilhermsdorf und von diesen 1734 an die Lentersheim zu Obersteinbach. Vom Ende des 17. bis ins 20. Jahrhundert bewirtschaftete die Exulantenfamilie Zehgruber/Linck das Anwesen. Als 1952 das hölzerne Wasserrad brach, erfolgte die Umstellung auf Elektrobetrieb. 1961 wurde der Betrieb eingestellt.
In dem 912 bereits urkundlich fassbaren Steinaha/Obersteinbach gab es zwei Mühlen: die Obere oder Rangenmühle und die Untere oder Dorfmühle. Erstere wird gerade aus dem langjährigen Märchenschlaf wiedererweckt und stilgerecht zu neuem Leben erweckt. 1902 war sie an die Familie von Schwerin gelangt, 1936 an die Grafensteins. Obgleich der Mühlbetrieb mit dem Tod des letzten Müllers bereits Ende der 1940er Jahre eingestellt wurde, ist ein Großteil der alten Einrichtung erhalten geblieben.
Der Betrieb der Unteren Mühle endete schon vor dem Ersten Weltkrieg, 1920 entstand am alten Standort ein neues Wohnhaus.
In einer nach Nordosten ansteigenden Talmulde in Mittelsteinach liegt die ursprünglich zum Klostergut Münchsteinach zählende Undungsmühle, deren zwei oberschlächtigen Wasserräder eine Mahl- und Schneidmühle antrieben. Aufgrund der geringen zur Verfügung stehenden Wassermenge – das angesammelt im Mühlteich für jeweils nur drei Stunden Mahlzeit reichte – wurde der Betrieb in den 1950er Jahren eingestellt.
Die bachabwärts folgende 1421 bereits belegte Weihermühle gehörte, wie auch die frühere Agelsmühle in Münchsteinach, nach der Reformation zur Pfarrei Münchsteinach. Die mit drei oberschlächtigen Wasserrädern versehene Mühle steht seit Jahren leer. Einzig die parallel zur Straße führende Steinach, die erhöht gegenüber der Talsohle zur Mühle geführt wird, lässt den Aufwand erahnen, der zum Betrieb dieser einst bedeutenden Anlage notwendig war.
Die am östlichen Rand von Münchsteinach liegende Untere oder Vollandsmühle, heute Klostermühle genannt – ein Mahl- und Schneidbetrieb – war mit drei Wasserrädern ausgestattet, erhielt noch 1945 kurz vor dem Tod des letzten Müllers eine Turbine. 1982 erwarben der Arzt Dr. Klaus Schenke und seine Ehefrau Ursula das Anwesen, das in den Folgejahren umfassend saniert und zu einer Arztpraxis ausgebaut wurde.
Als letzte in der Reihe der Steinachmühlen folgt am westlichen Ortseingang von Gutenstetten die bereits im Reichssteuerregister von 1497 erwähnte Gutenstettener Dorfmühle. Erhöht gegenüber dem Talgrund, gespeist von einem parallel zur Straße führenden Bach, der in einem kleinen Mühlteich endete, hat auch dieses Anwesen – seit dem Wiederaufbau nach dem Dreißigjährigen Krieg auch als Hammerschmiede bekannt – eine wechselhafte Geschichte zu erzählen. Der Betrieb der zuletzt Marienmühle genannten Anlage wurde im Rahmen eines Stilllegungsprogramms 1961 eingestellt.