Dorfgemeinschaftshaus in Heglau: Stadtrat beschließt neue Container-Lösung | FLZ.de

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Veröffentlicht am 19.08.2025 11:08

Dorfgemeinschaftshaus in Heglau: Stadtrat beschließt neue Container-Lösung

Auf das Areal des bisherigen Spielplatzes in Heglau soll das Dorfgemeinschaftshaus gestellt werden. Der Spielplatz soll dazu verlegt werden. (Foto: Robert Maurer)
Auf das Areal des bisherigen Spielplatzes in Heglau soll das Dorfgemeinschaftshaus gestellt werden. Der Spielplatz soll dazu verlegt werden. (Foto: Robert Maurer)
Auf das Areal des bisherigen Spielplatzes in Heglau soll das Dorfgemeinschaftshaus gestellt werden. Der Spielplatz soll dazu verlegt werden. (Foto: Robert Maurer)

Statt in Sachen Containerlösung für das Dorfgemeinschaftshaus auf die Zielgerade einzubiegen, hat der Stadtrat von Merkendorf auf Anregung der Heglauer nun eine Abkürzung genommen. Das soll schneller gehen, aber dafür ein bisschen mehr kosten. Schon im Herbst könnte das Dorfgemeinschaftshaus Realität werden.

Der Stadtrat hatte schon vor Langem festgelegt, dass der Holzanbau, der aktuell noch als Erweiterung des Kindergartens Weidachstrolche genutzt wird, zum neuen Dorfgemeinschaftshaus wird, sobald der Kindergartenneubau abgeschlossen ist. Eine nachhaltige Lösung für den gut 14 Meter langen und 8,5 Meter breiten Holzbau, der etwa 80 Quadratmeter Nutzfläche bietet, hieß es damals.

Standort des Dorfgemeinschaftshauses wird der Spielplatz am östlichen Ortsrand. Der Spielplatz wird dazu versetzt. Die Kostenschätzung für einen eigenen Neubau neben dem Feuerwehrhaus hatten bei mehr als einer halben Million Euro gelegen. Da hatte die Idee, der Weiternutzung des Holzbaus aus der Lindenstraße im Vergleich viele Pluspunkte zu bieten.

Architekt sieht viele Vorteile

In den nächsten Wochen wird nun der neue Kindergarten bezogen und es wäre eigentlich so weit, das Vorhaben anzugehen. Doch der Stadtrat hat sich auf Bitten der Heglauer Dorfgemeinschaft für eine andere Lösung entschieden. Es hat sich nämlich die Möglichkeit aufgetan, günstig an Container zu kommen, die zehn Jahre in einer Schule im Einsatz waren.

Diese Lösung hat viele Vorteile, findet Architekt Frank Fürhäußer vom Ansbacher Büro Holzinger-Eberl-Fürhäußer. Er hat eine erste Grobplanung erstellt. Die Statik des aus sieben Einheiten zusammengepuzzelten Gebäudes lässt sogar ein Satteldach zu. Damit, so Fürhäußer, füge es sich besser in die Umgebung ein als der Holzanbau mit dem Trapezblechdach. Gleichzeitig ist es damit problemlos möglich, die geforderten energetischen Werte einzuhalten. Die Wände erfüllen diese ohnehin.

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17 Quadratmeter mehr Nutzfläche

An den Giebelseiten schlägt der Planer eine Holzverschalung vor, an den Längsseiten könne diese nachgerüstet werden – gerne auch in Eigenleistung der Dorfgemeinschaft. Obendrein bieten diese Container rund 97 Quadratmeter Nutzfläche. Das sind 17 Quadratmeter mehr als der Anbau aus der Lindenstraße. Schlussendlich entstünde eine nette Veranda, die in den Sommermonaten gut genutzt werden könnte.

Weil die bisherigen Schulcontainer, so wie sie sind, einfach aufgestellt werden können, fällt der zeitliche Druck weg. Denn der Anbau aus der Lindenstraße müsste dort abgebaut und zeitnah in Heglau aufgebaut werden. Die Dorfbewohner stünden dadurch unter erheblichem zeitlichen Druck, weil alles sehr schnell gehen müsse, um etwaige Ab- und Aufbauschäden gleich auszumerzen.

Zusätzliche Kosten für den Ankauf entstehen

„Wir bräuchten sechs Mann, die zeitgleich drei Wochen Urlaub nehmen könnten”, gab Ortssprecher Martin Huber zu bedenken. Das sei nicht realistisch. Allein deshalb gefalle den Heglauern die Lösung mit den einstigen Schulcontainern besser. Ein Argument, das auch den Stadträten einleuchtete.

Der Nachteil: Es entstehen zusätzliche Kosten für den Ankauf. Und wenn sich für den Anbau an den Kindergarten keine Weiternutzung findet, fallen möglicherweise auch noch Entsorgungskosten an. In der Sitzung des Stadtrates gab es nur grobe Kostenschätzungen. Für die Schulcontainer kostet das Projekt etwa 150.000 Euro, für den Kindergartencontainer sind es 110.000 Euro.

Über das Förderprogramm Leader sind zwar neuerdings auch Zuschüsse für den Kauf gebrauchter Gegenstände möglich. Doch das Verfahren ist kompliziert und langwierig. Möglicherweise wären dann die gebrauchten Container schon anderweitig verkauft. Bürgermeister Stefan Bach (Bürgerforum) hat überschlagen, dass ein Förderbetrag von gut 50.000 Euro denkbar wäre.

Im ursprünglichen Beschluss hatte der Stadtrat einmal 80.000 Euro für das Dorfgemeinschaftshaus in Heglau in Aussicht gestellt. Realistischerweise sollte dieser Wert angesichts der Baupreisentwicklung auf 100.000 Euro angehoben werden, befand Bürgermeister Bach nun.

Die Stadträte waren schnell überzeugt

Die Diskussion lief sehr schnell in eine Richtung: Wenn die Bewohnerinnen und Bewohner, die in größerer Zahl an der Sitzung teilnahmen, die Lösung mit den ehemaligen Schulcontainern bevorzugen, will sich der Stadtrat nicht quer stellen. Alle hielten die schnelle Lösung für am sinnvollsten. Die Heglauer würden schon länger warten unterstrich beispielsweise Andre Höger (CSU). „Die Lösung ist außerdem größer und dauerhafter.”

Der Beschluss für den Ankauf der Schulcontainer erfolgte einstimmig. Sie sollen bereits im Herbst zur Verfügung stehen, kündigte Architekt Fürhäußer an. Um die Einrichtung des Gebäudes soll sich dann die Dorfgemeinschaft von Heglau kümmern. Den Bauantrag reicht die Stadt Merkendorf ein. Die Kosten für das gesamte Vorhaben werden auf 100.000 Euro gedeckelt.

Offen ist die Frage, was mit dem Anbau aus der Lindenstraße passieren soll. Jeffrey Hausmann (Bürgerallianz) zeigte sich optimistisch, dass die Stadt hierfür noch einen Erlös erzielen kann. Andere Stadträte wie Jochen Schmidt (Bürgerforum) waren skeptischer. „Was machen wir dann damit?”, fragte er. Eine Antwort gibt es bislang noch nicht.

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