Dottenheim feiert sein 1250-jähriges Bestehen | FLZ.de

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Veröffentlicht am 17.07.2024 16:56

Dottenheim feiert sein 1250-jähriges Bestehen

Die Chronisten von Dottenheim (von links): Theo Sturm, Helmut Haag, Roswitha Haag, Gerd Brummer, Karl Heinz Bloß und Beatrix Meyer. (Foto: Nina Daebel)
Die Chronisten von Dottenheim (von links): Theo Sturm, Helmut Haag, Roswitha Haag, Gerd Brummer, Karl Heinz Bloß und Beatrix Meyer. (Foto: Nina Daebel)
Die Chronisten von Dottenheim (von links): Theo Sturm, Helmut Haag, Roswitha Haag, Gerd Brummer, Karl Heinz Bloß und Beatrix Meyer. (Foto: Nina Daebel)

Es wurde in Archiven recherchiert, auf Dachböden gestöbert, Zeitzeugen wurden befragt und alte Fotos gereinigt. Die Texte zur 1250-jährigen Geschichte Dottenheims sind geschrieben, das Inhaltsverzeichnis steht, genauso wie die Quellennachweise. Es musste nur noch layoutet und Fehler mussten ausgemerzt werden. Am Sonntag, 21. Juli, wird die Chronik vorgestellt.

Das wird im Rahmen des Jubiläumsfests anlässlich des 1250-jährigen Bestehens geschehen. Dann kann man auch ein Exemplar der rund 180 Seiten umfassenden Chronik erwerben. Dass das möglichst viele Interessierte tun werden, darauf hofft das Team, das viel Zeit und persönliches Engagement fürs Erstellen des Werks aufgebracht hat.

Viel Arbeit an Details

Bei Beatrix Meyer sind die Fäden während des Entstehungs-Prozesses zusammen gelaufen. Zuletzt kämpfte sie mit dem Layout. Sobald sie einen Absatz neu gesetzt oder ein Bild wahlweise vergrößert oder verkleinert hatte, verschob sich nahezu der ganze Rest. Sie musste dann wieder passend machen, was nicht passend war. Die anderen Chronisten widmeten sich derweil dem Korrekturlesen, prüften Fakten und den Text auf Logik.

Als dann soweit alles gepasst hatte, war ein erstes Exemplar gedruckt worden. Das diente der Kontrolle, ob alles so geworden war, wie gewünscht. „Das war der Endspurt“, sagt Helmut Haag, Vorsitzender des Vereins „Dorfgemeinschaft Dottenheim“, der gemeinsam mit seiner Frau Roswitha aktiv am Projekt mitgewirkt hat.

Der Inhalt der Chronik ist umfangreich und vielfältig. Es beginnt mit den Anfängen des Ortes bis zum 19. Jahrhundert. Weitere Kapitel sind das jüdische Leben, das Leben auf dem Land, Dottenheim auf Luftbildern sowie Dottenheim in den beiden Weltkriegen.

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Es werden kleine Sehenswürdigkeiten beleuchtet, darunter die Schießeiche, das Bahrhaus, der Türkenbrunnen und die Markus-Kirche. Das Gewerbe einst und heute wird dargestellt, außerdem die Gasthäuser.

Bemerkenswerte Menschen

Eigene Kapitel sind zudem der Eisenbahn und dem Schulwesen gewidmet. „Bemerkenswerte Menschen“, die in Dottenheim oder darüber hinaus gewirkt haben, werden thematisiert. Und im Anhang findet sich eine Zeittafel mit kleinen Dottenheimer Meilensteinen, eine Liste mit den Pfarrern sowie den Lehrern, die einst in Dottenheim gelebt und gearbeitet haben. Benutzte Quellen und die verwendete Fach-Literatur werden genannt, außerdem Zeitzeugen, die wichtige Informationen geliefert haben. „Das verstehen wir als Wertschätzung den Mitbürgern gegenüber, die uns unterstützt haben“, betont Beatrix Meyer.

Ihr war es besonders wichtig, den Fokus der Chronik auf das Vereins- und Dorfleben zu legen. Dementsprechend hat sie die Bilder ausgewählt und solche mit Menschen darauf bevorzugt. Die Klassenfotos beispielsweise seien unverzichtbar gewesen. „Weil die Leute sich und ihre ehemaligen Schulkameraden darauf suchen“, sagt Meyer. Das Ziel sei es, einen persönlichen Bezug herzustellen und Identifikation zu schaffen. Rund hundert Bilder haben es in die Chronik geschafft. Doch zusammen getragen wurden noch weitaus mehr.

Damit sie nicht verloren gehen, sollen sie archiviert und digitalisiert werden. Das Chronisten-Team will sie unter anderem bei der Gemeinde verwahren, damit spätere Generationen problemlos darauf zurückgreifen können. Auch die Pläne und Skizzen aus den Archiven, die es nicht in die umfangreiche Dokumentation geschafft haben, sollen digitalisiert und auf diese Weise gesichert werden.

Meyer und ihre Mitstreiter hoffen, dass die Chronik irgendwann einmal weiter geschrieben wird. Denn jeden Tag ereigne sich Neues in Dottenheim, werde geliebt, gestorben und gefeiert. „Wir hätten uns gefreut, wenn vor hundert Jahren schon mal jemand eine Dottenheimer Chronik verfasst hätte, an die wir hätten anknüpfen können.“ Nun sei eben ihr Werk der Grundstock.

Bildergeschichten sind etwas Besonderes

Besonders am Herzen liegen den Verfassern die „Bildergeschichten“. Das sind kleine Anekdoten, die sie sich zu einigen bemerkenswerten Fotos haben einfallen lassen. So wie zu dem pausbäckigen Heinz, dem bereits 1956 eine kleine Revolution gelungen war. Inmitten von Mädchen und zwei Puppenwagen stehend, drückt der kleine Junge eine Puppe fest an sich. Damit sei er schon in frühen Jahren ein Kämpfer für Gleichberechtigung gewesen.

Andere Bildergeschichten erzählen vom ersten privaten Bulldog in Dottenheim, der 1955 über die Straßen donnerte, und vom ersten Auto, das sich ein Bürger in den 1930er gekauft hatte. Die Luftbilder haben die Chronisten einheitlich nach Norden ausgerichtet, damit auch das nicht geschulte Auge leicht nachvollziehen kann, wie und in welche Richtung der Ort gewachsen ist.

Ein Exemplar bei Gemeinde vorbestellen

Dass die Gemeinde Dietersheim bereits zehn Exemplare der Chronik bestellt hat, freut das Team sehr. Zu dem gehören neben Beatrix Meyer: Barbara Lorenz, Theo Sturm, Roswitha Haag, Walter Graf, Helmut Haag, Rainer Runge, Gerd Brummer und Karl Heinz Bloß.

Sie freuen sich auf Sonntag, wenn nach dem Festgottesdienst anlässlich des Jubiläums die Chronik ab 11 Uhr im Dorfhaus an der Hauptstraße 7 offiziell und feierlich präsentiert werden wird.

Dazu werden Stellwände aufgestellt und historische Fotos über einen Beamer in Endlosschleife gezeigt. Vorträge über den Inhalt sind nicht geplant. „Wir sind der Meinung, man sollte die Chronik selbst lesen“, sagt Meyer. Deswegen wolle man nichts vorweg nehmen. Rund hundert Exemplare sollen zunächst einmal gedruckt werden.

Wer ein Exemplar der 180 Seiten umfassenden Dottenheimer Chronik bestellen möchte, kann dies über die Gemeindeverwaltung Dietersheim tun, und zwar per E-Mail an die folgende offizielle Adresse: gemeinde@dietersheim.de

Das Festprogramm

Gestartet wird in das Jubiläumswochenende am Freitag, 19. Juli. Dann steht ein Comedy-Abend mit Christoph Maul, dem Sitzungspräsidenten von „Fastnacht in Franken“, im Dottenheimer Dorfhaus auf dem Programm. Einlass ist ab 19 Uhr, Beginn ist um 20 Uhr. Kartenvorverkauf bei Annika Meyer unter der Telefonnummer 09846/9777300. „Eintritt frei“ heißt es am Samstag, 20. Juli, ab 20 Uhr. Dann wird zum Freitanz mit dem Musik-Duo „Cocktail“ eingeladen. Es gibt einen Barbetrieb mit Cocktails. Der Sonntag, 21. Juli, beginnt um 10 Uhr mit einem Festgottesdienst. Ab 11 Uhr werden Festansprachen gehalten, außerdem wird die Dottenheimer Chronik vorgestellt. Ab 12 Uhr wird Mittagstisch serviert, zubereitet von „THE BBQSAGA“. Der Musikverein Lenkersheim unterhält dann ab 14 Uhr, dazu gibt’s Kaffee und Kuchen.

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