Die Dürre sorgt bei den bayerischen Bauern für Futtermangel. Insbesondere Franken, Niederbayern und die Oberpfalz seien betroffen, heißt es vom Bauernverband. Als Gegenmaßnahme hat das Landwirtschaftsministerium nun zusätzliche Flächen zur Futtergewinnung freigegeben, wie es mitteilt.
Insgesamt sei die Situation sehr belastend, heißt es vom Bauernverband. „Noch gibt es aber Möglichkeiten, Futtermittel zu bevorraten.“ Unter anderem durch Zukäufe, Häckseln des Körnermaises oder einen höheren Strohanteil. Beim Zukauf komme aber – auch wegen des Niedrigwassers in den Flüssen – eine verteuerte Logistik hinzu.
„Vor diesem Hintergrund werden durchaus manche Betriebe bereits die Rechnung für sich aufmachen, welche Optionen betriebswirtschaftlich sinnvoll sind und sich möglicherweise dazu entscheiden, den Bestand abzustocken“ – also zu verkleinern – heißt es vom Bauernverband. „Wenn es in den kommenden Wochen regnet, könnte sich die Lage für Grünland und Ackerfutter wieder entspannen. Wenn die Trockenheit aber anhält, werden Schlachtungen sicherlich im Herbst ein Thema.“ Schon jetzt zeichne sich ein im Vergleich zum Vorjahr leicht erhöhtes Aufkommen von Schlachtrindern ab.
Auch das Landwirtschaftsministerium sagt auf Nachfrage: „Derzeit beobachten wir eine leicht erhöhte Abgabebereitschaft von Kühen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Ob und in welchem Umfang die derzeitige Futtersituation oder andere Einflüsse wie niedrige Milchpreise Auswirkungen auf die Tierbestände in Bayern haben, lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt aber nicht belastbar abschätzen.“
Um die Situation ein Stück weit abzumildern, können Bauern in Bayern laut Landwirtschaftsministerium nun freiwillige Brachen – also Flächen, die in der Regel im Gegenzug für eine Förderung der Natur überlassen bleiben – zur Futtermittelgewinnung nutzen. „Wenn das Futter knapp wird, müssen wir den Betrieben jeden vertretbaren Spielraum eröffnen. Deshalb schaffen wir zusätzliche Möglichkeiten, vorhandenen Aufwuchs tatsächlich als Futter zu nutzen“, sagt Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (CSU).
„Wer in dieser außergewöhnlichen Situation auf eine Förderung verzichtet, soll die entsprechenden Flächen für seine Tiere nutzen können“, betont die Ministerin. „Und wo wir Nutzung und Förderung miteinander vereinbaren können, machen wir auch das möglich.“ Ein solcher Fall könnten Feldvogelinseln sein. Werden sie erst nach dem 15. August gemäht, kann die Förderung weiterhin gewährt werden. Landwirte sollen vor der Nutzung aber Kontakt mit ihrem zuständigen Landwirtschaftsamt aufnehmen.
Zudem dürfen Bio-Betriebe ab sofort auch Flächen mit Gründüngung sowie ursprünglich zur Körnermaisernte vorgesehenen Mais als Silomais nutzen. Auch dies muss vorab dem zuständigen Landwirtschaftsamt mitgeteilt werden. Hier hatte es zudem schon vergangene Woche Lockerungen gegeben.
„Unsere Bäuerinnen und Bauern können das Wetter nicht ändern. Aber wir können alles daransetzen, ihnen in dieser schwierigen Situation praktikable Lösungen an die Hand zu geben“, sagt Kaniber. „Entscheidend ist jetzt, dass möglichst viel verfügbares Futter dort ankommt, wo es gebraucht wird – bei den Tieren auf unseren Höfen.“
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